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Die Coronakrise belastet neben der Gastronomie- und dem Hotelerie-Gewerbe vor allem auch den deutschen Mittelstand. Der digitale Mittelstandsfinanzierer creditshelf will u.a. mit Hilfe des neuen „Direct-Lending-Fonds“ nun eben jene KMU weiterhin unterstürzen. Wir sprachen mit Dr. Tim Thabe und Jan Stechele über den neuen Fonds und die Aussichten des Frankfurter Unternehmens in der aktuellen Krise.

Herr Dr. Thabe, was genau ist dieser Direct-Lending-Fonds, ausgestattet mit 62 Mio. EUR, wie dieser Tage gemeldet?
creditshelf-CEO Tim Thabe am Tag des IPOs im Juli 2018.
creditshelf-CEO Tim Thabe am Tag des IPOs im Juli 2018.

Dr. Thabe:  Der creditshelf Loan Fund wird getragen durch den EIF und dem Gesellschafterkreis. Dabei kommen 30 Mio. EUR  direkt vom EIF als Ankerinvestor und weitere 32 Mio. EUR von Anlegern aus dem Aktionärsumfeld der creditshelf, darunter auch mein Vorstandskollege Dr. Daniel Bartsch und meine Wenigkeit. Wir beide haben kleinere Teile unseres Aktienpakets durch Umplatzierungen im Gesellschafterkreis in ein Fondsinvestment umgewandelt. Der Fonds steht ab sofort zur Verfügung, um den mittelständischen Kunden in diesen schwierigen Zeiten zusätzliche Finanzierungsmittel bereitzustellen. Ich denke damit senden wir ein starkes Signal an den deutschen Mittelstand. In Zeiten wie diesen ist eine zusätzliche Kapitalquelle für unsere Plattform und damit für unsere Kunden enorm hilfreich.

Jan Stechele: Dem ist nichts hinzufügen. Der Loan Fund ist ein weiterer großer Meilenstein in unserer Firmengeschichte und wir freuen uns, einen Beitrag für den deutschen Mittelstand in diesen turbulenten Zeiten zu leisten.

Können Sie etwas dazu sagen, wie einfach oder aufwendig es ist, für einen Mittelständler, daraus Mittel zu beantragen?

Dr. Thabe: Für unsere mittelständischen Kunden ändert sich nichts. Hier gibt es keine weiteren bürokratischen Hürden, wie Sonderanträge oder dergleichen.

Wie sieht sich creditshelf in der aktuellen Krise aufgestellt?
Jan Stechele über das Geschäftsjahr 2019 der creditshelf AG.
Jan Stechele, CPO, der creditshelf AG.

Dr. Thabe: Wir sehen uns generell als Unterstützer des deutschen Mittelstands – jetzt ist der Moment gekommen, um dies zu beweisen. Auch in dieser Phase können wir den Mittelständlern Kredite bereitstellen. Die ökonomischen Folgen der Coronapandemie werden aber sicherlich noch zunehmen in den nächsten Monaten und besonders auch KMU treffen. Aber wir sehen uns dafür gut aufgestellt, sowohl mit Finanzierungsmitteln wie dem Loan Fund aber auch durch unsere Analysetechnologie, um die Kreditwürdigkeit festzustellen. Durch diesen externen Schock wird die Digitalisierung sich auch in der Bankenbranche enorm beschleunigen. Vieles, was wir als digitale Plattform schon vom ersten Tag an gemacht haben, wird sich jetzt auch endlich bei den traditionellen Finanzdienstleistern etablieren. Hier sind wir gerne bereit, unser Know-how, mit z.B. Banken, zu teilen. Wir sehen demnach überwiegend Chancen für uns in der aktuellen Coronasituation.

Wie kann creditshelf darüber hinaus dem Mittelstand in dieser turbulenten Zeit beispringen?

Dr. Thabe: Allein dadurch, dass wir schnelle digitale Prozesse haben, sind wir in der Lage prompt zu reagieren. Dies macht es leichter für uns, mit unseren mittelständischen Kunden zu kommunizieren. Generell haben wir es in der Krise geschafft, sehr flexibel zu agieren: So haben wir innerhalb von 48 Stunden ein Tool bereitgestellt, mit dem Kunden prüfen können, ob der KfW-Schnellkredit für sie in Frage kommt. Durch diese digitalen, flexiblen Möglichkeiten sehen wir uns gut aufgestellt, den Mittelstand in dieser schwierigen Phase zu unterstützen.

GoingPublic: Meine Herren, vielen Dank für das Gespräch.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.