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Derzeit verdichten sich die Anzeichen, dass der Münchener Finanzinvestor Mutares seine Beteiligung an dem Ulmer Feuerwehrtechnik- und Brandschutzfahrzeug-Hersteller Magirus verkauft oder an die Börse bringt. Dies hatte Mutares bereits Ende April im Zuge des Berichts zum Geschäftsjahr 2025 angedeutet. Heute vermeldet der Finanzinvestor, dass Magirus mit einem Auftragseingang auf Rekordniveau dynamisch in das erste Quartal 2026 gestartet ist und die Vorbereitungen für einen Exit-Prozess eingeleitet werden. Von Gian Hessami


Magirus: Vor dem Sprung in die schwarzen Zahlen

Im ersten Quartal erzielte Magirus einen Umsatz von 85 Mio. EUR. Damit ist das Unternehmen laut Mutares „klar auf Kurs, die Gewinnschwelle zu erreichen“. Der starke Auftragseingang hat demnach zu einem Auftragsbestand von mehr als 880 Mio. EUR für die kommenden Jahre geführt. „Das Quartal wurde durch einen Auftragseingang auf Rekordniveau, eine verbesserte operative Effizienz und eine starke Nachfrage in den europäischen Kernmärkten sowie internationalen Märkten unterstützt“, teilt Mutares heute mit. Das Programm zur Verbesserung der operativen Leistung schreite voran, liefere Effizienzgewinne und unterstütze ein strukturell höheres Profitabilitätsprofil.

Magirus Defense: Wachstumsstarkes Segment mit attraktivem Portfolio

Ein hoffnungsvolles Geschäftsfeld von Magirus ist der Defense-Bereich. Mit der Übernahme von Achleitner Fahrzeugbau im Oktober 2025 und deren Rebranding in Magirus Defense Systems nutzt die Gesellschaft ihre bestehenden langjährigen militärischen Kundenbeziehungen, indem sie ihr Portfolio in Richtung Verteidigungsfahrzeuge und Systemlösungen erweitert. „Diese strategische Erweiterung in einen der attraktivsten Wachstumsbereiche Europas – getragen von steigenden Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben – positioniert Magirus Defense Systems dafür, eine zusätzliche EBIT-Margenausweitung zu erzielen und einen bedeutenden Beitrag zur Profitabilität der Magirus-Gruppe zu leisten“, so Mutares. Dies werde bereits durch einen Großkundenauftrag für die Survivor-Fahrzeugplattform untermauert.

IPO als Option!

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft prüft derzeit konkrete strategische Optionen zur Wertrealisierung von Magirus – darunter einen möglichen Verkauf oder einen Börsengang (IPO). „Eine solche Transaktion würde nicht nur die Kapitalbasis von Magirus stärken, sondern auch die finanzielle Flexibilität erhöhen, um weiterhin profitables Wachstum zu unterstützen, sowohl organisch als auch durch selektive Akquisitionen, flankiert von laufenden Investitionen in Innovation“, so Mutares.

Mutares hatte bereits Ende April den Kauf von Magirus als „zentrales Highlight im Geschäftsjahr 2025“ bezeichnet. Die global etablierte Marke stehe für technologische Exzellenz, eine starke internationale Marktposition und ein robustes Endmarktprofil. Durch die Add-on-Akquisition der Achleitner Fahrzeugbau GmbH sei zudem die strategische Positionierung zusätzlich geschärft worden.

Über Magirus

Magirus stellt in erster Linie Feuerwehrfahrzeuge und -ausrüstungen her. Das Unternehmen entstand 1996 unter dem Namen Iveco Magirus Brandschutztechnik durch die Ausgliederung der Brandschutzsparte der Iveco Magirus. Im September 2013 wurde das Unternehmen in Magirus umfirmiert. Magirus gehörte ursprünglich zum italienischen Nutzfahrzeughersteller Iveco und wurde im Januar 2025 von der Iveco Group an Mutares verkauft.

Fazit

Mutares will seine Beteiligung Magirus veräußern oder an die Börse bringen. Damit könnten die Münchener das erfolgreiche Exit-Geschäft aus 2025 in diesem Jahr fortsetzen. Hinzu kommt, dass Magirus mit seinen Verteidigungs- und Sicherheitsfahrzeugen den boomenden Defense-Markt bedient und damit noch stärker in den Blickpunkt von Investoren geraten dürfte. Die „Marke Magirus“ ist vor allem hierzulande bekannt, braucht nicht groß erklärt werden und könnte bei einem möglichen Börsengang auf dem Parkett für große Aufmerksamkeit sorgen. Nach den gut gemachten Exits über den Kapitalmarkt von Steyr Motors (Frankfurt) und Terranor (Stockholm) interessieren sich sicher auch viele Anleger dafür. Mutares hatte anders als viele andere Initiatoren beim Börsenlisting jeweils moderate Bewertungen gewählt, und dann in steigende Kurse hinein die Möglichkeit genutzt, sich von Anteilen zu trennen und den Exit zu vollziehen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, über die auch wir als Kapitalmarkt Plattform GoingPublic gerne weiter berichten.

Autor/Autorin

Gian Hessami
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Gian Hessami gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Als Finanzjournalist beleuchtet er regelmäßig aktuelle Entwicklungen an der Börse und ist Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004.