Werbung

Der „Wirecard-Krimi“ geht in die nächste Runde: Der Zahlungsdienstleister hat heute früh bekannt gegeben, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung zu beauftragen.

Damit wolle Wirecard alle Vorwürfe, die von der britischen Zeitung „Financial Times“ ausgehen, umfassend und unabhängig aufklären, hieß es in einer Mitteilung am Montagmorgen.

Die Untersuchung soll unverzüglich beginnen. KPMG wird zu gegebener Zeit einen Untersuchungsbericht vorlegen und ist allein dem Aufsichtsrat gegenüber verpflichtet – die Prüfungsgesellschaft habe uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen auf allen Konzernebenen. Das Ergebnis dieses Berichts wird veröffentlicht. Thomas Eichelmann, Vorsitzender des Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat und früherer CFO der Deutsche Börse AG, wird die Untersuchung auf Wirecard-Seite begleiten.

„Ich bin überzeugt, dass durch die unabhängige Untersuchung das Vertrauen in unser erfolgreiches und stark wachsendes Geschäft gestärkt wird“, betont Markus Braun, Vorstandsvorsitzender der Wirecard AG.

Seit einigen Monaten kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der Wirtschaftspublikation und dem Zahlungsdienstleister. Vergangenen Dienstag wurden Financial Times Whistleblower-Dokumente veröffentlicht, die auf eine betrügerische ‚Aufblähung‘ der Wirecard Umsätze in Dubai  sowie Irland hinweisen sollen. Dies führte zwischenzeitlich zu einem Einbruch der Wirecard- Aktie um 23%.

Schon im Frühling dieses Jahres rückte der DAX-Konzern regelmäßig durch Berichte möglicher Bilanzfälschung in den Fokus der Öffentlichkeit. Wirecard konterte damals mit einem Vorwurf einer Short-Attacke (Wir berichteten).

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de