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Bei den täglichen Nachrichten über Krisen jeglicher Art sind viele Anleger geneigt, den Kopf in den Sand zu stecken und nichts zu tun. So wachsen die Geldbestände auf Einlagenkonten seit Jahren immer weiter und erreichen neue ­ historische Höchststände. Die Bedenken aufgrund der unsicheren weltweiten Gesamtsituation sind nachvollziehbar – die Schlussfolgerungen sollten aber andere sein. Was wir vom Fußball und Martin Luther lernen könnenVon Thilo Müller


Mit klarem Blick sollte man beim Investieren schauen, in welchen Bereichen die Wirtschaft unsere weltweiten Probleme lösen oder zumindest lindern kann. Die Wirtschaft kann ­dabei auch der Politik Lösungswege aufzeigen – auch wenn sie eine „gute Politik“ nicht ersetzen kann. Besonders Energie (in allen Facetten), Infrastruktur, Vertei­digung, Gesundheit und Logistik sind ­Megathemen. Viele der Unternehmen aus diesen Bereichen sind börsennotiert und man kann an deren Geschäftsmodellen über den Kauf von Aktien oder Anleihen partizipieren.

Schlagkräftiges Team für das Depot

Aber wie bekomme ich das alles unter einen Hut bzw. in ein Depot? Machen Sie es doch einfach so wie der Trainer einer Nationalmannschaft. Die Fußball-WM 2026 liefert dabei die Blaupause: Eine Fußballmannschaft besteht aus einer starken Verteidigung mit Torwart und Abwehr, dem defensiven Mittelfeld, dem offensiven Mittelfeld und dem Sturm. Der Anleger hat dabei die Rolle des Bundestrainers. Daher mein Rat: Bereiten Sie ein „WM-Aufgebot“ vor und stellen Sie – für Ihr Depot – ein schlagkräftiges Team zusammen.

Für die Verteidigung eignen sich z.B. Gold, Silber und Unternehmensanleihen. Zur Stabilisierung des Depots stellen Sie für das defensive Mittelfeld die „Marathonläufer“ aus den Bereichen Gesundheit und Konsumgüter auf. Im offensiven Mittelfeld widmen Sie sich den oben genannten ­Themen, die die nächsten Jahre im Fokus stehen werden. Für den Sturm heben Sie sich Opportunitäten mit unverständlicher Unterbewertung auf oder setzen darauf, dass aus dem offensiven Mittelfeld viele Tore fallen!

Mainstream auf einer anderen Weide grasen lassen

Mit dieser Mannschaftsaufstellung hat man dann einen vermögensverwaltenden Ansatz umgesetzt. Man setzt nicht nur auf Abwehr und man setzt nicht nur auf die Stars und „Knipser“ im Sturm. Damit kann man die Volatilität der Finanzmärkte viel besser aushalten und seine Nerven in ­herausfordernden Zeiten schonen.

Außerdem sollte man auch einmal ­unkonventionelle Bereiche berücksich­tigen, während der Mainstream auf einer anderen Wiese grast. Denken Sie auch ­daran, dass die Börse keine moralische ­Instanz ist – sie bewertet lediglich Geschäfts­modelle. Gerade bei Unternehmen, die sowohl im zivilen Bereich Produkte ­anbieten als auch im Verteidigungssektor aktiv sind, lohnt sich ein genauer Blick. Oftmals sind hier sehr innovative Unternehmen zu finden.

Fazit

Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, stellen Sie eine starke Mannschaft in Ihrem Depot zusammen und bleiben Sie zuversichtlich. Ähnlich wie das Martin Luther zugeschriebene (aber nie nachgewiesene) Zitat: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Auch wenn der Satz letztlich nicht von ihm stammen ­sollte, passt er gut zu seiner Theologie, da Luther zeitlebens für Gottes Gnade, positives Gottvertrauen und den Blick nach vorn stand. Den hoffnungsvollen Blick nach ­vorne sollten Anleger und Investoren nie verlieren.

Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, stellen Sie eine starke Mannschaft in Ihrem Depot zusammen und bleiben Sie zuversichtlich.

Autor/Autorin

Thilo Müller
geschäftsführender Gesellschafter at MB Fund Advisory GmbH

Thilo Müller hat nach einer Banklehre ein BWL-Studium in Frankfurt absolviert. Nach Stationen bei der BHF-Bank, Consors und der LB Rheinland-Pfalz ist er seit 2005 geschäftsführender Gesellschafter der MB Fund Advisory GmbH.