Laut aktueller Kirchhoff Consult-Studie hat sich 2015 die Anzahl der Börsengänge trotz des volatilen Kapitalmarktumfelds im Vergleich zum Vorjahr von 8 auf 15 nahezu verdoppelt. Gleiches gilt für das Emissionsvolumen, das auf 7,1 Mrd. EUR anstieg (2014: 3,7 Mrd. Euro).

Dabei erzielten drei Unternehmen ein Emissionsvolumen von über 1 Mrd. EUR, darunter Covestro mit einem Volumen von 1,5 Mrd. EUR, die Deutsche Pfandbriefbank  mit knapp 1,2 Mrd. EUR und Scout24 mit rund 1 Mrd. Euro.

Deutlicher Zuwachs des Emissionsvolumens 2015. Quelle: Kirchhoff Consult.
Deutlicher Zuwachs des Emissionsvolumens 2015. Quelle: Kirchhoff Consult.

Jedoch fiel laut Analyse für mehr als die Hälfte der Unternehmen der Börsenstart 2015 nicht sehr positiv aus: Insgesamt zeigten zum Stichtag nur sieben Titel eine positive Kursentwicklung. Den größten Zuwachs verbuchte das finnische FinTech Unternehmens Ferratum Oyi mit einem Plus von gut 71%. Einen deutlichen Einbruch erlitt hingegen windeln.de mit einem Verlust von rund 41% zum Jahresende. Trotz allem lag der durchschnittliche Kurszuwachs der Börsenneuzugänge Ende 2015 bei rund 4,6%.

Kirchhoff Consult prognostiziert für 2016 trotz der aktuellen Kursturbulenzen einen stabilen IPO-Markt mit rund 15 Neuemissionen. Mit BRAIN gab es bereits in dieser Woche den ersten Börsengang des Jahres, der zugleich das erste Biotech-IPO  nach neun Jahren hierzulande war. Das südhessische Unternehmen erlöste rund 32 Mio. EUR und erzielte seit der Erstnotiz am Dienstag ein Kursplus von 4%. Weitere Unternehmen, wie HelloFresh, die ihr Börsendebüt bereits 2015 avisiert hatten, Bombardier oder die Erneuerbare Energien-Sparte von RWE befinden sich derzeit in der IPO-Pipeline für das laufende Jahr (mehr Infos in unserer GoingPublic Watchlist).

Weniger erfreulich sah es laut Kirchhoff-Analyse am KMU-Anleihemarkt 2015 aus: Konnten 2014 noch 30 Mittelstandsanleihen platziert werden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 21. Auch beim Platzierungsvolumen zeigten sich deutliche Verluste: So wurden 2014 noch rund 1,6 Mrd. EUR an Bonds platziert, 2015 hingegen nur noch rund 736 Mio. EUR und somit weit weniger als die Hälfte.

Für 2016 geht Kirchhoff Consult von einem weiteren Rückgang aus. Die anstehenden Refinanzierungen und die zum Teil intransparente Kommunikation der Unternehmen – wie das jüngste Beispiel German Pellets zeigt –  werden den Gesamtmarkt der Mittelstandsanleihen weiterhin negativ beeinflussen. So gehe die Finanzkommunikations-Agentur von rund 15 Emissionen aus, wobei das Emissionsvolumen voraussichtlich erneut deutlich unter 1 Mrd. EUR liegen wird.

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