Die BaFin hat erstmalig ein virtuelles Wertpapier gebilligt: Das Berliner FinTech Bitbond gab jüngst seine Pläne bekannt, ein Security Token Offering (STO) durchführen zu wollen – der Verkauf der regulierten Token soll dem Vernehmen nach in drei Wochen starten.

Bitbond bezeichnet sich nach eigenen Angaben als erste globale Plattform für Unternehmensfinanzierungen. Dabei nutzen die Berliner vorrangig Blockchain-Technologie, um Darlehensnehmer mit Anlegern zusammenzuführen.

Laut Angaben des Handelsblatts soll die Zeichnung der Bitbond-Token am 11. März beginnen – das virtuelle Wertpapier, das in Form einer tokenisierten Schuldverschreibung ausgegeben wird, verspreche dabei 4% Zinsen pro Jahr für Investoren. Diese sollen in der Kryptowährung Stellar Lumens ausgezahlt werden.

Die Emissionserlöse aus dem STO sollen zwei Zwecken dienen: Zum  einen will sie Bitbond nutzen, um sein Kerngeschäft weiter auszubauen. Zum anderen plant das FinTech  damit seine Plattform für private Darlehen technisch weiter zu entwickeln – dazu gehöre laut Medienberichten das Voranbringen von Innovationen im Payments und Scoring Bereich.

Weg für STOs geebnet

Im Gegensatz zu Utility Token Offerings im Rahmen eines ICOs böten STOs mehr Sicherheit und Transparenz für Anleger. Security Token sind demnach in ihrer Ausgestaltung mit klassischen Wertpapieren vergleichbar – jedoch gab es bis dato noch keinen rechtlichen Rahmen hierzulande, digitale Token zur Unternehmensfinanzierung auszugeben. Mit der Genehmigung seitens der BaFin, eine solche virtuelle Finanzierung zu ermöglichen, könnte sich dies nun künftig ändern. Vor allem für junge Start-ups, aber auch KMUs könne ein Token Offering sinnvoll sein.

„STOs ermöglichen eine stärkere globale Verbreitung an Investoren, vergleichbar mit einem Crowdfunding-Investment“, erklärt uns Ruben Bach vom Beratungshaus svs Capital Partners während eines vom GoingPublic Magazin veranstalteten Blockchain-Gesprächskreis Ende Januar in Frankfurt „Spannend ist ein STO vor allem für technologieaffine, auch börsennotierte Mittelständler, die zwischen 5 Mio. und 15 Mio. EUR für Technologie- oder Projektfinanzierungen benötigen“, so Bach weiter.

Die meisten Krypto-Finanzierungen deutscher Unternehmen wurden bislang in Form von unregulierten ICOs über die Bühne gebracht, bei dem ein Großteil jedoch scheiterte oder sich gar als Mogelpackung herausstellte. Der ICO-Markt gilt deshalb derzeit als implodiert.

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