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Das noch junge Jahr 2018 könnte laut Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC das beste Jahr seit langer Zeit am IPO-Markt werden: So sei mit einem hohen Gesamt-Emissionsvolumen in diesem Jahr zu rechnen – den geplanten Milliarden-Börsengängen von Siemens Healthineers oder Springer Nature sei Dank.

Aktuell bereiten sich nach Angaben von PwC etwa 15 bis 20 Unternehmen auf einen Börsengang  vor – einige Börsenaspiranten dürfte man bereits im ersten Halbjahr 2018 zu Gesicht bekommen. Erwartet werden u.a. Unternehmen wie DWS, Knorr-Bremse, Springer Nature und Siemens Healthineers. Zusammen stünden allein diese vier Kandidaten für ein potentielles Emissionsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich, wobei etwa die Hälfte davon auf Siemens Healthineers entfallen dürfte. Kommt es tatsächlich zu diesen schwergewichtigen Börsengängen, könnten wir in Deutschland das höchste IPO-Volumen seit 18 Jahren erwarten.

Sicherlich wird es unter anderem von der Entwicklung des geopolitischen Umfeldes und der globalen Zinspolitik abhängen, ob alle Börsenkandidaten ihr anvisiertes Fenster nutzen können: „Für 2018 rechnen wir daher mit 14 bis 18 IPOs“, erklärt Nadja Picard, Kapitalmarktexpertin bei PwC und Partnerin im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services.

Geopolitisches Umfeld muss stimmen

Wesentlicher Treiber für die starke Entwicklung am deutschen IPO Markt könnte nach wie vor von europäischer Ebene kommen: “Die beiden tragenden Instrumente der Geldpolitik der EZB sind hierbei der seit 2011 kontinuierlich auf null gesunkene Leitzins und das in 2015 aufgesetzte Anleiheaufkaufprogramm, welches den Markt liquide hält. Diese Kombination hat ein monetäres Umfeld geschaffen, bei dem Anleger so gesehen in den Aktienmarkt investieren müssen, um überhaupt eine Rendite zu erzielen“, fasst Picard das Marktumfeld aus geldpolitischer Sicht zusammen. Der Effekt lässt sich auch an der starken Performance des DAX ablesen. Im Jahr 2017 wurde hierbei eine Jahres-Rendite von 12,5% erzielt. „2017 wurden durch DAX Unternehmen wieder so viele Dividenden wie noch nie ausgezahlt. Zudem sehen viele Unternehmen optimistisch in die Zukunft, was sich durch gute Werte bei Stimmungsindikatoren ausdrückt.“

Geringe Volatilität hält an

Geringe Volatilität und Hausse beim DAX 2017. Quelle: PwC/Bloomberg.
Geringe Volatilität und Hausse beim DAX 2017. Quelle: PwC/Bloomberg.

Weiterhin haben geringe Werte beim den Volatilitätsindices, wie beispielsweise dem VDAX NEW, zu einem positiven Transaktionsumfeld beigetragen. Abgesehen von Ausschwüngen bei der Volatilität im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl im April, hätten Marktteilnehmer laut PwC gelassen auf Ereignisse mit globaler Tragweite reagiert. Die Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der niedrigen Volatilität hätten sogar noch mehr IPOs zugelassen. Eine mögliche Erklärung hierfür könnte sein, dass IPO Kandidaten bei der langfristigen Planung ihres Börsengangs neben der Frankreich-Wahl im Frühjahr auch die Bundestagswahl berücksichtigt und ihre Pläne entsprechend aufgeschoben haben.

Bereits im vergangenen Jahr erlebten wir ein für deutsche Verhältnisse starkes Börsenjahr mit insgesamt 11 IPOs (das GoingPublic Magazin geht ausschließlich von reinen öffentlichen Angeboten aus) bei einem Emissionsvolumen von  2,7 Mrd. EUR.

 

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