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Bildnachweis: worldometer.

Weltweit forschen Biotech- und Pharmalabore unter Hochdruck an wirksamen COVID-19-Impfstoffen und -Therapien. Im Konzert der Großen lässt auch die österreichische Marinomed Biotech mit vielversprechenden Erfolgen aufhorchen. Von Sven Heckle

Seit mehr als einem halben Jahr kämpft Österreich nun schon gegen die Ausbreitung des Virus und ist bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Zuletzt waren die Infektionszahlen allerdings wieder deutlich gestiegen; die Corona-Ampel der Hauptstadt Wien ist auf die zweithöchste Warnstufe Orange gesprungen.

Trotz der alarmierenden Entwicklung des Infektionsgeschehens und einer Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen zeigt sich Bundeskanzler Sebastian Kurz zuversichtlich, dass die Coronakrise insgesamt kürzer dauern könnte als noch im Frühjahr gedacht. „Der nächste Sommer kann schon ein normaler werden“, verbreitet er Optimismus, wenngleich auch Kurz damit rechnet, dass sich die Lage in den Herbst- und Wintermonaten zunächst noch einmal verschlechtern könnte.

Entwicklung tägliche Corona-Neuinfektionen in Österreich

Weltweit über 170 Impfstoffkandidaten

Das jüngste Update der Weltgesundheitsorganisation belegt eindrucksvoll, dass die Suche nach einem geeigneten COVID-19-Impfstoff derzeit mit einer nie zuvor gesehenen Geschwindigkeit vorangetrieben wird. Mehr als 170 Impfstoffkandidaten (Stand: August) wurden in Laboren rund um den Globus erforscht. 143 von ihnen befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in einer vorklinischen Phase, in der die Wirkstoffe noch nicht am Menschen getestet werden.

Die klinischen Studien, in denen neue Medikamente und Impfstoffe auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit an freiwilligen Testpersonen untersucht werden, sind in der Regel in drei Phasen aufgeteilt – Phase II für die Wirksamkeit, Phase III für die allgemeine Sicherheit. Immerhin 23 potenzielle Impfstoffe haben aktuell mindestens ihre Phase I erreicht, in der sie einem kleinen Personenkreis verabreicht und vor allem auf ihre Sicherheit hin überprüft werden. 14 Impfstoffkandidaten werden derzeit in der zweiten klinischen Phase erforscht, in der die Wissenschaftler im Rahmen von Tests an einigen Hundert Probanden schon mehr zum Sicherheitsprofil und zur richtigen Dosierung herauszufinden versuchen.

Hohe Wahrscheinlichkeit für geeignete Impfstoffe

In den abschließenden Phase-III-Testreihen, in denen in breit ausgelegten Studien mit Tausenden Freiwilligen auch seltene Nebenwirkungen und die Effektivität ermittelt werden sollen, zählte die WHO im August bereits sieben Impfstoffkandidaten – darunter etwa ein Präparat der US-Biotechfirma Moderna, ein Vakzin aus den gemeinsamen Forschungsreihen von AstraZeneca und der University of Oxford sowie der gemeinsam von Fosun Pharma, Pfizer und der deutschen Biotechschmiede BioNTech entwickelte Impfstoff BNT162b2. Damit steht es um einen schon bald verfügbaren Impfstoff gegen COVID-19 ausgesprochen gut: Rund ein Drittel aller Impfstoffkandidaten erhalten letztlich eine Zulassung. Hat es ein Impfstoff erst einmal in die Phase III der klinischen Testreihen geschafft, steigen seine Chancen auf eine Zulassung durch die Gesundheitsbehörden laut Statistik gar auf 85%.

Erste Forschungsteams feiern Durchbruch

Doch die enorme Geschwindigkeit, mit der COVID-19-Impfoffentwicklungen seit vielen Monaten durch die klinische Erprobung geschleust werden, erntet nicht nur Applaus. Bedarf die Entwicklung eines Vakzins normalerweise rund zehn Jahre plus zusätzlicher Zeit für die Skalierung einer nennenswerten Produktion, soll die Bereitstellung von COVID-19-Impfstoffen binnen eines Jahres möglich sein.

Erste Forschungsteams haben bereits den Durchbruch verkündet. So hat der Impfstoffkandidat von CanSino Biologics Ende Juni bereits eine eingeschränkte Zulassung für die Anwendung beim chinesischen Militär erhalten. Mitte August verkündete Russland die Freigabe seiner Vakzine „Sputnik V“ für Massenimpfungen – noch bevor die Ergebnisse der ersten beiden klinischen Phasen publiziert und Phase III abgeschlossen worden waren. Dazu kommt: Bekanntlich ist keine Impfung zu 100% effektiv. Das US-amerikanische Centre of Disease Control taxiert die Effektivität einer Grippeimpfung in der Regel gar auf weniger als 50%.

Hoffnung auf neue Therapien zur Behandlung

Ebenso wichtig wie das Erreichen vielversprechenden Fortschritte in der Impfstoffentwicklung sind neue Medikamente zur Behandlung bereits erkrankter Menschen. Große Hoffnungen ruhen in diesem Zusammenhang auf Präparaten, die bereits zur Behandlung anderer Krankheiten zugelassen sind und deren Spezifizierung schneller und einfacher möglich sein dürfte als eine über viele Jahre dauernde Entwicklung eines komplett neuen Wirkstoffkandidaten. Während Tests mit Herz-Kreislauf-Medikamenten, Präparaten für Lungenkranke und dämpfende Immunmodulatoren in erster Linie darauf abzielen, mögliche schwerwiegende Folgen einer COVID-19-Erkrankung abzumildern oder gar zu verhindern, sollen antivirale Medikamente, die ursprünglich gegen HIV, Ebola, Hepatitis, Grippe, SARS oder MERS entwickelt wurden, den COVID-19-Erreger direkt angreifen und seine Vermehrung blockieren.

Marinomed Biotech AG (ISIN ATMARINOMED6)

Wiener Biotechschmiede lässt aufhorchen

Zur letztgenannten Kategorie gehört auch der antivirale Wirkstoff Carragelose des österreichischen Biotechunternehmens Marinomed Biotech. „Wir konnten nun mit ersten Tests zeigen, dass Carragelose auch gegen SARS-CoV-2 ein wirksamer Virusblocker ist. Diese Ergebnisse werden inzwischen von unabhängigen Studien in den USA und Argentinien bestätigt“, so Vorstandschef Andreas Grassauer. Ähnlich wie Antikörper könne Carragelose die Viren neutralisieren und so die Zellen vor der Infektion schützen.

So zeige eine Studie, dass das Produkt schon bei äußerst geringer Dosierung die Vermehrung des Virus um mehr als 99,99% reduzieren kann. „Wir verfügen mit Carragelose über ein sicheres und hochwirksames Produkt gegen SARS-CoV-2, das bereits heute in mehr als 40 Ländern auf dem Markt ist. Mit unseren Nasensprays und Rachenprodukten können wir schon jetzt eine hervorragende, sofort verfügbare Behandlungsmöglichkeit bieten und damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Coronapandemie leisten“, ist der Unternehmenschef überzeugt.

Fazit

Während sich gerade institutionelle Investoren auf die an den US-Börsen notierten Forscher konzentrieren, scheint die in Wien notierte Aktie eine interessante Alternative zu bieten.

Diesen und viele weitere spannende Beiträge können sie in unserem Special „Kapitalmarkt Österreich“ nachlesen