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Mit dem Verkauf von Edelsteinschmuck via TV und Internet ist das deutsch-thailändische Unternehmen in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Jetzt will der Online-Schmuckhändler frisches Kapital an der Frankfurter Börse einsammeln, um seine Produktionskosten zu senken, das Angebot auszubauen und in neue Länder zu expandieren. Auch die beiden Großaktionäre geben bis zu 1. Mio. Wertpapiere ab.

Börsengang
Maximal 2,54 Mio. Wertpapiere der elumeo SE können bis zum 1. Juli gezeichnet werden. Aus einer Kapitalerhöhung kommen 1,5 Mio. neue Aktien. Zudem wollen sich die beiden Großaktionäre Gründer Wolfgang Boyé und die thailändische Schmuckhersteller-Familie von 708.696 Aktien trennen. Bei starker Nachfrage will man zudem weitere 331.304 Mio. Papiere aus dem Besitz der Eigentümer im Rahmen einer Mehrzuteilung (Greenshoe) platzieren. Angebote können in einer Spanne zwischen 25 bis 33 EUR abgegeben werden.

Ab 3. Juli sollen die Aktien im Prime Standard der Frankfurter Börse notieren. Das IPO hat ein Volumen von bis zu 84 Mio. EUR. Dem Unternehmen fließen davon je nach Ausgabepreis zwischen 37,5 Mio. und 49,5 Mio. EUR zu. elumeo würde dann an der Börse zwischen 138 Mio. und 182 Mio. EUR wert sein. Nach dem IPO sollen maximal 46% der Aktien im Streubesitz sein. Société Générale und Baader Bank begleiten den Börsengang als Joint Global Coordinator und Joint Bookrunner. equinet und M.M. Warburg & CO sind als Co-Lead Manager mit von der Partie.

elumeo SE
WKN A11Q05
Zeichnungsfrist 18. Juni bis 1. Juli
Erstnotiz 3. Juli
Preisspanne 25 bis 33 EUR
MarketCap 137,5 Mio. bis 181,5 Mio. EUR
Marktsegment Frankfurt/Main (Prime Standard)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen 63,5 Mio. bis 83,8 Mio. EUR
Konsortium Société Générale, Baader Bank (Joint Global Coordinators, Joint Bookrunners)
equinet, M.M. Warburg & CO (Co-Lead Manager)
Free Float  max. 46%

Unternehmen
elumeo gehört zu den größten Online-Händlern für Edelsteinschmuck in Europa. Mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von etwa 30% seit 2009 gehört man nach eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden Schmuck-Einzelhändlern der europäischen Top 20. Unter den Marken Juwelo, AMAYANI und Rocks & Co. bietet die Gruppe derzeit in neun Ländern handgefertigte Schmuckstücke an. Hauptmärkte sind Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien. elumeo setzt beim Verkauf vor allem auf elektronische Direktvertriebskanäle: Kunden können den Edelsteinschmuck über eigene TV-Sender (Juwelo TV), Webshops, telefonisch oder per Smartphone- und Smart TV-App erwerben. Produziert wird der Modeschmuck in der eigenen Fabrik in Thailand. Von dort kommt die Ware per Flugzeug nach Europa. Die Kunden zahlen im Durchschnitt 80 EUR für die Schmuckstücke.

Markt
In Europa werden die Umsätze mit Edelstein- und Modeschmuck auf jährlich über 30 Mrd. EUR geschätzt. Marktstudien rechnen zwischen 2013 und 2018 mit einem jährlichen Umsatzanstieg von 4%. Etwa 70% des europäischen Schmuckmarktes entfallen auf Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Neben Globalisierung und E-Commerce sind kürzere Lieferintervalle (Fast Fashion) ein wichtiger Markttrend. Wie in der Modebranche erwarten auch die Kunden im Schmuckbereich, dass die Kollektionen immer schneller wechseln. Anbieter mit eigenem Einkauf, eigener Produktion und etabliertem Multi-Channel-Vertrieb besitzen deshalb Wettbewerbsvorteile.

Geschäftszahlen
2012 und 2013 stagnierte der Konzernumsatz bei etwa 50 Mio. EUR, 2014 stieg er dann um gut 30% auf 70,8 Mio. EUR. Das um Sonderfaktoren bereinigte EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um fast 120% auf 4,1 Mio. EUR. Das Nettoergebnis verdoppelte sich 2014 von 1,4 Mio. auf 2,8 Mio. EUR. Allerdings ging im vergangenen Geschäftsjahr der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 1,8 Mio. EUR auf minus 1,4 Mio. EUR zurück. Im 1. Quartal 2015 setzte sich dieser Trend fort: Die Erlöse wuchsen gegenüber dem Vorjahresquartal um 27% auf 19,5 Mio. EUR, der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sackte von 0,1 Mio. auf minus 8 Mio. EUR ab.

elumeo SE
2012 2013 2014 2015e
Umsatz* 52,0 53,2 70,8 85,0
Nettoergebnis* 0,3 1,4 2,8 3,3
EpS 0,05 0,25 0,51 0,60
KGV min. 458,3 98,2 49,1 41,7
KGV max. 605,0 129,6 64,8 55,0
*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: GoingPublic Research

Mittelverwendung
Mit dem Geld aus dem Börsengang will das deutsch-thailändische Unternehmen die Schmuckherstellung rentabler machen, sein Produktangebot ausbauen sowie weitere Sparten-TV-Sender und Internet-Shops gründen. „Das ist reine Wachstumsfinanzierung“, sagt Gründer und Verwaltungsratschef Wolfgang Boyé. Im geplanten Börsengang sieht er eine große Chance, weiteres Marktpotenzial zu erschließen. Der Schmuckmarkt befindet sich im Umbruch. Ähnlich wie die Modeindustrie vor 20 Jahren ist er von kleineren nationalen Anbietern geprägt, die ihre oft auf Monate im Voraus geplanten Kollektionen in lokalen Geschäfte anbieten. „Dank unserer integrierten Wertschöpfungskette profitieren wir von einem schnellen und kostengünstigen Produktionsprozess“, so Boyé. Diesen Wettbewerbsvorsprung soll eine verstärkte Wachstumsstrategie ausbauen.

Fazit
elumeo gehört zu den größeren Online-Händlern für Edelsteinschmuck in Europa. Die Märkte sind stark regionalisiert und die Geschäfte auch konjunkturabhängig. Das Unternehmen ist in einigen Jahren stark gewachsen und profitiert von der gesamten Wertschöpfung im Schmuckhandel. Die Gesellschaft schreibt schwarze Zahlen, die Erträge sind aber steigerungsfähig. Allerdings ist die Preisspanne hoch: Auch wenn die Aktie nur 25 EUR kosten und die Gesellschaft 2015 einen Gewinn von 3,3 Mio. EUR schaffen würde, käme sie auf ein stolzes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 42. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 1,9. Hingegen zahlen Anleger für die größere Schmuckkette Brigitte Bijou (Umsatz 2014: 335 Mio. EUR) nur den 1,3-fachen Jahresumsatz. Bedenklich stimmt zudem, dass sich Altaktionäre von großen Aktienpaketen trennen.

 

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