Bildnachweis: Immunic | Alessandra Schellnegger.
Das Biotechnologieunternehmen Immunic, Inc. (Nasdaq: IMUX, Börsenwert rund 165 Mio. EUR) stellt sich an der Unternehmensspitze neu auf und hat den langjährigen Roche- und Genentech-Manager Erik Lundgren zum neuen Chief Executive Officer berufen. Der Führungswechsel erfolgt in einer entscheidenden Phase, in der das Unternehmen den Übergang vom forschungsgetriebenen Biotech hin zu einem potenziell kommerziellen Spezialisten für Multiple Sklerose (MS) vorbereitet.
Lundgren, der am 22. Mai 2026 ernannt wurde und seine Tätigkeit zum 1. Juni aufnehmen wird, folgt auf Daniel Vitt, der künftig die wissenschaftliche Strategie und Pipeline-Entwicklung verantwortet und weiterhin im Vorstand verbleibt. Der Wechsel unterstreicht die strategische Neuausrichtung hin zur möglichen kommerziellen MS-Plattform.
Neue Ausrichtung der Unternehmensspitze
Im Zentrum der Unternehmensstrategie steht weiterhin der orale MS-Wirkstoff Vidofludimus Calcium, der sich in der entscheidenden Phase-III-Entwicklung befindet. Mit der laufenden ENSURE-Studie bei schubförmiger MS (RMS) sowie einer geplanten Phase-III-Studie bei primär progressiver MS (PPMS) nähert sich Immunic wichtigen regulatorischen Meilensteinen, einschließlich einer möglichen NDA-Einreichung und späteren Markteinführung.
Der neue CEO bringt umfassende Erfahrung in der globalen Vermarktung neurologischer Blockbuster mit. Besonders seine Rolle bei der Einführung von Ocrevus® bei Roche gilt im Markt als Referenz für erfolgreiche MS-Kommerzialisierung. Lundgren leitete zuletzt die globale kommerzielle Portfolio-Organisation bei Genentech und verantwortete zuvor unter anderem die operative Führung von Roche in Tschechien.
Fokus auf Vidofludimus Calcium und MS-Pipeline

„Ich sehe Immunic in einer einzigartigen Position, innovative Therapien für MS bis zur möglichen Marktreife zu führen“, erklärte Lundgren anlässlich seiner Ernennung. Besonders betonte er das Potenzial von Vidofludimus Calcium, sowohl entzündliche als auch neurodegenerative Krankheitsmechanismen adressieren zu können.
Auch die Aufsichtsgremien sehen in der Personalie einen zentralen Schritt in Richtung nächste Entwicklungsstufe. Verwaltungsratschef Michael W. Bonney hob insbesondere Lundgrens Erfahrung im globalen MS-Markt hervor und verwies auf die anstehenden Phase-III-Daten als potenziellen Wendepunkt für das Unternehmen.
Phase-III-Daten als zentraler Katalysator
Die Berufung erfolgt in einer Phase erhöhter Erwartungen: Topline-Daten der RMS-Studie werden bis Ende 2026 erwartet und könnten den Weg für eine mögliche Zulassung und spätere Kommerzialisierung ebnen. Parallel bereitet Immunic ein erweitertes Phase-III-Programm in progressiver MS vor, das mittelfristig zusätzliche Wachstumsperspektiven eröffnen soll.
Mit dem Führungswechsel verstärkt Immunic die Transformation hin zu einem kommerziell ausgerichteten Neurologie-Unternehmen. Ob dieser Schritt von Erfolg gekrönt ist, wird maßgeblich von den anstehenden klinischen Daten und regulatorischen Entscheidungen abhängen.
Fazit
Der CEO-Wechsel war angekündigt, ist nun vollzogen und unterstreicht die konsequente Fortsetzung der bereits eingeleiteten strategischen Transformation. Man darf gespannt sein auf die weitere Investment-Story. Die Anleger goutierten die Entwicklung am gestrigen 27. Mai bereits mit rund 8 % Kursplus.
Autor/Autorin
Die Redaktion der Kapitalmarkt Plattform GoingPublic (Magazin, www.goingpublic.de, LinkedIn Kanal, Events) widmet sich seit Dezember 1997 den aktuellen Trends rund um die Finanzierung über die Börse. Ob Börsengang (GoingPublic) oder die vielfältigen Herausforderungen für börsennotierte Unternehmen (Being Public), präsentiert sich GoingPublic cross-medial als Kapitalmarktplattform für Emittenten und Investment Professionals.






