Das Börsendebüt des vor 10 Jahren in Schweden gegründeten und heute mit 140 Mio. Nutzern weltweit größten Musikstreaming-Anbieters Spotify steht jetzt wie bereits länger erwartet kurz bevor. Die Aktien des Start-Ups sollen noch im ersten Quartal an der NYSE gelistet werden.

In der letzten Finanzierungsrunde 2015 wurde Spotify 2015 mit 8,5 Mrd. USD bewertet. Das Tech-Unicorn peilt einen Börsenwert von etwa 10 Mrd. USD an.

Ungewöhnlich dabei ist, dass Spotify den kostengünstigeren und schnelleren Weg einer Direktplatzierung einschlägt. Die Anteilsscheine werden also nur für den Handel an der NYSE eingetragen und zugelassen. Es fällt der übliche Weg der Beteiligung von Konsortialbanken und dem Bookbuilding-Verfahren weg und es werden keinerlei neue Aktien ausgegeben. Am Markt wird nun mit Spannung erwartet, ob sich die Spotify-Anteilseigner von Aktien trennen werden und ob ein fungibles Tauschumfeld entstehen wird.

Trotz Verlusten offenbar kein frisches Kapital notwendig

Derzeit kann das Börsenumfeld ja weiterhin als günstig bezeichnet werden. Ein zu erzielender ordentlicher Kapitalschub ist da für Spotify durchaus nicht unrealistisch und immerhin ist das Tech-Unternehmen der aktuelle Marktführer. Die Schweden operieren dabei in einem Umfeld mit Konkurrenten wie Amazon, Apple oder Soundcloud, Tidal und Deezer, wenngleich wie erwähnt nach wie vor verlustträchtig.

Das Management und die Investoren scheinen offenbar an das Geschäftsmodell zu glauben und vorerst eine zu rasche Verwässerung des Aktienkapitals vermeiden zu wollen. Das fällt angesichts einer Reihe bekannter Investoren wie etwa dem Staatsfonds von Dubai oder Coca-Cola entsprechend leichter. Über das reine Börsenlisting erlangt das Unternehmen nun einen neuen Liquiditätskanal, allerdings zu anfangs kontrollierteren Bedingungen.

Marktteilnehmer richten jetzt die Blicke darauf, ob Spotify seine, von Abonnenten- und Nutzerzahlen abhängigen, Marktperspektiven in einem dynamischen Geschäftsumfeld weiterhin aufrechterhalten kann. Zudem existieren immer wieder Klagen von Musikverlagen, die gegen eine unrechtmäßige Verwendung ihrer Künstler vorgehen wollen. Zum Jahresende erst, reichte der Musikverlag Wixen eine Klage gegen das Unternehmen ein und will mindestens 1,6 Mrd. USD erstreiten. Auch gelten US-Tech-Titel generell derzeit als relativ überbewertet. Dementgegen stehen gute Wachstumsaussichten im boomenden Streaming-Markt.

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