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Bildnachweis: Pacifico Renewables.

Die Pacifico Renewables Yield AG beschreibt sich selbst als Unternehmen, das die Energiewende beschleunigen will – unter anderem über Partnerschaften. Zuletzt ist die WIRTH GRUPPE als Aktionär eingestiegen. Im Interview erklären Christoph Strasser von Pacifico Renewables und Andreas Wirth von der WIRTH GRUPPE die Struktur ihrer Zusammenarbeit und formulieren klare Ansprüche an die Politik.

GoingPublic: Pacifico Renewables stellt sich auf der Website als „auf den Kapitalmarkt zugeschnittener erneuerbarer Stromerzeuger“ vor. Könnten Sie bitte kurz erklären, was hinter dieser Beschreibung steckt – welches Geschäftsmodell Pacifico hat?

Strasser: Wir zielen darauf ab, ein schrittweise wachsendes Portfolio an Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen aufzubauen, um unseren Aktionären ein klares und diversifiziertes Profil aus stabilen und prognostizierbaren Cashflows aus dem Betrieb von Solar- und Windparks zu bieten.

Der Effizienzgewinn durch die strikte Trennung von Entwicklungsrisiken von anderen Aktivitäten, insbesondere dem Betrieb der Anlagen, im Lebenszyklus von Solar- und Windparks ist tief in unserem Geschäftsmodell verankert.

Durch Partnerschaften wie mit der WIRTH GRUPPE sichern wir uns Zugang zu Projekten, die wir im baureifen Stadium erwerben können. Darüber hinaus bieten uns solche Partnerschaften die Möglichkeit, unsere Kapitalmaßnahmen zielgerichtet auf Zukäufe zuzuschneiden, wodurch wir mit möglichst wenig ungenutzter Liquidität operieren können bzw. unseren Investoren eine unmittelbare Mittelverwendung in Folge auf Kapitalmaßnahmen bieten. Unser Geschäftsmodell ist jedoch nicht in Stein gemeißelt – so prüfen wir gegenwärtig den Eintritt in den Batteriespeichermarkt, was eine gewinnbringende Ergänzung zu unserem bestehenden technologischen Fokus sein kann.

Jüngst haben Sie eine Sachkapitalerhöhung abgeschlossen. Bitte erklären Sie die Transaktion kurz – vor allem in Hinblick auf die damit verbundenen Möglichkeiten und Ziele.

Strasser: Mit der Sachkapitalerhöhung konnten wir uns einen operativen Solarpark in Deutschland mit einer installierten Gesamtleistung von 7,6 MW sichern, der mit wirtschaftlichem Übergang zum 1. Januar 2021 für einen Zeitraum von zwölf Jahren von einer gesetzlich garantierten Einspeisevergütung profitieren wird. Mit dem Erwerb gegen Ausgabe neuer Aktien haben wir erstmals ein für unser Geschäftsmodell spannendes Finanzierungsinstrument genutzt, das hoffentlich auch in Zukunft wieder zum Einsatz kommen wird. Viel interessanter als die Sachkapitalerhöhung selbst ist allerdings, dass wir mit Markus und Andreas Wirth Pioniere der deutschen Solarindustrie als strategische Aktionäre und Partner gewinnen konnten.

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Herr Wirth, welche Möglichkeiten sieht die WIRTH GRUPPE als strategischer Aktionär in der Partnerschaft mit der Pacifico Renewables Yield AG?

Wirth: Als strategischer Investor können wir unser Know-how in der Entwicklung von Solar- und Windparks und die jahrzehntelange Erfahrung in der Umsetzung von Projekten der umweltfreundlichen Energieerzeugung in den Aufbau eines profitablen Portfolios einbringen.

Wie steht Deutschland Ihrer Meinung nach im internationalen Vergleich im Bereich erneuerbare Energien da?

Wirth: In Deutschland ist der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch mit rund 45% im Jahr 2020 schon relativ hoch. Eine erfolgreiche Energiewende bleibt aber eine große Herausforderung.

Der Anteil des Kohlestroms ist immer noch hoch und muss so schnell wie möglich durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Zudem wird der Stromverbrauch insgesamt steigen, da auch der Verkehr und die Industrie elektrifiziert werden müssen.

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Leider sind die aktuellen Ausbauziele nicht ambitioniert genug, um die CO2-Reduktionsziele zu erreichen, denn in den Ausbauplänen für Solar- und Windenergie im neuen EEG 2021 ist der Anstieg des Stromverbrauchs nicht berücksichtigt. Zudem verhindert eine Vielzahl regulatorischer Hürden einen schnelleren Ausbau. Es ist schade, dass Deutschland seine internationale Führungsrolle, die es zu Beginn der Energiewende in den 2000er-Jahren innehatte, verloren hat.

Welche Erwartungen haben Sie in diesem Zusammenhang an die Bundestagswahl und eine neue Regierung?

Wirth: Wir hoffen, dass die neue Regierung unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit erkennt, dass die Rahmenbedingungen verbessert werden müssen.

Wir brauchen nicht nur ambitioniertere Ausbaupläne, sondern auch eine Rücknahme bürokratischer Hürden für Entwickler.

In Deutschland gibt es noch viele attraktive Flächen für Solarparks, aber durch die zahlreichen Vorgaben und langwierigen Genehmigungsprozesse kann dieses Potenzial nicht voll genutzt werden. Das muss sich nach der Wahl ändern. Investoren und Unternehmen brauchen mehr Freiheit und mehr Geschwindigkeit in den Verfahren, wenn sie dabei helfen sollen, die Klimaziele der Politik zu erreichen.

Pacifico Renewables will laut Website „die Energiewende beschleunigen“ – wie viel Impact haben Unternehmen wie Ihres auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung?

Strasser: Entwicklungskapital ist die teuerste und knappste Ressource der Energiewende. Unser Anspruch ist, dass wir unseren Partnern einen effizienten Weg bieten, dieses teure Entwicklungskapital zu recyceln, damit es wieder seinen Weg in neue Entwicklungsprojekte findet. Dadurch können in Summe mehr Projekte realisiert werden und die Energiewende schneller voranschreiten.

Die Risiken in der Projektentwicklung bedingen die hohen Kapitalkosten. Was sind die großen Risiken der Projektentwicklung und wie geht man damit um?

Wirth: Die steigenden Anforderungen an Gutachten und Verzögerungen innerhalb der Genehmigungsprozesse durch immer neue regulatorische Vorgaben führen schon zu sehr langen Planungs- und Genehmigungszeiträumen. Das erhöht die Vorlaufkosten erheblich.

Ein weiteres Risiko sind insbesondere bei Windparks und immer häufiger auch bei Solarparks Bürgerproteste und langwierige Klagen gegen Standorte. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, Projekte von Anfang an partnerschaftlich zu planen und alle Beteiligten vor Ort rechtzeitig mit ins Boot zu holen. Kommunikative und wirtschaftliche Bürgerbeteiligung kann Projekte beschleunigen.

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