Am 24. Oktober ging mit dem Haushaltsgerätehersteller Qingdao Haier das erste D-Shares-IPO an der Frankfurter Börse über die Bühne. Wir haben mit Europa-Chef Yannick Fierling über die Wachstumsmöglichkeiten des Unternehmens, den USPs und der Bedeutung von digitalen Smart-Home- Lösungen gesprochen.

GoingPublic: Herr Fierling, warum haben Sie sich für den Schritt entschieden, ein D-Shares-IPO zu machen?
Andrang auf dem Börsenparkett am Tag der Erstnotiz.
Andrang auf dem Börsenparkett am Tag der Erstnotiz.

Fierling: Wir sind sehr froh, den Gang an die Börse in Frankfurt gewagt zu haben. Die Deutsche Börse ist eines der größten Handelsplätze in Europa. Da wir in Europa expandieren wollen, ist die Zweitnotierung in Frankfurt ein notwendiger Schritt gewesen. Die Marke Haier soll in Europa größere Bekanntheit erzielen. Das Timing war dabei ein wichtiger Faktor – ich denke wir haben uns einen guten Zeitpunkt ausgesucht.  Zudem sind wir sehr stolz, als erstes Unternehmen in dem neuen D-Shares-Segment notiert zu sein. Damit haben wir den Maßstab für weitere chinesische Unternehmen gesetzt, die ein Listing im D-Shares-Markt anstreben.

Warum ist der deutsche Markt so wichtig für Sie?

Als große Volkswirtschaft ist Deutschland an sich ein sehr wichtiger Markt hier in Europa. Der Markt für Haushaltsgeräte ist stark fragmentiert, weshalb wir gute Chancen sehen, hier zu wachsen. Wir haben eine klare und schlüssige Strategie, wie wir hier in Deutschland weiter expandieren können.

Was sind Ihre USPs im Vergleich zu anderen Haushaltsgeräteherstellern, wie z.B. Bosch?

Wir sind am Markt sehr gut aufgestellt und haben derzeit einen weltweiten Marktanteil von mehr als 13%. Durch die Mischung von massentauglichen Produkten, bis hin zu Premiummarken und innovativen Smart Home-Lösungen sind wir zudem sehr diversifiziert. Unser starkes Wachstum ist darauf zurückzuführen, dass wir mit unseren Geräten intelligente Lösungen für den Endverbraucher anbieten, die sich von anderen Herstellern abheben und einen Mehrwert bieten, wie unsere großen Multi-Tür-Kühlschränke oder unsere Doppeltrommel-Waschmaschine.  So ist das Thema IoT sehr wichtig für uns. Haier besetzt dabei die führende Position in vielen Regionen der Welt im Bereich der Home-Solutions. Wir wollen unser Know-how gezielt dafür einsetzen, um nun auch in Europa die Pole Position einzunehmen.

Was ist das größtes Einzelrisiko Ihrer Unternehmung?

Die größten Risiken für unser Unternehmen sind nicht strategischer Natur, sondern beruhen eher auf außenstehenden Faktoren. Aktuell haben wir mit schwächelnden Aktienmärkten zu kämpfen sowie generellen

Redakteurin Svenja Liebig im Gespräch mit Haier Europe-CEO Yannick Fierling.
Redakteurin Svenja Liebig im Gespräch mit Haier Europe-CEO Yannick Fierling.

geopolitischen Unsicherheiten. Unsere Wachstumsstrategie ist meiner Ansicht nach sehr solide und ohne großartige Risiken behaftet. Trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Zeiten beweisen unsere aktuellen Halbjahreszahlen, dass wir weiter signifikant wachsen.

Was sind Ihre nächsten Wachstumsschritte?

Erstmal wollen wir hier in Europa organisch wachsen, d.h. wir wollen unsere Marken weiter voranbringen. Wir wissen, dass wir gute Produkte herstellen und müssen davon jetzt noch den europäischen Markt überzeugen. Als weitere Wachstumssäule spielt das Thema M&A entscheidende Rolle, sprich: Wir wollen durch Zukäufe wachsen. Die Übernahme des Haushaltsgerätehersteller Candy war bereits ein entscheidender und sinnvoller Schritt. Candy ist Marktführer für Smart-Connected-Lösungen in Europa und bedient damit genau unsere Produktschiene.

Herr Fierling, vielen Dank für das interessante Gespräch. Das Interview führte Svenja Liebig

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Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de