Werbung

Die Blockchain-Technologie soll bestehende Strukturen und Prozesse radikal verändern und dadurch einen signifikant positiven Beitrag zum Unternehmenswert leisten. Von David Gaßner

Seit dem Kryptohype Ende 2017 ist auch die dahinterstehende Technologie aus der medialen Berichterstattung nicht mehr wegzudenken. Zu Recht, denn das Thema Blockchain bewegt eine Vielzahl von Branchen und schafft dabei enorme Fantasien über Wertschöpfungspotenziale – es weckt aber auch Befürchtungen, dass heutige Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt werden oder erhöhtem Wettbewerb unterliegen.

In dieser Diskussion ist es jedoch wichtig zu verstehen, was sich genau hinter Blockchain verbirgt, auf welchen Prinzipien die Technologie beruht und welche Anwendungsmöglichkeiten sich mit ihr realisieren lassen.

Dezentrales Kassenbuch

Rein technisch betrachtet stellen Blockchains dezentrale Datenbanken dar, die im Netzwerk auf einer Vielzahl von Rechnern gespiegelt vorliegen und weder eine zentrale Kontrollinstanz noch gegenseitiges Vertrauen benötigen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Einträge in Blöcken zusammengefasst und gespeichert werden. Dabei enthält jeder neue Block die Historie des vorhergehenden Blocks sowie der gesamten Kette in Form einer Prüfsumme. Nach Abschluss eines Blocks wird dieser verifiziert und versiegelt. Welche Informationen in den Blöcken abgelegt werden, ist zweitrangig. Im Vergleich zu heutigen Systemen ist dieser Prozess so gut wie fälschungssicher. Auch werden lediglich die Vorgänge bzw. Transaktionen an sich erfasst – die Teilnehmer bleiben anonym.

Diente die Blockchain-Technologie ursprünglich als Grundlage für das digitale Zahlungssystem Bitcoin, ist sie heute bereits in zahlreichen weiteren Anwendungsbereichen vertreten. Beispielhaft nennen lassen sich Immobilientransaktionen, Kredithistorien, die Identitätssicherung, das Verlagswesen, die Strafverfolgung sowie Fahrzeugleasing, -verkauf und -zulassung. Potenziale für Blockchain-Anwendungen lassen sich in fast jedem Sektor identifizieren und eröffnen Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen, die heute noch gar nicht vorstellbar sind.

Anwendungsbeispiel Smart Contracts

Ein mittels Blockchain abgewickelter Leasingvertrag kann so gestaltet werden, dass der Autoschlüssel für den neuen Besitzer automatisch freigeschaltet wird, wenn die Anzahlungsrate auf dem Konto des Leasinggebers eingegangen ist. Beim Ausbleiben einer Leasingrate wird der Wagen automatisch gesperrt. Derartige Smart Contracts stellen – vereinfacht gesagt – ausführbare Programmcodes in Form von Wenn-dann-Beziehungen dar. Sobald das Ereignis mit direktem Bezug zum Vertragsinhalt eingetreten ist (Zahlung der Rate), löst es die festgelegte Aktion aus (Freischaltung des Autoschlüssels). Der digitale Vertrag kommuniziert über Blockchain direkt mit dem Objekt, ganz ohne einen Intermediär.

So rechnet das Marktforschungs- und Analyseunternehmen Gartner Inc. damit, dass Blockchain bis 2025 einen zusätzlichen Unternehmenswert von 176 Mrd. USD generieren wird. Bis zum Jahr 2030 wird ein weiterer Anstieg auf 3,1 Bio. USD erwartet. Kurzfristig werden digitale Zahlungsdienstleistungen hieran den größten Anteil haben.

Die aktuelle Dynamik in diesem Bereich lässt sich etwa an der Ankündigung von Facebook erkennen, eine neue offene Kryptowährung („Libra“) ins Leben rufen zu wollen. Dem offiziellen Whitepaper zufolge soll der globale „Stablecoin“ an verschiedene Leitwährungen gekoppelt und durch einen Korb mit Bankeinlagen sowie kurzfristigen Staatspapieren unterlegt sein. Diese seien dazu bestimmt, dem Coin einen inneren Wert zu geben, um Wertschwankungen abzumildern. Geleitet wird die Kryptowährung, die auf der firmeneigenen und skalierbaren Libra-Blockchain läuft, von einem Schweizer Konsortium, dem als Gründungsmitglieder neben Facebook unter anderem Mastercard, PayPal, Visa, eBay und Uber angehören. Der Betreiber des mit rund 2,4 Mrd. Nutzern weltweit größten sozialen Netzwerks beabsichtigt, mit der neuen Digitalwährung ein effizientes Zahlungssystem zu etablieren und dabei Papiergeld und Kreditkarte zu ersetzen.

Dynamischer Markt

Die erwähnte Dynamik und positiven Wertbeiträge der Blockchain-Technologie machen sich derzeit ein Investmentkonsortium, bestehend aus den Münchner Vermögensverwaltungen Schleber Finanz-Consult GmbH und Pegasos Capital GmbH sowie einem international anerkannten Blockchain-Experten, zunutze. Mit dem beispielsweise im Mai 2019 aufgelegten globalen Aktienfonds ART Transformers Equities wird selektiv in börsennotierte Unternehmen investiert, die sich mit der Blockchain-Technologie auseinandersetzen.

Das Portfolio besteht einerseits aus sogenannten New Playern (börsennotierte Start-ups, klein- und mittelständische Unternehmen), die neue Produkte bzw. Dienste im Rahmen der Blockchain-Technologie anbieten, auf welcher ihre Unique Selling Points basieren.

Andererseits besteht das Portfolio aus etablierten Unternehmen, die unter Umständen auch schon Marktführer in bestehenden Märkten sind, aber die Blockchain-Technologie einsetzen, um sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Mitbewerbern zu verschaffen.

Die Blockchain-Technologie als solche bietet vielfältiges Potenzial und sollte nicht nur auf Kryptowährungen – und die durch sie bedingten teils spekulativen Kursfantasien – reduziert werden.

Dieser Artikel erschien zuerst in der August-Ausgabe des GoingPublic Magazins.

 

 

 

Über den Autor

David Gaßner

David Gaßner

David Gaßner ist Prokurist der unabhängigen Vermögensverwaltung Schleber Finanz-Consult GmbH und dort für das Portfoliomanagement einzelner SFC-Aktienfonds zuständig. Im Investmentkonsortium des ART Transformer Equities ist er für die Titelselektion mit verantwortlich.