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Das IPO von SMAG Mobile Antenna Masts (ISIN: DE000A42FR12) ist am heutigen Montag in einem herausfordernden Marktumfeld schwach ausgefallen. Zum Handelsstart auf Xetra notierte die Aktie bei 35 EUR und damit deutlich unter dem Ausgabepreis von 46 EUR. Die zuletzt hohe Dynamik bei Rüstungswerten hat deutlich nachgelassen. Wer trotz der Bedenken von GoingPublic gezeichnet hat, liegt jetzt bereits in einem Minus von 30%. Von Christian Euler


Im weiteren Handelsverlauf fiel der Kurs zeitweise auf 30,80 EUR. Zum Vergleich: Die Preisspanne lag bei 46 bis 54 EUR (GoingPublic berichtete). Die Aktien sind nun im Scale-Segment des Freiverkehrs der Frankfurter Börse gelistet. Begleitet wurde der Börsengang von Cantor als alleinigem Global Coordinator und Bookrunner. Es ist der fünfte klassische Börsengang in Deutschland und nach Vincorion sowie Gabler das dritte Rüstungs-IPO in diesem Jahr. Der Panzerbauer KNDS hatte seinen Börsengang hingegen zu Monatsanfang vertagt.

Die 1974 in Salzgitter gegründete SMAG zählt sich zu den führenden europäischen Herstellern selbsttragender, abspannfreier mobiler Antennenmastsysteme. Angaben der Deutschen Börse zufolge wurden insgesamt 2.817.500 Aktien platziert. Davon entfielen 650.000 auf neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung, 1.800.000 auf bestehende Aktien der Altaktionärin SMAG Group GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Beteiligungsgesellschaft AEQUITA, sowie 367.500 Aktien aus der Mehrzuteilungsoption.

Erlös soll Wachstum beschleunigen

Auf Basis der insgesamt ausstehenden 5,65 Mio. Aktien und einem aktuellen Kurs von EUR 32,70 beläuft sich der Börsenwert auf knapp 185 Mio. EUR. Unter Einbeziehung der Greenshoe-Option beläuft sich das Platzierungsvolumen auf rund 129,6 Mio. EUR. Aus der Kapitalerhöhung wurde ein Bruttoerlös von rund 29,9 Mio. EUR erzielt. Nach dem Börsengang verbleibt AEQUITA nach vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option mit rund 50,1 % an SMAG beteiligt, während sich der Streubesitz auf etwa 49,9 % beläuft.

Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen nun die nächste Wachstumsphase finanzieren. Im Fokus stehen der Ausbau der Automatisierungstechnik, die Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Salzgitter auf mehr als 20.000 Quadratmeter bis Ende 2027 sowie der Ausbau der Vertriebsorganisation. Darüber hinaus will das Unternehmen sein Betriebskapital stärken, um das weitere Wachstum angesichts des hohen Auftragsbestands zu finanzieren.

Ehrgeizige Margenziele

Der Umsatz stieg 2025 auf 34,0 Mio. EUR, nach 26,9 Mio. EUR im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr prognostiziert das Management neben Erlösen zwischen 55 und 60 Mio. EUR eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 19 und 21 %. Mittelfristig werden eine bereinigte EBIT-Marge von rund 35 % sowie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von mehr als 40 % angestrebt.

Auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung ergibt sich ein mittleres EBIT-Multiple von 16 und damit ein Bewertungsniveau, das in etwa den Multiples von Gabler und Vincorion entspricht. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf Basis der für 2026 erwarteten Erlöse beläuft sich auf 3,2 und liegt damit leicht über dem der Vergleichsunternehmen.

Fazit

Der missglückte Börsenstart dürfte weniger Ausdruck operativer Schwächen als vielmehr der derzeit gedämpften Stimmung gegenüber Rüstungswerten sein. SMAG verfügt über eine attraktive Nischenposition im Markt für mobile Antennenmastsysteme, einen hohen Auftragsbestand und ambitionierte Wachstumspläne. Mit Blick auf das niedrige Kursniveau hat sich die Bewertung gegenüber dem Ausgabepreis deutlich reduziert und bewegt sich inzwischen auf dem Niveau vergleichbarer Unternehmen. Ob SMAG die geplante Skalierung und die angestrebte Margensteigerung realisieren kann, muss sich aber erst noch zeigen.

martinjoppen.de
WKN / ISIN A42FR1/ DE000A42FR12
Branche Defense
Gründungsjahr 1974
Börsenstart 13. Juli 2026
Umsatz 2025 34,0 Mio. EUR
Auftragsbestand (31. Dez. 2025) 1,4 Mrd. EUR
Mitarbeiter 170
Kurs aktuell 32,70 EUR
Market Cap 185 Mio. EUR
Internet www.smag.de

Autor/Autorin

Christian Euler
Redakteur at GoingPublic Media AG

Christian Euler gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de) und ist regelmäßig Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Als Redakteur beschäftigt er sich schon seit über 20 Jahren mit Wirtschaft und Finanzen.