Bildquelle: © CSG Group

Nach dem furiosen Börsenstart des tschechischen Rüstungskonzerns Czechoslovak Group (CSG) am 23. Januar 2026 hat sich die Aktie (ISIN: NL0015073TS8, MarketCap: 31,03 Mrd. EUR) in einem Kurskorridor zwischen 30 und 32 EUR eingependelt. Das bisherige Hoch wurde am 26.01.2026 bei rund 34 EUR erreicht. Seitdem ging es leicht bergab. Von Gian Hessami


Am Dienstagnachmittag (03.02.2026) notierte der Titel bei 31,60 EUR. Damit lag er gegenüber dem Ausgabepreis von 25 EUR immer noch mit rund 26 % im Plus. Auf dem aktuellen Niveau ist das Unternehmen an der Börse rund 31 Mrd. EUR wert. Zum Vergleich die Marktkapitalisierung der deutschen Konkurrenten: Rheinmetall: 79,3 Mrd. EUR, Hensoldt: 9,2 Mrd. EUR und Renk: 5,3 Mrd. EUR.

CSG stellt Munition, Radarsysteme und schwere Militärfahrzeuge her. In den ersten neun Monaten 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 4,5 Mrd. EUR (9M 2024: 2,5 Mrd. EUR) und einen Nettogewinn von 513 Mio. Euro. (9M 2024: 417 Mio. EUR). Insgesamt hat CSG beim IPO rund 3,3 Mrd. Euro eingesammelt.

1 Monatschart CSG Stand 03.02.2026, 15:39 Uhr || Quelle: stock3.com

Hohe Volatilität bei Rüstungswerten

Der erfolgreiche Börsengang unterstreicht das wachsende Interesse der Anleger am Verteidigungssektor. Zugleich ist das Bewertungsniveau an der Börse bei Aktien aus diesem Sektor in den vergangenen Jahren sichtbar gestiegen. Die europäische Verteidigungsindustrie erlebt derzeit eine Phase erhöhter Staatsausgaben für Sicherheit und Rüstung. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Ukraine-Krieg. Durch Börsengänge können Rüstungsunternehmen wie CSG zusätzliche Mittel einsetzen, um weitere Technologien zu entwickeln oder strategisch zu wachsen. Gleichwohl weist die Branche eine vergleichsweise hohe Volatilität auf. Auf Sicht der vergangenen sieben Tage ist die CSG-Aktie um 3,7 % gefallen. (Rheinmetall: -2,7 %, Hensoldt: -4,6 %, Renk: -7,6 %)

Blick in die Ukraine

Neben den Chancen gibt es – wie bei allen Aktieninvestments – auch Risiken. Als Rüstungskonzern ist CSG stark von staatlichen Entscheidungen und politischen Rahmenbedingungen abhängig. Aktien von Unternehmen aus der Rüstungsbranche unterliegen oft deutlichen Kursschwankungen – je nach Nachrichtenlage und geopolitischen Ereignissen. Auch wenn es zynisch klingen mag: Sollte irgendwann ein Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine in Sicht sein, könnten die „Rüstungs-Aktien“ an Wert verlieren. Andererseits kann man aber auch argumentieren, dass es für die Verteidigungsbranche längerfristig gute Aussichten gibt, da die aktuellen Konflikte in der Welt nicht weniger werden.

Autor/Autorin

Gian Hessami
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Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist und schreibt für GoingPublic Beiträge rund um Aktien und den Kapitalmarkt. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte spezialisiert. Hessami Corporate Publishing