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Am heutigen morgen ist der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert im Prime Standard Segment der Frankfurter Wertpapierbörse gestartet. Die Nachfrage hielt sich allerdings in Grenzen.

Rund drei Wochen nach ihrer Ankündigung macht Knaus Tabbert Nägel mit Köpfen und vollzieht ein IPO. Das Börsendebut des Wohnmobilherstellers wirkt eigentlich stabil, schließlich starteten die neuen Papiere genau am Ausgabepreis. Der Ausgabepreis war auf 58 EUR und damit am unteren Ende der Spanne festgelegt worden. Nachdem sich die Nachfrage als eher verhalten abzeichnete, hatte das Unternehmen beschlossen weniger Aktien auszugeben. Dass es daraufhin noch immer keinen Nachfrageüberhang gab, enttäuschte die meisten Anleger und Experten.

Am Morgen kletterten die Papiere dann kurz über 59 EUR, fielen aber rasch wieder zurück. Offenbar ist vielen Anlegern die Campingbranche dann doch nicht attraktiv genug. Vor allem dürften viele Investoren an der Nachhaltigkeit des derzeitigen Booms zweifeln. Im Vorfeld hatte Knaus Tabbert immer wieder die Corona-Krise als Boom-Katalysator genannt, da die Nachfrage nach Wohnwagentouren etc. stetig steigt. Die Anleger scheinen jedoch nicht überzeugt zu sein, dass dieses Verlangen nach Campingtrips Bestand haben wird.

Die Eigentümer, vor allem die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatten erst am Vorabend angekündigt, deutlich weniger Aktien zu verkaufen als geplant. Inklusive Mehrzuteilung gaben die Altaktionäre nun 3,65 Mio. Aktien ab. Dazu kommen noch 350.000 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Damit beträgt der Erlös des Börsengangs 232 Mio. EUR. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 602 Mio. EUR.

HTP hält nach dem Börsengang zusammen mit Vorstandschef Wolfgang Speck 61,5% der Knaus Tabbert –Anteile. Der Streubesitz liegt dann bei 38,5%. Ursprünglich hatten die Niederländer bis zu rund 48% der Anteile abgeben und mit der Platzierung insgesamt bis zu 366 Mio. EUR erlösen wollen.

Aus der Kapitalerhöhung fließen dem Unternehmen nun 20,3 Mio. EUR zu, die in den Ausbau der Produktion gesteckt werden sollen. Vor allem soll in Ungarn die Produktion von Kastenwagen ab Herbst 2021 ausgeweitet werden.