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Zielsetzung

Das Unternehmen plant mit einem mittelfristigen jährlichen Wachstum in einer Bandbreite von 3 bis 5%, wobei eine durchschnittliche Marge für das Management der Vermögenswerte von mind. 30 Basispunkten auf das verwaltete Vermögen erwirtschaftet werden soll, was auch dem Durchschnitt der letzten Jahre entspricht. Die Kostenquote wird mittelfristig bei weniger als 65% erwartet. An die Anleger sollen zukünftig Dividenden in Höhe von 65 bis 75% des Gewinns ausgeschüttet werden.

Dabei will die DWS vor allem in Deutschland und im europäischen Ausland wachsen. CEO Moreau: „Unsere Zielmärkte sind im Privatkundengeschäft Deutschland, wo wir 40% der Gebühren einnehmen, und in Europa Italien, Spanien und Schweiz.“ Durch die Kooperation mit Nippon Life erhofft sich die DWS aber auch mehr Geschäft in Asien: Aktuell ist die Region bei der DWS mit lediglich 5% ihrer Assets repräsentiert.

Claire Peel, CFO der DWS dazu: „Wir sind fest entschlossen, durch Umsatzwachstum, Kostendisziplin und Dividendenausschüttungen attraktive Renditen für alle Aktionäre zu generieren. Unsere mittelfristigen Finanzziele bekräftigen unser starkes Ertrags- und Dividendenwachstumspotenzial.“

DWS – Daten & Kennzahlen
2016 2017 2018e 2019e
Umsatz *) 2.415 2.509 2.610 2.710
Nettoergebnis *) 452 634 695 760
EpS 2,26 3,17 3,48 3,80
KGV min. 13,3 9,5 8,6 7,9
KGV max. 15,9 11,4 10,4 9,5
*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: GoingPublic Research

Aufsichtsratsbesetzung

Nachdem Investoren wiederholt kritisiert hatten, dass mit drei Vertretern der Deutschen Bank plus vier Arbeitnehmervertretern der DWS auf der einen Seite und fünf formal unabhängigen Kontrolleuren auf der anderen Seite die freien Aktionäre zu geringe Einflussmöglichkeiten bei der DWS hätten, soll nun ein zusätzliches Entscheidungsgremium im Aufsichtsrat installiert werden.

Von Seiten der DBk werden neben Vorstand Karl von Rohr, der schon länger als Aufsichtsrat-Chef feststeht, seine Vorstandskollegin Sylvie Matherat sowie Asoka Wöhrmann, früher selbst DWS-Chef und heute Leiter des Privatkundengeschäfts der Bank in Deutschland, einen Sitz in dem zwölfköpfigen Gremium haben. Für die weitere Besetzung des Aufsichtsrats werden u.a. die Personalien Margret Suckale (einst Personalchefin bei der Deutschen Bahn und bei BASF), Evonik-Finanzchefin Ute Wolf oder der Ex-Finanzchef von Fidelity, Alan Scheuer kolportiert.

Karl von Rohr hierzu: „Mit der neuen Aufstellung des Aufsichtsrats müssen wir verschiedene Ziele erreichen: einerseits wollen wir natürlich unseren externen Aktionären so viel Mitsprache wie möglich zugestehen, andererseits bleiben wir der klare Hauptaktionär und müssen als Konzernvorstand unsere Interessen wahren können.“

Wettbewerbsvergleich

Die DWS gehört mit dem verwalteten Vermögen von 700 Mrd. EUR weltweit zwar noch zu den Top-30, allerdings sind insbesondere die großen amerikanischen Investmentgesellschaften wie Blackrock, Vanguard und State Street in den vergangenen Jahren enteilt. Marktführer Blackrock betreut aktuell ca. 6.000 Mrd. USD und wird mit einer Marktkapitalisierung von 73 Mrd. bewertet.

Auch im Vergleich zu den beiden großen in Europa börsennotierten Vermögensverwaltern ist die DWS derzeit im Hintertreffen. So kommt die vor acht Jahren durch Crédit Agricole und Société Générale gegründete Amundi derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 13 Mrd. EUR und die zu den französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken zählende Investmentbank Natixis beziffert sich sogar auf knapp 22 Mrd. EUR.

In der Branche sind Börsenbewertungen von etwa einem Prozent des verwalteten Vermögens die Daumenregel. Amundi, die mit gut 1.400 Mrd. EUR über doppelt so viele AuM wie die DWS verfügt, kommt derzeit auf 0,92%. Am unteren Ende der Preisspanne käme die DWS auf 0,85%, was einem Abschlag entspräche. Am oberen Ende der Preisspanne läge die Bewertung der DWS allerdings bei ca. 1% und damit über der der Franzosen.

Auch seitens der Kosteneffizienz liegt Amundi vorn. Bei den Franzosen beträgt die Kostenquote 52%, bei der DWS noch fast 70%. Die Zielsetzung der DWS, die Kostenquote 2018 auf 65% zu senken, soll zudem laut Plan aber noch nicht in diesem Jahr gelingen. Dazu passt ins Bild, dass das Durchschnittsgehalt der DWS-Mitarbeiter mit ca. 220.000 EUR doppelt so üppig ausfällt wie bei den großen Mitbewerbern.

Zunehmender Margendruck und maue Performance bei aktiven Fonds
Die Margenziele der DWS von mind. 0,3% des verwalteten Vermögens werden nicht einfach zu erreichen sein, da derzeit weltweit die meisten neuen Kundengelder vor allem aus dem margenschwachen Geschäft mit Indexfonds kommen. Die DWS steht vor der Herausforderung, diesem Margendruck, sinkenden Gebühren im Geschäft mit Profianlegern und dem Niedrigzinsumfeld etwas entgegenzusetzen. Branchenweit rechnet man damit, dass die Margen langsam, aber stetig um 0,01 bis 0,02 Prozentpunkte pro Jahr abschmelzen.

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