Bildnachweis: SMAG.
Neues vom SMAG-Börsengang: Die neuen Aktien sollen zu einem Preis zwischen 46,00 EUR und 54,00 EUR angeboten werden, so wurde am gestrigen 1. Juli bekannt gegeben. Die Marktkapitalisierung würde bei einem Aktienkurs von 50 EUR 282,5 Mio. EUR betragen. Der erste Handelstag im Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse könnte der 13. Juli werden. Die 1974 in Salzgitter gegründete Firma zählt sich zu den führenden europäischen Herstellern selbsttragender, abspannfreier mobiler Antennenmastsysteme. Von Christian Euler
Die SMAG Mobile Antenna Masts AG konkretisiert ihre Börsenpläne (GoingPublic berichtete). Die Angebotsfrist soll heute starten, wie gestern bekannt gegeben wurde, und bis 8. Juli laufen. Das Angebot umfasst bis zu 650.000 neu ausgegebene Aktien aus einer Kapitalerhöhung der Gesellschaft sowie bis zu 1,8 Mio. bestehende Aktien der SMAG Group GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Private-Equity-Hauses AEQUITA SE & Co. KGaA aus München. Darüber hinaus können nach gestrigen Angaben im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption bis zu 367.500 weitere bestehende Anteilsscheine aus dem Bestand der SMAG Group GmbH platziert werden.
Auf Basis des Mittelwerts der Preisspanne (50 EUR je Aktie) beliefe sich das gesamte Emissionsvolumen – bei vollständiger Ausübung der üppigen Greenshoe-Option – auf rund 140,9 Mio. EUR, davon stammten dann nur 23 % aus der Kapitalerhöhung, 77 % aus Umplatzierung. Der Börsenwert des neuen Small Cap-Börsennovizen errechnet sich mit 260 bis 305 Mio. EUR, je nachdem wo man mit dem Pricing landet. Nach Abschluss des Angebots und unter Annahme der vollständigen Ausübung der Greenshoe-Option bliebe AEQUITA mit 50,1 % Mehrheitseigner, der Streubesitz beliefe sich auf 49,9 %.
Frisches Kapital für die nächste Wachstumsphase

„Mit unserer einzigartigen Position als führender Hersteller von selbsttragenden mobilen Mastsystemen, einem Gesamtauftragsbestand von 1,4 Mrd. EUR und klaren mittelfristigen Zielen verfügen wir über eine starke operative Basis und eine hervorragende Umsatzprognose“, kommentierte SMAG-Vorstandschef Ulrich Feindt.
Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen vor allem in Automatisierungstechnologien zur Steigerung von Produktionseffizienz und Durchsatz, in den Ausbau der Fertigungskapazitäten sowie in die Erweiterung der Vertriebsorganisation und internationalen Vertriebsstrukturen fließen, so das Unternehmen. Geplant sei unter anderem, die Produktionsfläche am Standort Salzgitter bis Ende 2027 auf mehr als 20.000 Quadratmeter auszubauen. Zudem soll der Erlös die Betriebsmittelfinanzierung stärken und die finanzielle Flexibilität erhöhen, um das weitere Wachstum angesichts des hohen Auftragsbestands zu unterstützen.
Bewertung
SMAG peilt für 2026 bereits Erlöse von 55 bis 60 Mio. EUR sowie eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 19 und 21 % an. Gemessen an der mittleren Marktkapitalisierung von 280 Mio. EUR ergibt sich daraus ein EBIT-Multiple von rund 23 bis 26. Damit liegt die Bewertung über dem Niveau vieler vergleichbarer Unternehmen aus dem Defense-Bereich. Der Angebotspreis reflektiert somit bereits das schnelle Wachstum: Im Jahr 2024 lag der Umsatz noch bei rund 27 Mio. EUR. Mit Blick auf die Relation von Marktwert und Umsatz (KUV) liegt SMAG im Branchenvergleich mit einem KUV von 4,7 bis 5,1 am oberen Ende der Bewertungsspanne. Hensoldt und Vincorion kommen auf Basis der für 2026 erwarteten Umsätze auf ein KUV von jeweils 2,8 und U-Boot-Ausrüster Gabler auf 3,1. Die Bewertungen der jüngsten Defense-Börsengänger Vincorion und Gabler Group kamen nach anfänglicher Euphorie jeweils etwa 20 % zurück.
Fazit
SMAG bringt eine spannende Wachstumsstory an den Kapitalmarkt: Der Spezialist für mobile Antennenmastsysteme profitiert von steigenden Ausgaben für Verteidigung, Kommunikation und kritische Infrastruktur. Der gerade in Relation zum noch kleinen Unternehmen hohe Auftragsbestand von 1,4 Mrd. EUR sowie die geplanten Investitionen in Kapazitäten und Automatisierung sprechen für großes Potenzial und beschleunigtes Wachstum. Ein großer Teil dieser Zukunft scheint allerdings bereits im Angebotspreis enthalten zu sein. Darüber hinaus gehen 80 Prozent der Platzierung – sollte diese gelingen – im Rahmen einer Umplatzierung an den Eigentümer Aequita, und nur etwas über 20 Prozent als frisches Kapital ins Unternehmen. Gelingt die Skalierung des Geschäfts, könnte die Bewertung langfristig gerechtfertigt sein – bleibt das Wachstum hinter den hohen Erwartungen zurück, besteht die Gefahr, dass das Kurspotenzial beim Small Cap SMAG bei Börsenstart bereits ausgereizt ist und die Aktie im Aftermarket günstiger zu haben sein wird.
Autor/Autorin

Christian Euler
Christian Euler gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de) und ist regelmäßig Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Als Redakteur beschäftigt er sich schon seit über 20 Jahren mit Wirtschaft und Finanzen.




