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GoingPublic: Herr Dato Ong, HELIOS SOLAR geht an die Frankfurter Börse. Was beginnt für Ihr Unternehmen mit diesem Schritt?

Dato Ong: Der Börsengang markiert für uns den Übergang vom regional erfolgreichen Projektentwickler zu einem international aufgestellten Energieunternehmen. Wir haben in den vergangenen Jahren in Malaysia eine starke operative Basis geschaffen und verfügen heute über eine konkrete Projektpipeline, die deutlich über das klassische EPCC-Geschäft hinausgeht. Das Kapital aus dem Börsengang ermöglicht es uns, diese Projekte schneller umzusetzen, unsere Expansion nach Europa voranzutreiben und gleichzeitig neue Geschäftsfelder wie Batteriespeicher, digitale Energielösungen und langfristige Stromliefermodelle auszubauen.

Viele Solarunternehmen entwickeln Photovoltaikanlagen. Wodurch unterscheidet sich HELIOS SOLAR?

Unser Anspruch endet nicht mit der Fertigstellung einer Solaranlage. Wir entwickeln Projekte, übernehmen Engineering, Beschaffung, Bau sowie Betrieb und Wartung. Gleichzeitig entwickeln wir uns zum Anbieter kompletter Energielösungen. Dazu gehören Batteriespeicher, langfristige Stromlieferverträge über Power Purchase Agreements und künftig verstärkt Virtual Power Purchase Agreements. Damit begleiten wir unsere Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Energieversorgung und schaffen gleichzeitig wiederkehrende Erträge.

Ein zentrales Projekt ist der geplante Solarpark in Kelantan. Welche Bedeutung hat dieses Vorhaben?

Kelantan ist weit mehr als ein einzelnes Projekt. Mit einer geplanten Leistung von rund 1.000 Megawatt und einem Batteriespeicher von 1.600 Megawattstunden wird dieses Projekt unsere Entwicklung nachhaltig prägen. Gleichzeitig zeigt es, wohin sich unser Geschäftsmodell entwickelt: weg vom reinen Anlagenbau, hin zum langfristigen Betreiber großer Energieinfrastrukturen. Ergänzt wird das Konzept durch Natur- und Biodiversitätsschutz sowie langfristig auch einen ökologischen Bildungs- und Tourismusansatz. Wir möchten zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltige Landnutzung miteinander vereinbar sind.

Fast 60 Prozent der Emissionserlöse fließen nach Malaysia. Warum setzen Sie diesen Schwerpunkt?

Malaysia bietet ideale Voraussetzungen. Das Land verfügt über ausgezeichnete Sonneneinstrahlung, einen stetig steigenden Strombedarf und verfolgt ehrgeizige Ausbauziele für erneuerbare Energien. Gleichzeitig entstehen mit neuen regulatorischen Rahmenbedingungen wie dem CRESS-Modell völlig neue Möglichkeiten, Solarstrom über langfristige Lieferverträge und künftig auch grenzüberschreitend zu vermarkten. Genau in diesem Umfeld wollen wir unsere führende Position weiter ausbauen.

Sie sprechen häufig von Virtual Power Purchase Agreements. Warum messen Sie diesem Markt eine so große Bedeutung bei?

Der Strommarkt verändert sich grundlegend. Immer mehr Industrieunternehmen, Rechenzentren und internationale Konzerne benötigen langfristig kalkulierbaren Grünstrom, ohne selbst eigene Erzeugungsanlagen errichten zu müssen. Virtual Power Purchase Agreements schaffen genau diese Möglichkeit. Für uns entstehen dadurch langfristige und planbare Erlösströme, die unser bisheriges Projektgeschäft sinnvoll ergänzen. Genau darin sehen wir einen wichtigen Wachstumstreiber der kommenden Jahre.

Gleichzeitig richtet sich Ihr Blick nach Europa. Welche Rolle spielt Deutschland dabei?

Deutschland ist für uns weit mehr als ein Absatzmarkt. Frankfurt ist unser Zugang zum europäischen Kapitalmarkt und gleichzeitig Ausgangspunkt unserer Expansion. Von hier aus wollen wir Investoren, Technologiepartner und Industrieunternehmen mit unseren Aktivitäten in Südostasien vernetzen. Parallel bauen wir bereits eine europäische Projektpipeline auf und prüfen weitere Projekte, unter anderem in Bulgarien. Unser Ziel ist es, die Dynamik der ASEAN-Märkte mit europäischen Finanzierungsmöglichkeiten und Technologien zu verbinden.

HELIOS SOLAR investiert auch in Digitalisierung. Welche Rolle spielt sie in Ihrer Strategie?

Digitalisierung wird ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil sein. Mit unserer StarPoints-App schaffen wir eine Plattform, über die Kunden den gesamten Prozess von der ersten Beratung über die Planung bis zur Wartung digital begleiten können. Gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Daten, verbessern die Kundenbindung und steigern die Effizienz unseres Vertriebs. Für uns gehört Digitalisierung heute genauso zur Energiewende wie Photovoltaik oder Batteriespeicher.

Sie planen außerdem ein eigenes Training & Innovation Center. Was steckt dahinter?

Wir möchten Innovation dauerhaft im Unternehmen verankern. Das Zentrum soll neue Anwendungen für Photovoltaik, Batteriespeicher, intelligente Steuerungssysteme und digitale Energielösungen entwickeln. Gleichzeitig wollen wir dort mit Hochschulen, Technologieunternehmen und Industriepartnern zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, technologische Entwicklungen nicht nur zu nutzen, sondern aktiv mitzugestalten.

Ihre Projektpipeline soll sich in den kommenden Jahren vervielfachen. Wie realistisch ist dieses Wachstum?

Unsere Ziele sind ambitioniert, beruhen aber auf einer konkreten Projektpipeline und einer außergewöhnlich dynamischen Marktentwicklung. Südostasien zählt zu den am schnellsten wachsenden Energiemärkten weltweit. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch Digitalisierung, Elektromobilität und den Ausbau von Rechenzentren kontinuierlich. Wir verfügen über lokale Marktkenntnis, langjährige Bankpartnerschaften und ein erfahrenes Managementteam. Das gibt uns eine solide Grundlage, dieses Wachstum Schritt für Schritt umzusetzen.

Welche Bedeutung haben Ihre Finanzierungspartner für diese Strategie?

Partnerschaften mit Instituten wie der Public Islamic Bank Berhad, der Boost Bank Berhad und künftig der Cambodian Public Bank gehen weit über klassische Finanzierung hinaus. Sie erleichtern unseren Kunden den Zugang zu Solarinvestitionen, beschleunigen Projektentscheidungen und unterstützen unsere Expansion in den einzelnen Märkten. Dadurch schaffen wir ein Ökosystem, das Wachstum auf mehreren Ebenen ermöglicht.

Was möchten Sie Investoren zum Börsengang mitgeben?

HELIOS SOLAR verbindet mehrere strukturelle Wachstumstrends. Wir profitieren von der globalen Energiewende, der Elektrifizierung der Wirtschaft und dem steigenden Strombedarf durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig verfügen wir bereits heute über eine etablierte operative Plattform in Südostasien und bauen den Brückenschlag nach Europa. Unser Börsengang finanziert daher kein Konzept auf dem Papier, sondern die nächste Entwicklungsstufe eines Unternehmens mit einer klaren Strategie, konkreten Projekten und einem langfristigen Wachstumspfad.

Das Interview führte Robert Steininger

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Dato Ong Thuan Ming, CEO und Vorstandschef, HELIOS SOLAR AG || Foto: HELIOS SOLAR AG

Dato Ong Thuan Ming, Vorstandschef (CEO) der HELIOS SOLAR AG, verantwortet die strategische Ausrichtung und internationale Expansion des Unternehmens. Unter seiner Führung entwickelt sich HELIOS SOLAR vom Photovoltaik-Projektentwickler zu einem integrierten Anbieter nachhaltiger Energielösungen mit den Schwerpunkten Solarenergie, Batteriespeicher, digitale Energiedienstleistungen und langfristige Stromliefermodelle. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Ausbau der Aktivitäten in Südostasien sowie der Vernetzung mit dem europäischen Kapitalmarkt über den Börsenstandort Frankfurt.

Autor/Autorin

Robert Steininger

Robert Steininger ist Fachautor für u.a. Anlagestrategien und publiziert regelmäßig zu Fachthemen wie Online- und Investment-Strategien, Glücksspielthemen, Krypto und Verhaltensanalyse.