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Familienunternehmen gelten bekanntlich als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Auch am Kapitalmarkt findet man einige global agierenden Konzerne, die sich trotz internationaler Ausrichtung seit Jahren in Familienhand befinden; wenngleich die Anzahl der Mittelständler, die es tatsächlich in jüngster Vergangenheit auf das Börsenparkett gewagt haben, eher gering ist. Von Svenja Liebig

Doch so bunt und vielfältig wie moderne Familien als solche in der heutigen Zeit eben sind, ändert sich auch bei den klassischen Familienunternehmen so Einiges: Eine aktuelle Studie der KfW belegt, dass nur noch 44% der befragten Firmeninhaber ihre Nachfolge in familieninterne Hände legen mag – ein Rückgang von knapp 20% im Vergleich zum Jahr 2017. Ein Grund: mitunter der demografische Wandel, sprich: es mangelt am potenziellen Nachwuchs.

Finanzinvestoren sind interessiert

In der Folge ziehen mittelständische Unternehmen verstärkt externe Käufer für die Nachfolgeregelung in Betracht, z.B. Finanzinvestoren oder Existenzgründer. Für letztere Gruppe ein sicher lohnendes Investment, denn die Vorteile von Familienunternehmen liegen auf der Hand: So sind die Strukturen viel häufiger auf Langfristigkeit ausgelegt und das Arbeitsklima oft positiver als bei Nicht-Familienunternehmen. Unsere GoingPublic Magazin-Rubrik „Familienunternehmen an der Börse“ beweist, dass der Kapitalmarkt und familiäre Strukturen kein Widerspruch in sich sein müssen. Doch was ist ein Familienunternehmen unter dem Strich ohne ihre (Gründer-)Familie?

Wie überall gibt es auch hier sicher Vor- und Nachteile: Mit dem Einstieg eines Dritten könnten sich z.B. verkrustete Strukturen vermehrt lösen – andererseits ginge womöglich die hochgelobte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Stabilität auf Dauer verloren.

Auch hier steht also ein großer Wandel bevor, den es noch näher zu beobachten gilt.

Der Kommentar erschien zuerst im Newsletter KapiatalmarktUpdate 24-2019 – zur Anmeldung geht’s hier.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de