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Der Labordienstleister Synlab ist heute in den Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse gestartet. Es hätte besser laufen können: Der erste Kurs des Unternehmens lautete auf 18 EUR und lag damit nicht höher als der Ausgabepreis. Inzwischen stieg das Papier minimal und liegt bei 18,58 EUR.

Schon im Vorfeld des Handelsstarts hatte der Labordienstleister die Erwartungen nach unten korrigiert – trotz Profiten durch die Corona-Pandemie. Den Ausgabepreis legte Synlab am untersten Ende der zuvor angegebenen Spanne von 18 EUR bis 23 EUR fest. 42,9 Millionen Aktien wurden ausgegeben, 22,2 Millionen Papiere im Rahmen einer Kapitalerhöhung.

Lesen Sie hier unsere umfassende Analyse des Synlab IPOs.

Zudem haben die Altaktionäre nicht wie geplant 27,5 Millionen Aktien auf den Markt gebracht, sondern lediglich 20,7 Millionen. Damit hat sich der Traum vom Milliarden-IPO erledigt. Das Emissionsvolumen liegt nun bei 772 Mio. EUR – statt 1,5 Mrd. EUR. Synlab startet mit einem Börsenwert von rund 4 Mrd. EUR, einschließlich Verbindlichkeiten wird die Firma mit 5,9 Mrd. EUR bewertet.

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Laut Mitteilung der mandatierten Banken haben Investoren vermehrt in Frage gestellt, ob der Labordienstleister auch nach dem Ende der Corona-Pandemie das hohe Ertragsvolumen erreichen könne. Die Ratingagentur Fitch schätzt, dass 20% der Synlab-Erlöse auf das Virus zurückzuführen sind.

Synlab gehört mit der Neuemission zu den mittelgroßen IPOs dieses Jahres. Auto1 hatte im Februar 1,8 Mrd. EUR Bruttoerlös erreicht, Vodafones Funkturmsparte Vantage Towers 2,3 Mrd. EUR. Dazu kommen die Börsengänge von FRIEDRICH VORWERK und die erste SPAC-Emission seit mehr als zehn Jahren, die Lakestar SPAC I SE, sowie das kleinere IPO der International School Augsburg.

Hier finden Sie unsere Analysen zu Auto1, Vantage Towers, Lakestar SPAC I und der ISA sowie FRIEDRICH VORWERK

Die Pipeline ist gut gefüllt: das Softwareunternehmen Suse, der Elektronikentwickler Katek, die 468 SPAC I SE und hGears sowie Apontis Pharma haben ihre IPOs noch im zweiten Quartal 2021 angekündigt. Die Beratungsgesellschaft EY rechnet mit zwölf bis 16 Börsengängen in diesem Jahr.

Hier lesen Sie das Interview mit EY-Partner Dr. Martin Steinbach zum IPO-Jahr.