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Bildnachweis: sdm security, GPM.

Trotz der verschobenen Börsengänge von Babbel und trans-o-flex nimmt jetzt das Sicherheitsdienstleistungsunternehmen sdm security das IPO ins Visier. Das Unternehmen will seine Wachstumsambitionen diversifizieren, insbesondere Akquisitionen stehen im Raum.

Börsengang

sdm security hat bereits die Preisspanne veröffentlicht: Es sollen insgesamt 690 Tsd. angebotene Aktien (davon 600 Tsd. neue Aktien) zu einem Preis von 3,30 bis 3,60 EUR angeboten werden. Die Zeichnungsfrist läuft bis 25. Oktober, erster Handelstag soll der 26.Oktober sein. sdm könnte damit ein Bruttoemissionserlös von bis zu 2,4 Mio. EUR zufließen, womit die Marktkapitalisierung der Münchner sich auf bis zu 13,4 Mio. EUR beliefe. Der Freefloat läge bei bis zu 19%.

Mittelverwendung

Den Emissionserlös will sdm je zur Hälfte für den Zukauf von Wettbewerbern sowie den Aufbau einer Sicherheitsalarmzentrale in dann eigenem Immobilienbesitz nutzen. Zudem will sich sdm zunächst weiterhin auf die Metropolregion München konzentrieren, die über eine wachstumsträchtige Industrie- und Dienstleistungsstruktur verfügt. Darüber hinaus soll die bestehende Kundenbasis deutlich ausgeweitet und sollen einzelne Geschäftsbereiche, wie der Messe- und Event-Bereich, signifikant gestärkt werden.

Anteilseigner

Eigentümer von sdm und zugleich CEO ist Oliver Reisinger, der die Mehrheit am Unternehmen über seine Beteiligungsgesellschaft Renegat GmbH 2019 übernommen hat. „Das Sicherheitsgefühl in Deutschland nimmt seit Jahren ab. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Sicherheitsleistungen durch Behörden, Unternehmen und Privatpersonen. Dieser Trend sollte sich fortsetzen“. Wir sind in der Metropolregion München hervorragend positioniert, und wollen auch in den kommenden Jahren stärker wachsen als der Markt. Mit dem Börsengang können wir die Potenziale noch konsequenter nutzen.“

Breites Sicherheitsportfolio

sdm security wurde 1999 gegründet und zählt im Großraum München nach eigenen Angaben zu den Top-5-Sicherheitsdiensten neben Securitas, Kötter, Ehrl und MSW. Mit ca. 300 Mitarbeitern werden Sicherheitsdienstleistungen in den Bereichen Werk- und Objektschutz, Wert- und Geldtransporte, Veranstaltungen sowie Personenschutz angeboten, wobei der Werk- und Objektschutz etwa 50% zum Gesamtumsatz beiträgt.

sdms Kunden sind überwiegend kommunale Träger wie die Stadt München oder das Land Bayern sowie Krankenhäuser oder Anker-Zentren (insg. 78% Umsatzanteil). Dazu kommen private Unternehmen, etwa aus dem Gastronomie- und Hotelgewerbe. In der Coronapandemie hat die Firma zudem Impftransporte und Apotheken bewacht. Der Umsatzanteil der privaten Unternehmen soll zukünftig steigen.

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Da außerdem Diebstahl und Vandalismus in Autohäusern zugenommen haben, plant sdm hier künftig schwerpunktmäßig zu expandieren, ebenso wie bei der Überwachung von Konsulaten. Hier will das Unternehmen seine Kundenzahl auf bis zu 20 Konsulate steigern.

Profitabilität verdoppelt

Mit dem Eigentümerwechsel 2019 hat sich sdm neu ausgerichtet und entwickelt. Intern wurde ein aktives Controlling und modernes ERP-System eingeführt, der gesamte Markenauftritt wurde laut Unternehmen deutlich professionalisiert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 ist es gelungen, den Wachstumsrückgang von 2018 umzukehren: Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr von 8,9 Mio. EUR um 17% auf 10,4 Mio. EUR, begünstigt durch erzielte positive Effekte aus den Optimierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen. Dass man die Marke von 10 Mio. EUR überschritten hat, sei für sdm von Bedeutung, da diese Hürde für die Teilnahme an Ausschreibungen in der Branche als Mindesteintrittskriterium gilt.

Parallel zur Umsatzentwicklung hat sdm überproportionale Ergebniszuwächse erzielt. Das EBIT wurde um 176% auf 0,87 Mio. EUR gesteigert, das EBITDA auf 0,88 Mio. EUR verdoppelt. Der Jahresüberschuss legte von 0,30 Mio. EUR auf 0,69 Mio. EUR zu.

Für den Zuwachs verantwortlich waren überwiegend Neukunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel und Drogeriebereich. Außerdem habe sich der Schutzbedarf bei Behörden und Krankenhäusern aufgrund der Pandemie erhöht, so sdm. Umsatzeinbußen durch den Ausfall des Münchner Oktoberfests, für dessen Schutz die Münchner seit dem Jahr 2000 verantwortlich sind, konnten überkompensiert werden.

Kontinuierliches Wachstum seit Jahren

Die Nachfrage nach Sicherheitsleistungen in Deutschland wächst anhaltend. Seit 2010 ist die Branche um durchschnittlich über 6% p.a. gewachsen. 2020 ist der Branchenumsatz gegenüber 2019 trotz Einschränkungen durch COVID-19 um 4,5% auf 9,2 Mrd. EUR gestiegen und hat sich damit seit 2010 nahezu verdoppelt.

Vom Gesamtumsatz entfielen 50% auf Objektschutzdienste, 11% auf Flughafensicherheit, 10% auf Notruf- und Serviceleitstelldienste, 7% auf Geld- und Wertdienste, 5% auf den Schutz militärischer Liegenschaften, 5% auf Safety&Rail und jeweils 4% auf Revierkontrolldienste, Detekteien und den Einzelhandel. Einschließlich des Geschäfts mit Sicherheitstechnik wurde der Gesamtumsatz der Sicherheitsbranche für das Jahr 2019 auf 13,5 Mrd. EUR geschätzt.

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Wesentliche Treiber der Marktentwicklung in den vergangenen Jahren waren der verstärkte Outsourcing-Trend, ein anziehendes Passagieraufkommen, der zunehmende Schutz von Großveranstaltungen und Einzelhandel sowie die Bewachung von öffentlichen Einrichtungen und Plätzen.

Gleichzeitig gilt das Wettbewerbsumfeld innerhalb der Sicherheitsbranche als stark fragmentiert. Neben den nationalen Marktführern Securitas Deutschland, Kötter und der Kieler Wach- und Sicherheitsgesellschaft (Umsätze jeweils im dreistelligen Millionenbereich) gibt es laut Branchenverband BDSW rund 5.600 kleine und mittlere Sicherheitsdienste. Entsprechend lässt sich die Marktkonzentration als gering einstufen.

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