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Besonderheit im Buy-out-Business: Management und Mitarbeiter der Quadoro Unternehmensgruppe haben gemeinsam ihr Unternehmen von der Doric-Gruppe gekauft. Das sei ein Beweis für das Vertrauen in eine gute gemeinsame Zukunft. Von Stefan Preuß
Dieser Beitrag ist auch im Special Mitarbeiterbeteiligung 2026 erschienen!
Die Quadoro-Unternehmensgruppe, bestehend aus der Kapitalverwaltungsgesellschaft Quadoro Investment GmbH und der Quadoro GmbH, ist damit seit Oktober 2025 eigenständig. Im Rahmen eines Management- und Mitarbeiter-Buy-outs haben die Gründungsgesellschafter Axel Wünnenberg, Michael Denk und Dr. Peter E. Hein gemeinsam mit weiteren Führungskräften und Mitarbeitern sämtliche Anteile von der Doric-Gruppe übernommen.
Erfahrenes Führungsteam mit klarer Rollenverteilung
„Dass sich neben dem Management auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen an der Übernahme beteiligt haben, ist ein starkes Signal“, betont Denk. „Es zeigt die tiefe Verbundenheit unserer Teams mit dem Unternehmen und den gemeinsamen Glauben an unsere Wachstumsstrategie.“
Die neue Unternehmensführung vereint langjährige Branchenerfahrung mit neuen Impulsen für die Weiterentwicklung der Gruppe. Die Geschäftsführung der Quadoro Investment GmbH bilden Michael Denk, Dr. Peter E. Hein und Torben Werner, der nach Genehmigung durch die BaFin als Geschäftsleiter für Risikomanagement und Finanzen bestellt wurde; die Quadoro GmbH wird von Matthias Altenrichter, Frank-Peter Wolf und Axel Wünnenberg geleitet.
Strategischer Fokus auf Immobilien und Energieinfrastruktur
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„Die neu gewonnene Unabhängigkeit eröffnet uns einzigartige Möglichkeiten“, erklärt Wünnenberg. Man könne nun noch agiler auf Marktchancen reagieren und dabei auf ein Team bauen, „das nicht nur für, sondern mit dem eigenen Unternehmen arbeitet“. Quadoro bietet institutionellen Investoren, Family Offices und privaten Anlegern maßgeschneiderte Investmentlösungen und professionelles Assetmanagement.
„Für uns ist die Mitarbeiterbeteiligung kein Finanzierungsinstrument im engeren Sinne. Ihr wesentlicher Wert liegt in der strategischen Personalbindung, der Motivation und im unternehmerischen Mitdenken“, betont Denk. Wer beteiligt ist, betrachte Entscheidungen automatisch langfristiger und aus einer anderen Perspektive. „Gerade in einem wissens- und verantwortungsintensiven Geschäft wie Kapitalverwaltung und Assetmanagement ist das ein entscheidender Faktor.“
Fazit
Die Kontinuität für alle bestehenden Investoren und Geschäftspartner ist durch das gemeinsame Handeln von Management und Mitarbeiterschaft gewährleistet – sämtliche Mandate und Verträge werden unverändert fortgeführt, und dies oft von identischen Ansprechpartnern. Eine echte Win-win-Situation.
„Buy-out war naheliegender und konstruktiver Schritt“Interview mit Michael Denk und Axel Wünnenberg, Quadoro-Gruppe GoingPublic:Welche Umstände führten dazu, dass Geschäftsführung und Mitarbeiter Quadoro übernahmen? Michael Denk:Die Übernahme ist aus einer langfristigen Entwicklung heraus entstanden. Die Gesellschafter der Doric-Gruppe hatten entschieden, sich schrittweise aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen und bestehende Aktivitäten geordnet abzuwickeln. Gleichzeitig war Quadoro in den vergangenen Jahren operativ, personell und strategisch kontinuierlich gewachsen und eigenständig aufgestellt. Die klare Trennung der Unternehmen eröffnete die Möglichkeit, die guten Perspektiven von Quadoro konsequent und fokussiert weiterzuentwickeln – insbesondere in den Bereichen Immobilien sowie Energie- und Infrastrukturinvestments, die seit jeher fest im Selbstverständnis von Quadoro verankert sind. Der Management- und Mitarbeiter-Buy-out war daher ein naheliegender und konstruktiver Schritt, um Verantwortung, Entscheidungsfähigkeit und unternehmerische Perspektive in einer unabhängigen Struktur zu bündeln und zugleich Kontinuität für Investoren, Geschäftspartner und Mitarbeiter sicherzustellen. Welche Alternativen wurden diskutiert, welche Argumente entschieden für den gewählten Weg? Axel Wünnenberg: Selbstverständlich haben wir auch andere Optionen geprüft – etwa den Einstieg externer Investoren oder eine rein managementgetragene Lösung. Letztlich war uns die breite Einbindung der Belegschaft ein zentrales Anliegen. Die Beteiligung von Führungskräften und Mitarbeitern stärkt Identifikation und Verantwortungsbewusstsein und passt hervorragend zu unserer Unternehmenskultur. In dieser Konsequenz ließ sich das mit keiner anderen Lösung abbilden. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus? Wurden bereits Maßnahmen zum Feintuning durchgeführt? Denk: Unser Zwischenfazit fällt sehr positiv aus. Operativ konnten wir nahtlos weiterarbeiten, zugleich sind die Entscheidungswege klarer und teilweise auch kürzer geworden. Beim Feintuning ging es weniger um strukturelle Fragen als um die Umsetzung im Alltag: Entscheidungsprozesse, Berichtslinien und Schnittstellen wurden weiter geschärft, Zuständigkeiten klarer definiert. Unser Ziel war es, Stabilität mit unternehmerischer Beweglichkeit in Einklang zubringen. Welche Rückmeldungen haben Sie von Investoren und Geschäftspartnern nach dem Buy-out erhalten? Wünnenberg: Die Resonanz war durchweg sehr positiv. Viele Investoren und Geschäftspartner haben den Schritt ausdrücklich begrüßt und als mutig, konsequent und unternehmerisch bewertet. Dass Management und Mitarbeiter gemeinsam Verantwortung übernommen haben, wurde als starkes Signal für Überzeugung und Zukunftsfähigkeit verstanden. Besonders gefreut hat uns die Vielzahl an persönlichen Rückmeldungen und direkten Gesprächen, die gezeigt haben, wie aufmerksam dieser Schritt verfolgt wurde. Insgesamt hat der Buy-out eine überaus offene und unterstützende Reaktion ausgelöst, die uns in dieser Breite sehr gefreut hat. Wie hoch ist der Aufwand einer Beteiligungslösung, und würden Sie sie weiterempfehlen? Wünnenberg: Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen – rechtlich, steuerlich und kommunikativ. Entscheidend sind eine saubere Planung und Transparenz. Wir würden das Instrument klar empfehlen, allerdings nicht als Standardlösung. Es funktioniert dann gut, wenn das Geschäftsmodell stabil ist, das Management geschlossen dahintersteht und die Beteiligung nicht als Incentive, sondern als echte unternehmerische Teilhabe verstanden wird. Sehr geehrter Herr Denk, sehr geehrter Herr Wünnenberg, vielen Dank für diese interessanten Einblicke. Das Interview führte Stefan Preuß. |
Zu den Interviewpartnern

Michael Denk ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Quadoro Investment GmbH sowie Gründungspartner der Quadoro Real Estate GmbH. Seit 2014 gestaltet er den Aufbau und die Entwicklung der Quadoro-Gruppe maßgeblich mit. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf Immobilien-, Infrastruktur- und Sachwertinvestments für institutionelle Anleger. Als gefragter Referent und Branchenexperte bringt er regelmäßig seine Expertise zu Investmentstrategien, Markttrends und nachhaltigen Anlagekonzepten in Fachveranstaltungen und Branchendiskussionen ein.

Axel Wünnenberg ist Managing Partner der Quadoro GmbH in Frankfurt am Main. Seit 2014 verantwortet er die strategische Entwicklung des Unternehmens und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und erneuerbare Energien. Als Branchenexperte ist er regelmäßig auf internationalen Fachveranstaltungen vertreten und engagiert sich für die Weiterentwicklung nachhaltiger Investmentlösungen und langfristiger Partnerschaften im institutionellen Umfeld.
Autor/Autorin

Stefan Preuß
Stefan Preuß ist Wirtschafts- und Finanzjournalist mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Kapitalmarktumfeld. Der gelernte Tageszeitungsredakteur war zudem als Investor-Relations-Manager tätig. Er gehört zum Team der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Er schreibt regelmäßig zu den Schwerpunktthemen IPOs, Vermögensanlage und Nachfolgelösungen.





