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Bildnachweis: Mister Spex, Mister Spex / stephan-roehl.de.

Nachdem länger spekuliert wurde, zieht es den Optiker Mister Spex nun tatsächlich aufs Frankfurter Parkett. Mit dem Emissionserlös sollen die ambitionierten Wachstumsziele des 2007 gegründeten Start-ups finanziert werden.

Börsengang

Mister Spex hat die Preisspanne für das IPO auf 23 bis 27 EUR je Aktie festgelegt. Der Börsengang umfasst bis zu 9,8 Mio. neu ausgegebene Stückaktien aus einer Kapitalerhöhung und bis zu 3,3 Mio. bestehende Inhaber-Stückaktien. Im Rahmen einer möglichen Greenshoe-Option stehen weitere bis zu 2,0 Mio. bestehende Stückaktien zur Verfügung.

Der gesamte Emissionserlös bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option läge zwischen 345 Mio. und 405 Mio. EUR; der Bruttoerlös für Mister Spex zwischen 225 Mio. und 264 Mio. EUR. Analog würden die Berliner eine Marktkapitalisierung von 764 Mio. bis 895 Mio. EUR erreichen. Der maximale Free Float beträgt 45%.

Die Zeichnungsfrist für die Aktien (Prime Standard) läuft bis 30. Juni. Der erste Handelstag soll der 2. Juli sein. Die Altaktionäre haben einer Sperrfrist von 180 Tagen zugestimmt, die Mitglieder des Vorstands einem Lock-up von 365 Tagen.

Begleitende Banken sind Barclays, Berenberg und Jefferies als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners sowie Bryan Garnier und COMMERZBANK als weitere Joint Bookrunners und Quirin Privatbank als Co-Lead Manager.

Co-CEO Dirk Graber: „Das bisherige positive Feedback der Investoren bestärkt uns darin, dass der geplante Börsengang der richtige Weg ist, um unsere Strategie umzusetzen und unseren erfolgreichen Kurs mit zweistelligem Umsatzwachstum weiter zu beschleunigen. Wir sind davon überzeugt, dass unser grundlegend digital ausgerichtetes Omnichannel-Modell die Zukunft unserer gesamten Branche darstellt, zudem erwarten wir – unterstützt durch langfristige, strukturelle Makrotrends – weiter überproportional vom starken Wachstum des europäischen Brillenmarktes zu profitieren.“

Wachstum soll beschleunigt werden

Vom angestrebten Bruttoemissionserlös sollen 120 Mio. bis 140 Mio. EUR in neue Filialen und in die Weiterentwicklung der technologischen Basis von Mister Spex fließen. Für 35 Mio. EUR soll ein Kredit abgelöst werden. 30 Mio. EUR sollen als Reserve für strategische Investitionen wie Zukäufe verwendet werden.

Neue Ankerinvestoren und Aufsichtsratsmitglieder

Seit der Gründung 2007 hat Mister Spex diverse Investorengruppen an Bord geholt. Pre-IPO sind die größten Altaktionäre Scottish Equity Partners und Goldman Sachs mit je 16%, gefolgt von der Albert-Büll Beteiligungsgesellschaft mit 14%. Im Rahmen des IPOs ist es nun gelungen mit den Investmentfonds Luxottica (50 Mio. EUR) sowie Janus Henderson und MG Investments (je 30 Mio. EUR) weitere Ankerinvestoren zu gewinnen.

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Zudem wurde zum 15.Juni der Aufsichtsrat um Nicola Brandolese und Birgit Kretschmer (beide leitende Kräfte aus dem Konsumgüterbereich) aufgestockt, zum 01.Juli ersetzt Nicole Srock-Stanley (Gründerin einer Gruppe von Kreativagenturen) Jochen Klüppel. Die anderen Mitglieder des Aufsichtsrats unter Leitung des Vorsitzenden Peter Williams bleiben.

Vom Online-Spezialisten zum Omni-Channel-Optiker

2007 in Berlin noch als reiner Online-Optiker gegründet, ist Mister Spex mittlerweile zu einem Netzwerk aus Online-Plattformen in zehn europäischen Ländern und einer Kette aus 42 Filialen in Deutschland, Österreich und Schweden geworden, die mit 400 Partneroptikern kooperieren. Das Unternehmen sieht schnelle Lieferzeiten (85% aller Bestellungen innerhalb des Bestelltages ausgeliefert) und kostenlosen Rückversand als wichtige Bestandteile des Geschäftsmodells. Neben Brillen, Kontaktlinsen und Sonnenbrillen bieten die Berliner auch Eigenmarken von Designern an. Der Fokus von Mister Spex lag von Anfang an darin, den Brillenkauf zu einem einfachen und transparenten Erlebnis zu machen, indem ein umfassendes Sortiment mit Optiker-Expertise und modernem Kundenservice kombiniert wird.

Gegenseitige Stärkung von On- und Offline-Geschäft

Durch die Verknüpfung des Online- und Offline-Angebots können Erstkunden in einer Filiale zusammen mit dem Verkäufer das Wunschmodell aussuchen, spätere Brillenkäufe sollten diese dann online tätigen und wiederkehrende Umsätze für Mister Spex generieren. Der Online-Anteil im europäischen Brillenmarkt ist mit 12,6% immer noch gering und Mister Spex sieht das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Von 2019 auf 2020 haben die Berliner ihre Neukunden um 15% steigern können, in Q1/21 sogar um 30% gegenüber dem Vorjahresquartal.

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Europäischer Markt 2020 bei 32 Mrd. EUR

Aufgrund struktureller Trends wie der steigenden Nutzung digitaler Geräte wächst die Zahl kurzsichtiger Menschen weiter. Die WHO geht von einer annähernden Verdoppelung der Weltbevölkerung mit Kurzsichtigkeit bis 2050 aus. Dazu altert die Bevölkerung. Euromonitor geht daher von Wachstumsraten der Brillenverkäufe von 5% p.a. in den kommenden Jahren aus. 2020 betrug der Gesamtumsatz europaweit 32 Mrd. EUR.

Nach eigenen Angaben ist es Mister Spex in den letzten Jahren gelungen, stärker zu wachsen als der vergleichbare Brillenmarkt und jeweils zweistellige Wachstumsraten zu erzielen. Von 2008 bis 2020 lag das CAGR bei rund 65%. Und während im vergangenen Jahr der Brillenumsatz in Deutschland um 8% und in Europa um 13% zurückging, steigerte das Unternehmen den Umsatz um 18% auf 164 Mio. EUR im Jahr 2020. Netto schreibt Mister Spex mit einem Verlust von 10,3 Mio. EUR nach wie vor rote Zahlen. Das adj. EBITDA konnte aber von 4,8 auf 6,8 Mio. EUR gesteigert werden. Ab 2022 rechnet das Management mittel- bis langfristig mit einem Wachstum im mittleren 20%-Bereich.

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