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Wurden beim Start noch Rennautos mit Solarzellen entwickelt, ist  AKASOL jetzt mit Batterien für elektrisch angetriebene Busse, Lkws und Schienenfahrzeuge erfolgreich. Es soll für AKASOL im Eiltempo an die Frankfurter Börse gehen.

Zum Angebot gehören bis zu 2,1 Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 0,15 Mio. Wertpapiere, die von  derzeitigen Aktionären gehalten werden. Zudem ist eine Mehrzuteilung von bis zu 10% der ausgegebenen Papiere aus dem Bestand  möglich. Die Preisspanne liegt bei 48,50 bis 64,50 EUR. . Maximal können es 2,05 Mio. Wertpapiere sein, die Mindestzahl ist 1,55 Mio. (ohne Greenshoe). Zwischen 34 und 40%  würden sich nach dem Börsengang im Streubesitz befinden.

 

Börsengang

Das Emissionsvolumen liegt demnach zwischen 117 und 121 Mio. EUR (inkl. Greenshoe) –davon sollen genau 100 Mio. EUR dem Unternehmen zufließen. Der Hersteller von Speicherbatterien wäre dann an der Börse zwischen 293 und 358 Mio. EUR wert. Die Lockup-Periode nach dem IPO beträgt zwölf Monate für die Schulz Group, Felix von Borck, Stephen Raiser und Björn Eberle. Sechs Monate sind es  für die Aktiengesellschaft. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 27. Juni. Am 29. Juni sollen die Aktien erstmals im Prime Standard der Frankfurter Börse notieren. Citigroup und Commerzbank sind als Joint Global Coordinator und gemeinsam mit dem Bankhaus Lampe auch als Joint Bookrunner mandatiert. Lazard ist  Finanzberater .

 

Unternehmen

AKASOL-CEO Sven Schulz

Die AKASOL AG stellt Batteriesysteme für Busse, Bahnen, Lkws, Industriefahrzeuge und Boote her. Wegen der Diesel-Krise ist die Nachfrage zuletzt enorm gestiegen – immer mehr Städte wollen den öffentlichen Nahverkehr auf E-Busse umstellen. Dadurch besitzt das Unternehmen derzeit einen Auftragsbestand von 1,45 Mrd. EUR bis zum Jahr 2024. Zu den Kunden zählen Hersteller wie Daimler, Volvo, Bombardier, Alstom, Rolls Royce Power Systems und andere europäische Produzenten.

 

In Langen betreibt der Spezialist für E-Mobilität eine Fertigungsanlage mit einer Produktionskapazität von bis zu 300 MWh (Megawattstunde) im Jahr. Sie soll bis 2020 auf bis zu 600 MWh ausgebaut werden. Laut Firmenangaben handelt es sich dabei um Europas größte Produktionsanlage für Lithium-Ionen-Batteriesysteme für Nutzfahrzeuge, die derzeit pro Jahr – je nach Größe – Batteriesysteme für bis zu 1.500 vollelektrische Busse oder bis zu 6.000 Nutzfahrzeuge produzieren kann. „Die Serienproduktion unserer Hochleistungsbatteriesysteme wird voraussichtlich im dritten Quartal 2018 in unserem Werk in Langen anlaufen und das Wachstum beschleunigen“, betont CEO Sven Schulz. AKASOL verfügt nach eigenen Angaben über ein technologieunabhängiges Produktportfolio, was es ermöglicht, für die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse die geeigneten Batteriezellen und Batteriechemie auszuwählen.

 

Geschäftszahlen

Die Hessen wollen mit ihren Batteriesystemen in den nächsten Jahren stark wachsen. 2017 konnte der Umsatz allerdings nur um 8% auf 14,5 Mio. EUR gesteigert werden –

EBIT und Nettogewinn sanken sogar um 16% auf 1,1 Mio. bzw. 0,6 Mio. EUR. Das erste Quartal 2018 verlief hingegen deutlich besser: Hier haben sich die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 4,5 Mio. EUR mehr als verdoppelt. Das EBIT schnellte von  239.000 auf 448.000 EUR hoch, während der Nettogewinn von  -188.000 auf 245.000 EUR zulegte.

Das Geschäft von AKASOL war in den vergangenen Jahren stark durch Flottenprojekte und Kleinserienfertigung geprägt. Ab dem dritten Quartal 2018 wird jedoch die Serienproduktion für zwei große europäische Bushersteller beginnen. Im laufenden Geschäftsjahr will das Management deshalb einen Umsatz zwischen 22 und 24 Mio. EUR erreichen. Wegen des starken Wachstums rechnet man allerdings mit einem leichten Rückgang der bereinigten EBIT-Marge auf etwa 7%.

Mittelverwendung

Mit dem angestrebten Emissionserlös von 100 Mio. EUR will AKASOL seine Geschäfte stark ausbauen, um noch stärker vom Trend zur Elektromobilität zu profitieren. Dazu ist geplant, die Belegschaft von derzeit 110 Mitarbeitern kräftig aufzustocken. In vier bis fünf Jahren sollen die Erlöse auf bis zu 300 Mio. EUR rapide ansteigen.

„Wir wollen unsere Kapazitäten in Langen bis 2020 verdoppeln“, kündigt Schulz an. „2019 soll zudem eine Produktionsstätte in den USA eröffnet werden, um den nordamerikanischen Markt zu erschließen.“ Beim geplanten US-Werk werden rund 50 neue Jobs entstehen. „Ein wichtiger Kunde hatte wegen der internationalen Handelskonflikte und Tendenzen zur Abschottung der USA den Wunsch nach einer Produktion vor Ort geäußert“, so Schulz.

Einnahmen aus dem Börsengang sollen zudem für ein neues Forschungszentrum in Darmstadt verwendet werden. Und ein kleiner Teil davon wird noch in Firmenübernahmen fließen. „Interessant sind für uns zum Beispiel Leistungen um die Batterie herum, wie Schnell-Ladetechniken oder Software-Algorithmen, die die Batterieleistung erhöhen“, erläutert Schulz gegenüber dem GoingPublic Magazin.