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Die Aqarios GmbH ist über eine SPAC-Transaktion mit der Fonterelli SPAC 4 AG an die Börse gegangen. Mit der Handelsregistereintragung der Sacheinlage wurde Aqarios eine 100%ige Tochtergesellschaft der bisherigen SPAC-Gesellschaft, die künftig als Aqarios Quantum Technologies AG firmiert. Die Aktien werden im Freiverkehr der Börse Düsseldorf gehandelt.


Aqarios wurde 2021 als Spin-off der Ludwig-Maximilians-Universität München gegründet und beschäftigt nach Unternehmensangaben 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt Quantensoftware zur Optimierung komplexer industrieller Problemstellungen, etwa in Lieferketten, Energienetzen, Produktionsplänen und Investmentportfolios. Zu den bisherigen Projektpartnern zählen dem Unternehmen zufolge unter anderem BASF, E.ON und MTU Aero Engines.

SPAC-Transaktion über Sachkapitalerhöhung

Der Börsengang erfolgte über die bereits im Freiverkehr der Börse Düsseldorf notierte Fonterelli SPAC 4 AG. Deren außerordentliche Hauptversammlung hatte im Mai 2026 eine Sachkapitalerhöhung um 2,25 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR beschlossen. Im Gegenzug wurden sämtliche Geschäftsanteile an der Aqarios GmbH eingebracht.

Nach Angaben der früheren Fonterelli SPAC 4 AG stieg die Zahl der Aktien damit von 250.000 auf 2.500.000 Stück. Die Gesellschaft führt die WKN A40UU4 und die ISIN DE000A40UU44. Bereits Anfang Juli hatte Fonterelli zudem eine geplante Pflichtwandelanleihe mit einem Wandlungspreis von 6,00 EUR je Aktie gemeldet.

Luna als zentrale Plattform

Kern des Geschäfts ist die hauseigene Plattform Luna. Sie soll Unternehmen den Zugang zu Quantencomputing ermöglichen, ohne dass diese eigene Quantenexpertise aufbauen müssen. Die Plattform stellt dafür Software und Algorithmen bereit, mit denen Optimierungsaufgaben in verschiedenen Branchen bearbeitet werden können.

Nach Angaben des Unternehmens ist Luna hardware-agnostisch angelegt. Kunden sollen also nicht an einen einzelnen Anbieter von Quantencomputern gebunden sein. Zudem verbindet die Plattform klassisches und quantenbasiertes Rechnen. Die Plattform wurde unter anderem mit dem Quantum Effects Award 2025 in der Kategorie Quantencomputing-Software und -Algorithmen ausgezeichnet.

Forschungsprojekte und Industriepartner

Aqarios ist in mehreren Forschungs- und Industrieinitiativen aktiv. Im Verbundvorhaben QuCUN, dem Quantum Computing User Network, arbeitet das Unternehmen mit SAP, BASF und der LMU München an einem offenen Quantencomputing-Ökosystem für Deutschland. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt verfügt nach Angaben der Gesellschaft über ein Gesamtfördervolumen von 14,2 Mio. EUR.

Auch konkrete Branchenprodukte sollen entstehen. Gemeinsam mit dem Fintech-Unternehmen Divizend GmbH entwickelt Aqarios ein Produkt zur Portfoliooptimierung für den Finanzsektor, das nach Unternehmensangaben in Kürze auf den Markt kommen soll.

Einnahmen im niedrigen Millionenbereich

Aqarios erzielt Einnahmen aus Kundenumsätzen sowie aus Fördermitteln. In den Geschäftsjahren 2023 bis 2025 lagen die Einnahmen nach Unternehmensangaben zwischen 1.160 TEUR und 1.371 TEUR. Die Jahresergebnisse bewegten sich in diesem Zeitraum zwischen 193 TEUR und -459 TEUR.

Die Verluste begründet das Unternehmen mit höheren Aufwendungen für die Entwicklung der Plattform Luna. Diese soll künftig die Grundlage für eine Skalierung des Geschäfts bilden. Durch den Börsengang erwartet Aqarios eine höhere Sichtbarkeit für Quantencomputing und die eigene Plattform.

Aktionärsstruktur und Management

Das Grundkapital der Aqarios Quantum Technologies AG beträgt nach Unternehmensangaben 2,5 Mio. EUR und ist in auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die T.A.R Equity GmbH hält rund 60% der Aktien, der übrige Anteil ist breit gestreut. Vorstand und Führungskräfte können über ein Incentive-Programm in den kommenden vier Jahren bis zu 10% der Aktien zum Nennwert erwerben.

Vorstand ist Michael Lachner, Mitgründer von Aqarios und weiterhin Geschäftsführer der Aqarios GmbH. Dem Aufsichtsrat gehören Dr. Sebastian Kern als Vorsitzender, Dr. Sebastian Feld als stellvertretender Vorsitzender sowie Dr. Thomas Gabor an.

Fazit

Mit der SPAC-Transaktion bringt Aqarios ein junges Quantensoftware-Unternehmen an die Börse Düsseldorf. Das Geschäftsmodell verbindet industrielle Optimierungssoftware, Forschungsförderung und erste Branchenanwendungen. Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, wie stark sich die Luna-Plattform über Projekte und Partnerschaften hinaus in kommerzielle Anwendungen überführen lässt.

Aqarios

Börsennotiz 2026 im Freiverkehr der Börse Düsseldorf
Börsengang Über SPAC-Transaktion mit der Fonterelli SPAC 4 AG
Rechtsform Aqarios Quantum Technologies AG
Gründung 2021 (Spin-off der LMU München)
Geschäft Quantensoftware für industrielle Optimierung
Mitarbeitende 15
Grundkapital 2,5 Mio. Euro
Aktienanzahl 2.500.000 Stück
WKN / ISIN A40UU4 / DE000A40UU44
Vorstand Michael Lachner

Autor/Autorin

Die Redaktion der Kapitalmarkt Plattform GoingPublic (Magazin, www.goingpublic.de, LinkedIn Kanal, Events) widmet sich seit Dezember 1997 den aktuellen Trends rund um die Finanzierung über die Börse. Ob Börsengang (GoingPublic) oder die vielfältigen Herausforderungen für börsennotierte Unternehmen (Being Public), präsentiert sich GoingPublic cross-medial als Kapitalmarktplattform für Emittenten und Investment Professionals.