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Bildnachweis: ©sewcream – stock.adobe.com, GBC.

In den Fokus von Investoren zu kommen und zu bleiben ist aufgrund der Vielzahl von Investmentmöglichkeiten am Kapitalmarkt eine nachhaltige Herausforderung für die IR-Abteilungen börsennotierter Unternehmen. Gerade für mittelständische börsennotierte Unternehmen ist die Investor-Relations-Arbeit deshalb von essenzieller Bedeutung, um eine erfolgreiche Kapitalmarktstrategie umzusetzen.

Seit 2007 befragen wir aus diesem Grund jährlich den deutschen börsennotierten Mittelstand zu seiner Investor-Relations-Arbeit und den dabei verwendeten Instrumenten. Die diesjährige Umfrage, die im Zeitraum von März bis Mai 2021 vorgenommen wurde, aktualisiert die Befragungen aus den Jahren 2007 bis 2020.

IR-Budgets steigen trotz Corona weiter

Die IR-Budgets sollen laut Umfrage bei der Mehrheit der Unternehmen konstant bleiben, so die Aussage von 65% der Befragten (Vorjahr: 70%). 32% planen trotz Corona weitere Steigerungen (Vorjahr: 25%). 3% (Vorjahr: 5%) der Befragten planen eine Senkung der Budgets und damit Einsparung der IR-Ausgaben. In die Investorenarbeit wird damit weiterhin investiert und die Ausgaben bleiben auf sehr hohem Niveau.

Analysten und institutionelle Investoren im Mittelpunkt der IR-Arbeit

Analysten und institutionelle Investoren stehen gemäß unserer Umfrage weiterhin im Zentrum der IR-Arbeit. Die beiden Zielgruppen wurden dabei von 89% bzw. 95% der Befragten als äußerst wichtig eingestuft.

Von Jahr zu Jahr besteht eine positive Tendenz bei institutionellen Investoren hinsichtlich der Bedeutungseinschätzung. Hier ist der Umfragewert im Vergleich zum Vorjahr (91%) auf 95% weiter angestiegen.

Die IR-Zielgruppe „private Investoren“ hat in der aktuellen Umfrage mit 79% einen Rückgang von 5% zum Vorjahr erreicht (84%) und liegt hinsichtlich der Bedeutung wieder im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Hier lesen Sie unsere IPO News.

Konferenzen und One-on-One-Meetings auf Konferenzen erneut am beliebtesten

Wie in Abb. 3 zu sehen ist, sind One-on-One-Meetings, also direkte Einzelgespräche auf Investorenkonferenzen (Präsenz- oder Onlineveranstaltung), mit einem Wert von 95% bei den IR-Verantwortlichen das beliebteste IR-Instrument.

Und auch die Investorenkonferenzen konnten in der Bedeutung bei den IR-Verantwortlichen weiter zulegen. In der diesjährigen Umfrage wurden sie von ebenfalls 95% der Befragten als „wichtig“ eingestuft (Vorjahr: 90%).

Gewinner der diesjährigen Umfrage hinsichtlich der Bedeutungswahrnehmung ist der Nachhaltigkeitsbericht. Dieser hat nach zwei schwachen Jahren (Aussage „wichtig“: 2019: 29% und 2020: 38%) einen großen Sprung bei der Bedeutung auf mittlerweile knapp 46% verzeichnen können.

Mit 69% lässt sich beim IR-Instrument Telefonkonferenz eine Differenz an Bedeutung bei den IR-Verantwortlichen erkennen. Dabei haben die Telefonkonferenzen im Vergleich zum Vorjahr rund 16 Prozentpunkte eingebüßt. Allerdings war das Vorjahresniveau mit fast 85% außergewöhnlich hoch. Eine Erklärung hierfür sollte sein, dass die Investorenkonferenzen während des Lockdowns nahezu allesamt digital über Zoom, Teams & Co. durchgeführt wurden und dass dadurch klassische Telefonkonferenzen (ohne Video) weniger wichtig geworden sind.

Hier finden Sie unsere umfassenden IPO Analysen.

LinkedIn Plattform der Wahl für Investorenkommunikation

Wie auch schon im Vorjahr wurde in diesem Jahr erneut zum Thema Social-Media-Plattformen befragt. Social Media wird laut Umfrage bei der Investorenkommunikation an Bedeutung gewinnen. LinkedIn bleibt hier mit 95% das wichtigste Instrument bei den Befragten und ist in den letzten Jahren deutlich in der Bedeutung angestiegen.

MiFID II – Unternehmen haben sich arrangiert

Nach der der Einführung der MiFID-II-Regulierung im Januar 2018 haben wir jedes Jahr nach deren Auswirkungen gefragt. Mittlerweile haben sich die Unternehmen wohl auf das neue regulative Umfeld eingestellt; MiFID II erschwert die IR-Arbeit laut Aussage nur noch bei 34% der Befragten. (Vorjahr: 39%)

Fazit

Auch wenn die Regeln neu geschrieben werden – rund 16 Monate nach Beginn der Pandemie hat sich die Situation bei der IR-Arbeit wieder sichtlich beruhigt und aufgehellt. Budgetkürzungen stehen nicht an. Rund ein Drittel der Befragten plant auch dieses Jahr wieder eine Budgetsteigerung.

Unter der Vielzahl an zur Verfügung stehenden IR-Instrumenten haben sich mit sehr hoher Zustimmung erneut die One-on-One-Meetings auf Konferenzen mit dem Votum „wichtig“ herauskristallisiert. Aber auch Investoren- und Analystenkonferenzen sowie nationale Roadshows genießen eine beträchtliche Anerkennung und zählen gemäß Umfrage somit zu den wichtigen Instrumenten der IR-Arbeit.

Im Schatten der Coronaauswirkungen bleibt nicht viel Platz für weitere Themen. Doch gerade die Pandemie stellt unter Beweis, wie sinnvoll der Faktor Nachhaltigkeit auf allen Ebenen ist.

Zusammengefasst zeigt sich der börsennotierte deutsche Mittelstand gegenüber Investoren sehr offen und nimmt die IR-Arbeit gerade in der Krise überaus ernst.

Zu den Autoren:
Manuel Hoelzle ist Chefanalyst und Christina Heinzelbecker Konferenzmanagerin bei der GBC AG. Das Unternehmen mit Sitz in Augsburg ist eines der führenden bankenunabhängigen Investmenthäuser in Deutschland und erfahrener Emissionsexperte für den deutschen Mittelstand.