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Seit Juni 2026 steht mit Warren Wise ein KI-gestütztes Analysewerkzeug für den Kapitalmarkt zur Verfügung. Warren Wise ist eine Multi-Agententechnologie, angelehnt an die Value Investing-Prinzipien von Graham, Buffett und Munger. Das System analysiert Unternehmensinformationen automatisiert, wertet Kennzahlen aus und identifiziert Auffälligkeiten in der Berichterstattung. So entsteht eine neue Form der Transparenz, die CFOs und Investor-Relations-Abteilungen bisher nicht kannten. Hinter Warren steht ein bewusst strenges Analysemodell. Die Methodik entstand in zwei Schritten. Das Bewertungs-Framework wurde zunächst theoretisch hergeleitet und anschließend mit unabhängigen Value-Investoren Deutschlands empirisch validiert. Von Ariane Hofstetter und Michael Diegelmann
Warrens Rohstoff ist das testierte Reporting: berichtete und bereinigte Kennzahlen nebeneinander, die Differenz offen ausgewiesen. Um zu zeigen, was Warren kann, hat er die Equity Stories von 40 Konzernen aus DAX und MDAX durchleuchtet. „Warren Wise bezieht Details im Anhang von Geschäftsberichten mit ein, die häufig übersehen werden“, sagt Dennis Etzel, Fondsadvisor bei der Netfonds AG. Und die kritischen Investorenfragen formuliert Warren gleich mit – bevor sie den Vorstand im Call kalt erwischen. Wie nah das an der echten Investorenpraxis ist, bestätigt Björn Glück, Portfoliomanager bei Lupus alpha: „Genauso würden wir einen Investment Case aufbereiten.“
Manche Equity Story hält das aus. Manche nicht.

40 Konzerne, vorurteilsfrei bewertet
Die Analyse der 40 Unternehmen ist eine Momentaufnahme — und ein Vorgriff. Sie zeigt nicht nur, wie vierzig Konzerne auf Basis ihrer eigenen Geschäftsberichte heute dastehen, sondern wie sie künftig gelesen werden. Warren vergibt Scores von 1 bis 5, die 5 steht für eine Equity Story ohne Schwachstelle. Der Befund über alle vierzig Konzerne: Die Bestnote erreicht keiner. Der Schnitt liegt bei 3,1, d. h. solides Mittelmaß, mit Luft nach oben in fast jeder Dimension.
Warren fragt nicht nur, ob das Unternehmen genug Geld verdient, sondern auch, was es damit macht. Die erste Hälfte der Antwort fällt erfreulich aus. Achtzehn der vierzig Konzerne verdienen genug, um aus eigener Kraft in ihre Zukunft zu investieren. Die zweite ernüchtert: Nur sechs von ihnen tun es auch nachweislich, schwarz auf weiß im testierten Bericht. Zwölf melken stattdessen ihre Cash Cows, schütten aus und verwalten, statt zu erneuern.

KI sieht, wenn Unternehmen sich schönrechnen
35 der 40 Konzerne stellen dem berichteten Ergebnis eine selbst definierte, bereinigte Größe zur Seite, etwa ein „Adjusted EBIT“. Alles legal, aber der Median der Adjustierungen liegt bei 12,4 %, elf Unternehmen liegen über der 25-%-Marke, und Continental (648 %, Spin-off) und Bayer (574 %, Litigation) jenseits jeder Vergleichbarkeit. Bei vielen laufen dieselben „Sondereffekte“ Jahr für Jahr.
Auch Rendite ist Definitionssache: Die Kapitalrendite (ROCE) hat keine verbindliche Formel, schon die Wahl von Ergebnis und Kapitalbasis verschiebt das Resultat – Beiersdorf etwa weist 31,5 % aus, die einheitliche Nachrechnung ergibt rund 15 %. Warren rechnet deshalb alle Konzerne nach derselben Definition nach.
Und der stille Goodwill, der Aufpreis aus Übernahmen: Er wächst mit jedem Deal und wird fast nie abgeschrieben. 24 von 27 Konzernen melden keine einzige Wertberichtigung, obwohl der Firmenwert bei vieren das Eigenkapital übersteigt. Bayer trägt 28 Milliarden Euro Goodwill, das sind 108 % des Eigenkapitals, bei −1,4 % Kapitalrendite gegen 7,0 % Kapitalkosten. Solches Eigenkapital ist ein Versprechen und nur tragfähig, solange die Übernahmen ihre Kapitalkosten verdienen.
Ask Warren – für den Ernstfall
Ask Warren ist eine Technologie für das Gespräch danach. Der Vorstand, IRO oder Prüfungsausschuss kann mit Warren die Equity Story befragen und Szenarien durchspielen. Ihr Einsatz bietet sich insbesondere dort an, wo Unternehmen unter erhöhtem Kommunikationsdruck stehen. Ein überraschendes Impairment, eine kassierte Guidance, eine Short-Attacke am Freitagnachmittag – in diesen Momenten entscheidet auch die Souveränität der Antworten. Ask Warren simuliert mögliche kritische Investorenfragen vorab und bereitet Unternehmen so auf die Praxis vor. Dabei greift das System auf die Zahlenhistorie und frühere Unternehmensangaben zurück. Und stellt die Fragen, bevor der Markt sie stellt.
Die härteste Frage im Call sollte keine Premiere sein. Und Storytelling ohne Substanz keine Strategie – KI-Systeme wie Warren Wise entlarven es in Augenblicken.
Der vollständige Report ist online abrufbar: warren-wise.com






