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Seit langem an der Börse erwartet, macht VW nun mit einem zweiten IPO-Anlauf der 100%-Tochter Traton Ernst: Die Zeichnungsfrist läuft planmäßig bis zum 27. Juni, die Bookbuilding-Spanne wurde mit 27 bis 33 EUR festgelegt. Der 28. Juni ist voraussichtlich erster Handelstag.

Seit 1979 hat sich der Fahrzeughersteller VW nach und nach in den Nutzfahrzeugbereich eingekauft. Zunächst wurde die Chrysler-Tochter in Brasilien übernommen, nach der Jahrtausendwende wurden erst Beteiligungen, dann Mehrheiten an den etablierten Lastwagenherstellern Scania und MAN erworben. Erst Mitte 2018 wurde der Sitz von VW Truck & Bus von Braunschweig nach München verlegt sowie der neue Name Traton angenommen.

Mit dem Börsengang von Traton und weiteren Töchtern will der VW-Konzern zum einen den inneren Wert des Konglomerats sichtbar machen und den Bewertungsabschlag des intransparenten Firmengeflechts abstreifen, zum anderen soll Traton durch die Entlassung in die relative Selbständigkeit neue Dynamik entwickeln. Dezidiert ist im Prospekt von erhöhter Flexibilität und eigenständigem Zugang zum Kapitalmarkt die Rede.

Emission

Die Bookbuilding-Spanne beträgt 27 bis 33 EUR und wurde bereits im Vorfeld der Genehmigung des Wertpapier-Prospektes durch die BaFin am 14. Juni bekanntgegeben. Die Erstnotiz der Traton Aktie ist für den 28. Juni im Prime Standard der Frankfurter Börse geplant. Darüber hinaus wird die Aktie auch an der Börse Stockholm notiert werden, um dem Gewicht der schwedischen Marke Scania Rechnung zu tragen.

Traton meldete zeitgleich mit den Details zum Börsengang auch, dass der schwedische Pensionsfonds AMF Aktien im Wert von 200 Mio. EUR zeichnen werde. Insgesamt wird das Emissionsvolumen zwischen 1,55 und 1,9 Mrd. EUR. betragen, abhängig von Emissionspreis und Ausübung der Mehrzuteilungsoption. Der bisherige 100%-Eigentümer VW trennt sich von 50 Mio. nennwertlosen Aktien und stellt weitere 7,5 Mio. Aktien für den Greenshoe zur Verfügung. Insgesamt sind 500 Mio. Aktien zum Handel zugelassen. Eine Kapitalerhöhung findet nicht statt.

Der Emissionserlös fließt also vollständig VW zu, soll jedoch in der Nutzfahrzeugsparte verbleiben. Der Streubesitz wird entsprechend zwischen 10 und 11,5% betragen. Der Börsenwert von Traton beträgt somit 13,5 bis 16,5 Mrd. EUR. VW verpflichtet sich zu einer Lock-up Periode von sechs Monaten. Noch beim ersten, dann abgesagten IPO-Versuch vor wenigen Wochen stand eine Streubesitzquote von bis zu 25% und eine Unternehmensbewertung von 25 Mrd. EUR im Raum.

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