Bildnachweis: MRSSHAHIDA – stock.adobe.com .

Die auf Photovoltaik-Lösungen spezialisierte Helios Solar AG (ISIN DE000A42D2N5, WKN: A42D2N) hat ihren Wertpapierprospekt veröffentlicht und strebt den Gang in den General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse an. Mit dem Börsengang soll vor allem die Expansion in Europa beschleunigt und die Finanzierung internationaler Solarparks bzw. -projekte auf eine breitere Basis gestellt werden. Von Christian Euler


Dato´ Ong Thuan Ming, Vorstandschef Helios Solar || Foto: Helios Solar

Die Börsennotierung soll nach eigenen Angaben die internationale Sichtbarkeit erhöhen, den Zugang zu institutionellen Investoren erleichtern und zusätzliche finanzielle Flexibilität für die Umsetzung der Wachstumsstrategie schaffen. „Die geplante Aufnahme in den regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse schafft die Voraussetzungen, um unsere internationale Expansion voranzutreiben und unsere Position als innovativer Anbieter von Solarlösungen weiter auszubauen”, kommentierte Helios Solar-Vorstandschef Dato´ Ong Thuan Ming am 3. Juni.

Als begleitende Bank ist die Small & Mid Cap Investmentbank (SMC) beauftragt. Geplant ist die Platzierung von bis zu 7,6 Mio. Aktien zu einem Ausgabepreis von 4,00 EUR je Anteilsschein während der Angebotsfrist 22. Juni bis 6. Juli. Die Erstnotiz soll am 28. Juli erfolgen. Bei insgesamt 38 Mio. Aktien errechnet sich ein Börsenwert von 152 Mio. EUR. Die erwarteten Erlöse von rund 30 Mio. EUR sollen auch die internationale Expansion beschleunigen und die Wachstumsstrategie des Unternehmens auf eine breitere finanzielle Basis stellen. Mit 58,8 % soll der Großteil der Mittel in den Ausbau des Kerngeschäfts in Malaysia fließen. Dort plant Helios Solar, strategische Partnerschaften mit der Public Islamic Bank Berhad und der Boost Bank Berhad zu vertiefen sowie ein eigenes „Training & Innovation Center“ aufzubauen.

Expansion auf mehreren Kontinenten

Weitere 32,5 % der Erlöse sind für die Expansion in Deutschland und anderen europäischen Märkten vorgesehen. Geplant sind unter anderem zwei Solarparks in Bulgarien. Für den Ausbau des Solargeschäfts in Kambodscha – insbesondere mit Blick auf eine geplante Kooperation zur Finanzierung von Solaranlagen im Privatkundensegment – sind 5,0 % der Mittel eingeplant. Die verbleibenden 3,7 % sollen in die Weiterentwicklung der Aktivitäten in Singapur investiert werden.

Quelle: Unterehmenspräsentation Helios Solar AG

 

Die Münchener Holding bündelt eine Unternehmensgruppe, die Photovoltaik-Projekte für Privatkunden, Unternehmen und Freiflächenanlagen entwickelt und realisiert. Nach der Integration ihrer malaysischen Tochtergesellschaft verfügt die Gruppe über eine etablierte operative Plattform in Südostasien und richtet den Blick nun verstärkt auf Europa. Dort trifft die Gesellschaft auf ein Marktumfeld mit erheblichen strukturellen Wachstumstreibern.

Energiewende trifft Digitalisierung

Europa investiert massiv in den Ausbau erneuerbarer Energien, um Klimaziele zu erreichen, die Energieversorgung zu diversifizieren und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch die Elektrifizierung von Industrie, Gebäuden und Mobilität sowie durch den Boom von Künstlicher Intelligenz, Cloud-Anwendungen und Rechenzentren deutlich an. Photovoltaik gilt dabei als eine der kostengünstigsten und am schnellsten skalierbaren Technologien zur Stromerzeugung.

Die Projektpipeline ist ambitioniert. Nach Unternehmensangaben umfasst sie unter anderem ein Solarprojekt mit einer Leistung von 1.000 Megawatt und einem angeschlossenen Batteriespeicher von 1.600 MWh im malaysischen Bundesstaat Kelantan. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 5,5 Mrd. Ringgit (etwa 1,2 Mrd. EUR). Parallel dazu baut die Gruppe ihre Aktivitäten in Singapur und Kambodscha aus, wo Kapazitäten für gewerbliche Solaranlagen und netzunabhängige Energiesysteme entstehen sollen. Im Rahmen einer strategischen Kooperation plant die Gesellschaft darüber hinaus den Aufbau einer europäischen Projektpipeline mit zunächst rund 50 MW Ready-to-Build-Projekten bis 2026 sowie einem Potenzial von 100 bis 300 MW bis 2028.

Quelle: Unternehmenspräsentation Helios Solar AG

Digitalisierung als Wachstumstreiber

Neben dem Ausbau seines internationalen Solarprojektgeschäfts investiert HELIOS SOLAR gezielt in digitale Kundenlösungen. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der StarPoints App, einer mobilen Plattform, die Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette begleitet – von der ersten Information über individuelle Solarlösungen bis hin zu Wartungs- und Serviceleistungen. Nutzer können auf Basis ihres Stromverbrauchs personalisierte Photovoltaik-Vorschläge anfordern, Angebote erstellen lassen und über ein integriertes Empfehlungsprogramm zusätzliche Prämien erhalten.

Mit der StarPoints App verfolgt HELIOS SOLAR das Ziel, die Kundenansprache zu digitalisieren, die Nutzerbindung zu stärken und den Vertrieb von Solarlösungen effizienter zu gestalten. Das Unternehmen plant, seine digitale Infrastruktur weiter auszubauen und sieht digitale Plattformen als wichtigen Baustein für die Skalierung seines Geschäftsmodells in den asiatischen Wachstumsmärkten sowie perspektivisch in Europa. Damit verbindet HELIOS SOLAR die Energiewende zunehmend mit digitalen Kundenerlebnissen und datenbasierten Dienstleistungen.

Fazit

Mit dem Börsengang will sich Helios Solar als Wachstumswert an der Schnittstelle von Energiewende, Elektrifizierung und Digitalisierung positionieren. Die Erstnotiz ist für den 28. Juli geplant. Die Kombination aus einer etablierten Plattform in Südostasien, einer ambitionierten Projektpipeline und der geplanten Expansion nach Europa adressiert gleich mehrere langfristige Trends – von der Energiewende über die Elektrifizierung der Wirtschaft bis hin zum steigenden Strombedarf durch Rechenzentren und Künstliche Intelligenz.

Autor/Autorin

Christian Euler
Redakteur at GoingPublic Media AG

Christian Euler gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de) und ist regelmäßig Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Als Redakteur beschäftigt er sich schon seit über 20 Jahren mit Wirtschaft und Finanzen.