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Der nächste Börsengang 2021 kommt. Mit FRIEDRICH VORWERK startet ein Infrastrukturanbieter für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen neu an der Frankfurter Börse. Das Unternehmen will nun im Zuge der europäischen Energiewende weiter wachsen.

Börsengang

Die FRIEDRICH VORWERK Group SE hat die Preisspanne auf 41 bis 56 EUR pro Aktie festgelegt. Angeboten werden 2,0 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 6,0 Millionen bestehende Aktien der Altaktionäre MBB SE und ALX Beteiligungsgesellschaft mbH. Die Altaktionäre stellen zudem im Rahmen eines Green-Shoes weitere 1,2 Millionen bestehende Aktien zur Abdeckung einer möglichen Mehrzuteilung zur Verfügung. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption ergibt sich ein Streubesitz von 46%. Die Lock-up-Vereinbarung beträgt 180 Tage für das Unternehmen und 365 Tage für die Altaktionäre. Das Bookbuilding endet am 23.März, erster Handelstag soll der 25.März sein. Berenberg und Jefferies fungieren als Joint Global Coordinators und Hauck & Aufhäuser als Joint Bookrunner.

Im Rahmen der Preisspanne wird das Bruttoemissionsvolumen zwischen 377 Mio. EUR und 515 Mio. EUR betragen, der Bruttoerlös, der dem Unternehmen durch die Ausgabe der neuen Aktien zufließen könnte liegt demnach bei 82 Mio. EUR bis 112 Mio. EUR. Analog dazu ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 820 Mio. EUR bis 1,1 Mrd. EUR.

Anteilseigner & Führungsgremium

Mit dem Stand vor dem Börsengang hält die Berliner Beteiligungsgesellschaft MBB zwei Drittel der Anteile an FRIEDRICH VORWERK, die Beteiligungsgesellschaft des FRIEDRICH VORWERK CEO’s Torben Kleinfeldt ALX Beteiligung mbH ein Drittel. Die MBB wird bei Zeichnung sämtlicher Aktien und der Greenshoe-Option nach dem IPO noch über ca. 36% verfügen, entsprechend gehen 18% an die ALX. Die MBB hatte die Mehrheit an FRIEDRICH VORWERK im Herbst 2019 übernommen.

Der Aufsichtsrat besteht aus dem Vorsitzenden Dr. Christof Nesemeier (CEO von MBB), seinem Stellvertreter Dr. Julian Deutz (Springer SE) sowie aus Heike von der Heyden (Green City AG). Vorstandsvorsitzender ist seit Juli 2020 Torben Kleinfeldt, der bereits seit 18 Jahren für FRIEDRICH VORWERK tätig ist. Sein Vorstandskollege und CFO ist seit November 2020 Tim Hameister, der vorher für die MBB fungierte.

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Mittelverwendung

FRIEDRICH VORWERK will insbesondere seine Position im Wasserstoff- und Strommarkt in den kommenden Jahren ausbauen. Der Nettoerlös aus dem IPO soll maßgeblich für die Entwicklung der industriellen Produktion, den Transport und die Speicherung von Wasserstoff verwendet werden. Das Unternehmen plant etwa ein Drittel der Erlöse in den Bau eines Forschungs- und Entwicklungslabors für Wasserstofftechnologien zu investieren, das auch als Demonstrations- und Testplattform für gemeinsame Entwicklungsprojekte mit Kunden dienen soll. Mit einem weiteren Drittel will man die Kapazitäten bei der Tochter Bohlen & Doyen Bau vergrößern. Der Rest soll für Investitionen in die Digitalisierung und Automatisierung bereitstehen.

Im Zuge der im letzten Sommer seitens der Europäischen Union (EU) festgelegten Strategie zum Ausbau der Wasserstoffwirtschaft will FRIEDRICH VORWERK zudem die geographische Präsenz in Europa erhöhen. Dass dies durch externes Wachstum per Übernahme eines Wettbewerbers geschehen kann, kalkuliert FRIEDRICH VORWERK bei seinen Börsengangplänen explizit ein. Erst vor zwei Wochen hat das Unternehmen die Korupp GmbH übernommen, die ein profitabler Anbieter für Dienstleistungen und Produkte im Bereich des Kathodischen Korrosionsschutzes ist. Laut CEO Kleinfeldt steht bei zukünftigen Akquisitionen der Bereich Wasserstoff im Fokus, es seien aber auch Unternehmen, die im Segment Horizontalbohrungen für Kabelprojekte unterwegs sind, mögliche Übernahmekandidaten. Kleinfeldt sieht zudem die Benelux-Länder und Spanien als spannende Märkte an.

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