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Die Zahl der Börsengänge in Europa stieg 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 25 IPOs auf 69 Neuemissionen. Das ergibt die jüngste IPO-Analyse der FCF Fox Corporate Finance GmbH. „Die Unsicherheiten wegen der US-Präsidentschaftswahlen im Herbst, der COVID-19-Pandemie oder der Brexit-Verhandlungen konnten den IPO-Markt in Europa 2020 nicht ausbremsen“, erklärt Arno Fuchs, CEO von FCF.

Regional zeigen sich große Unterschiede hinsichtlich der Zahl der IPOs. Italien, Frankreich und die Schweiz verzeichneten insgesamt nur sieben Börsengängen. Großbritannien hingegen konnte allein zwölf IPOs vermelden, Deutschland immerhin sieben.

Vor allem in der zweiten Jahreshälfte gewann das Geschehen an Dynamik: Bei Micro Caps von 20 Mio. EUR bis 50 Mio. EUR stieg die Zahl von drei IPOs in der ersten Jahreshälfte auf 21 bis Jahresende. Bei Small Caps bis zu 100 Mio. EUR erhöhte sich die Zahl der Börsengänge im zweiten Halbjahr von vier auf 15. Medium Caps bis 250 Mio. EUR stiegen von sieben auf zehn Neuemissionen. Und Large Caps verdoppelten sich in den letzten sechs Monaten 2020 auf sechs IPOs.

Trotz herausfordernder Bedingungen sei das Interesse an Börsengängen gewachsen, sagt Fuchs: „Die hohe Liquidität im Markt treibt diese Entwicklung.“ Zudem belegt die Wertentwicklung der neuen Emittenten, dass IPOs attraktive Optionen sind: Zaptec aus dem Segment der Micro IPOs legte seit dem Börsengang um 176,3% zu, Exasol als Small Cap verbesserte sich um 151,6% und GVS Filter Technology als Large IPO stieg um 80,7%. Fuchs: „Diese Beispiele zeigen das enorme Potenzial von Börsengängen.“

Der FCF-CEO ist auch für 2021 optimistisch: „Es stehen zahlreiche Unternehmen in den Startlöchern, um den Gang aufs Parkett zu wagen.“ Impulse könnten nach Meinung von Fuchs aus der Hoffnung auf die Eindämmung der Pandemie mit Hilfe der Impfstoffe gegen das Coronavirus kommen, außerdem mit Aussicht auf eine Erholung der Wirtschaft und aus der anhaltend niedrigen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die erste deutsche Firma hat denn auch bereits das IPO im ersten Quartal 2021 angekündigt: Auto1 geht in Frankfurt an die Börse.