Bildnachweis: © 2026 Mutares SE & Co. KGaA.
Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares (ISIN: DE000A2NB650) hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Umsatz von 5,3 Mrd. EUR (2024) auf 6,5 Mrd. EUR gesteigert – der Gewinn (Jahresüberschuss) kletterte von 108,3 Mio. EUR (2024) auf 130,4 Mio. EUR, wie Mutares heute (28.04.2026) mitgeteilt hat. Der Konzern will bis 2030 Umsatz und Gewinn jährlich um mindestens 25 % steigern. Nach der Verkündung der jüngsten Geschäftszahlen am Dienstag stieg die Mutares-Aktie bis zum Nachmittag um 1,4 % auf rund 25 EUR. Von Gian Hessami
Erfolgreiches Exit-Geschäft
Wesentlicher Grund für das anziehende Geschäft im vergangenen Jahr war laut dem Unternehmen die verstärkte Exit-Aktivität, insbesondere der vollständige Ausstieg beim Motorenhersteller Steyr Motors. Nach dem erfolgreichen Börsengang von Steyr Motors im Geschäftsjahr 2024 und einer schrittweisen Reduzierung der Beteiligung veräußerte Mutares im November 2025 den verbliebenen Anteil von 23 % im Rahmen einer stark nachgefragten Privatplatzierung vollständig an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland. Über die gesamte Haltedauer erzielte Mutares einen Bruttoerlös von über 170 Mio. EUR sowie einen Return on Invested Capital (ROIC) deutlich oberhalb der Zielspanne. Der vollständige Exit bei der Gesellschaft ist laut Mutares die bislang erfolgreichste Investition in der Unternehmensgeschichte und als „besonderer Meilenstein“ bei Mutares zu sehen.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag 2025 bei rund 675 Mio. EUR (Vorjahr: 117 Mio. EUR) – unterstützt durch Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) und den positiven Beiträgen der Exits des Geschäftsjahres. „Mutares hat den Ausbau des Portfolios im Berichtsjahr mit hoher Geschwindigkeit vorangetrieben. Im Fokus standen skalierbare Plattform-Investments, gezielte Add-on-Akquisitionen sowie die konsequente Internationalisierung – insbesondere in China und den USA“, teilte der Konzern mit.
Kauf von Magirus als Highlight
Als „zentrales Highlight“ im Geschäftsjahr 2025 bezeichnet Mutares den Erwerb von Magirus als neue Plattform im Bereich einsatzkritischer Spezialfahrzeuge im Segment Infrastructure & Special Industry. Die global etablierte Marke stehe für technologische Exzellenz, eine starke internationale Marktposition und ein robustes Endmarktprofil. Durch die Add-on-Akquisition der Achleitner Fahrzeugbau GmbH sei zudem die strategische Positionierung zusätzlich geschärft worden: „Das Portfolio wird gezielt um Verteidigungs- und Sicherheitsfahrzeuge erweitert, wodurch sich der adressierbare Markt deutlich vergrößert und zusätzliche Synergien in Vertrieb und Internationalisierung entstehen“, so Mutares.
Magirus mit starkem Jahresauftakt und konkreten Exit-Optionen
Die Magirus-Beteiligung ist laut Mutares „dynamisch in das Jahr 2026 gestartet und verzeichnet weiterhin ein hohes operatives Momentum“. Der Auftragseingang im ersten Quartal lag auf Rekordniveau, der Auftragsbestand beträgt deutlich über 800 Mio. EUR. Im ersten Quartal zeigten die Indikatoren bedeutende Fortschritte hin zu einer nachhaltig profitablen und skalierbaren Plattform. Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen laut Mutares aus dem Ausbau des Defense-Geschäfts, das attraktive Margenpotenziale biete. Vor diesem Hintergrund prüft Mutares konkrete strategische Optionen zur Wertrealisierung, darunter einen möglichen Börsengang oder einen Verkauf.
„Mit Magirus haben wir eine echte Perle im Portfolio, die durch die Expansion in den Defense-Sektor, den Ausbau des After-Sales-Bereichs und die profitable Steigerung des Outputs in Kombination mit dem vorhandenen Auftragsbestand über signifikantes Wachstumspotenzial verfügt. Der 2025 erfolgreich realisierte Rekord-Exit bei Steyr Motors ist im Grunde die Blaupause für Magirus, wobei Magirus größer und aktuell eine der vielversprechendsten Beteiligungen im Mutares-Portfolio ist – entsprechend hoch sind die Erwartungshaltungen“, kommentiert CIO Johannes Laumann.
Lukrative Exits in Sicht
Die hohe Exit-Dynamik setzt sich nach Angaben von Mutares auch im laufenden Geschäftsjahr 2026 fort. So sei mit dem erfolgreichen Verkauf von Kalzip, WIJ Special Media (vormals Teil von Prénatal) und der inTime Group sowie der unterzeichneten Vereinbarungen zum Verkauf von Relobus und Conexus das Portfolio optimiert worden. Darüber hinaus erwartet Mutares im weiteren Jahresverlauf „zusätzliche attraktive Exits mit erheblichem Wertschöpfungspotenzial, insbesondere bei Beteiligungen aus den Bereichen Defense, Energie und Energieinfrastruktur im Segment Engineering & Technology“.
In einem teilweise weiterhin herausfordernden Marktumfeld, insbesondere im Segment Automotive & Mobility sowie in Teilen des Segments Goods & Services, haben die Portfoliounternehmen von Mutares im Geschäftsjahr 2025 umfassende Restrukturierungs- und Transformationsprogramme initiiert und/oder weiter umgesetzt. Mutares blickt trotz bestehender konjunktureller und geopolitischer Unsicherheiten vor dem Hintergrund der forcierten internationalen Expansion optimistisch in die Zukunft.
Mutares ist darauf spezialisiert, Unternehmen – insbesondere Unternehmensteile großer Konzerne (Carve-outs) – in Umbruchsituationen oder mit Restrukturierungsbedarf kostengünstig zu übernehmen. Ziel der Strategie ist es, das Entwicklungspotenzial der übernommenen Firmen durch Turnaround-Prozesse zu nutzen und die Unternehmen auf einen stabilen und profitablen Wachstumspfad zu führen.

Fazit
Mutares ist auf einem guten Weg. Das zeigt die positive Geschäftsentwicklung aus dem vergangenen Jahr. Ein wesentlicher Grund dafür ist die hohe Exit-Dynamik. Bis zum Jahr 2030 hat das Unternehmen ambitionierte Ziele. Börsianer waren bislang allerdings offenbar weniger zuversichtlich: Auf Sicht der vergangenen 12 Monate büßte die Aktie rund 32 % an Wert ein. Für spekulative Anleger könnte jetzt ein günstiger Einstiegsmoment gekommen sein. Andererseits könnte die hohe Volatilität des Titels Investoren abschrecken.
Autor/Autorin

Gian Hessami
Gian Hessami gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Als Finanzjournalist beleuchtet er regelmäßig aktuelle Entwicklungen an der Börse und ist Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004.





