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Bereits im Alter von 19 Jahren nahm EVENTIM-Firmengründer Klaus-Peter Schulenberg (KPS) seinen ersten Künstler unter Vertrag; heute leitet er erfolgreich die CTS EVENTIM AG & Co. KGaA. Möchte man an ein Ticket gelangen, führt quasi kein Weg mehr an der Plattform vorbei. Von Timothy Veigel

Ob für Sport-, Kultur-, Comedy- oder Musikveranstaltungen – die Karten sind auf der Webseite des im SDAX notierten Unternehmens erhältlich. Im Jahr 1996 kaufte Schulenberg CTS (Computer Ticket Service) auf und brachte die Firma unter das Dach seiner Unternehmensgruppe KPS. Damals gab es noch einige Skeptiker, die bezweifelten, dass sich das Online-Ticketing tatsächlich durchsetzen würde – sie sind inzwischen jedoch alle verstummt. Der Vorstandsvorsitzende von KPS lenkte EVENTIM durch zahlreiche Effizienzsteigerungen und Angebotsausweitungen auf die Erfolgsspur. Seit 1999 betrieb Schulenberg eine intensive Expansionsstrategie, wodurch CTS zum europäischen Marktführer aufstieg und nun in 25 Ländern mit über 3.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aktiv ist. Die beiden Geschäftssäulen des Münchner Unternehmens sind das Ticketing und das Veranstalten von Live-Events. Auch im Ticketing-Zweitmarkt ist der Konzern durch die Plattform fanSALE vertreten, auf der Nutzer ihre erworbenen Eintrittskarten weiterverkaufen können.

Im Jahr 2000 – inmitten des Neuen Marktes – wagte EVENTIM den Sprung aufs Börsenparkett; inzwischen verkauft das Unternehmen jährlich mehr als 140 Mio. Tickets für über 200.000 Events.

„Wir sind seit fast 20 Jahren börsennotiert und schätzen insbesondere die Transparenz, die dies mit sich bringt. Sich an Quartalsergebnissen messen lassen zu müssen sehen wir nicht als Belastung, sondern als unternehmerische Chance“, erklärt Christian Steinhof, Head of Corporate Communications, auf die Frage nach den Vorteilen der Börsennotiz seines Familienunternehmens.

Aufgrund der zahlreichen Musikstreaminganbieter entsteht der Hauptverdienst der Künstler nicht mehr durch den Verkauf von Tonträgern, sondern vor allem durch Konzerte. Live-Auftritte machen laut Schulenberg inzwischen sogar 85% bis 90% des Erlöses aus und sind somit ein äußerst lukratives Geschäft.

Dabei beschränkt sich EVENTIM längst nicht mehr nur auf Musikkonzerte: Das Unternehmen bietet inzwischen Tickets für Veranstaltungen jeglicher Art an und verzeichnete 2017 das erste Mal einen Umsatz oberhalb der 1-Mrd.-EUR-Marke.

Effiziente Prozessverknüpfung

Sogar Online-Verkaufsriese Amazon hat bereits versucht, in den Markt für Eintrittskarten einzusteigen, jedoch vergeblich – die Konkurrenz war zu groß. EVENTIM macht auf operativer Ebene offenbar vieles besser als seine Wettbewerber. Der Ticketanbieter soll in der Lage sein, 3 Mio. Kunden gleichzeitig zu bedienen – ohne bei Großveranstaltungen, wie z.B. den Olympischen Spielen, einen Systemzusammenbruch zu erleiden. Das Unternehmen sieht sich somit selbst als Technologieführer. Durch organisches Wachstum und zahlreiche Akquisitionen wuchs das Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich. CTS investiert stark in seine IT-Infrastruktur. So wurden Prozesse optimiert, um die Systeme eines Unternehmens nach einer Übernahme schnell mit den eigenen zu harmonisieren. Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz sind die Münchner aktiv: Sie zielen hierbei auf die Erstellung von an den Kunden angepassten Angeboten ab. EVENTIM hat eine deutlich höhere EBIT-Marge als seine Wettbewerber (u.a. DEAG, Live Nation Entertainment), was sich neben der soliden IT-Infrastruktur damit begründen lässt, dass sie daran arbeiten, möglichst viele Teile der Wertschöpfungskette zu verknüpfen und zu kontrollieren. Das Unternehmen veranstaltet eigene Events, ist Betreiber mehrerer Spielstätten – wie z.B. der Berliner Waldbühne oder der LANXESS arena in Köln –, verfügt über eine eigene Redaktion und vertreibt natürlich die Tickets. Durch die Verflechtung dieser Bereiche ist der Anteil am Umsatz demnach höher als bei den meisten Konkurrenten.