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Seit dem 3. Januar 2018 ist die europäische Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft. Die deutsche Finanzmarktaufsicht erhofft sich davon mehr Transparenz für Anleger und eine bessere Beratung für Kunden. Viele Banken bezweifeln dies und fürchten sich vor steigenden Kosten. Dazu äußert sich Dr. Marcus Lingel, persönlich haftender Gesellschafter der Merkur Bank, im folgenden Kommentar: 

Dr. Marcus Lingel, Vorsitzender der Geschäftsleitung und persönlich haftender Gesellschafter, Merkur Bank.
Dr. Marcus Lingel, Vorsitzender der Geschäftsleitung und persönlich haftender Gesellschafter, Merkur Bank.

Die Überfrachtung an Informationen kann nicht im Interesse der Kunden sein. Fragen Sie mal einen Bankkunden, wie viel Post er in letzter Zeit von seiner Bank bekommen hat. Aus meiner Sicht führen zu viele Informationen eher zu Desinformation und damit letztlich zu Unzufriedenheit bei den Kunden. Der Kunde sollte selbst entscheiden können, wie viel Transparenz er möchte. Diese Möglichkeit wird ihm allerdings genommen.

Wir versuchen aber, das Beste aus der neuen Situation zu machen und wenn möglich sogar von MiFID II zu profitieren. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass einige Banken aus der telefonischen Beratung aussteigen werden, weil sie die Kosten und den Mehraufwand nicht auf sich nehmen wollen. Bei uns ist das anders: Wir wollen den Kunden eine bestmögliche Lösung anbieten und einen Wettbewerbsvorteil aus der neuen Situation ziehen – auch wenn wir durch die Anschaffung einer neuen Telefonanlage und die Schulung der Mitarbeiter ins-gesamt mit zusätzlichen Kosten in Höhe von rund 350.000 EUR rechnen müssen. Die Aufklärung der Kunden ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftsmodells, an dem wir auch weiter festhalten werden.

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