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Bildnachweis: International School Augsburg.

Wenn man an IPOs denkt, denkt man an junge Unternehmen, die – ob gerechtfertigt oder nicht – omnipräsent in der Wahrnehmung sind: wegen ihrer innovativen, gehypten Geschäftsmodelle, die es so nie gab, die sich aber auch oft genug als heiße Luft entpuppen. An Bildungseinrichtungen denkt man in Zusammenhang mit dem Börsengang weniger. Und doch wagt mit der International School Augsburg (ISA) eine Schule den Gang aufs Parkett. Vorstand Marcus Wagner erklärt, warum Investoren ruhig auch bei seiner Aktie zuschlagen sollten.

GoingPublic: Herr Wagner, Ihre Schule geht an die Börse. Das klingt erst einmal ungewöhnlich. Wie sind Sie darauf gekommen?

Wagner: Die International School Augsburg wurde 2005 als gemeinnützige GmbH gegründet. Wir haben dann recht schnell beschlossen, die ISA in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft (gAG) umzuwandeln – mit anschließendem Börsengang.

Das klingt nahezu visionär – ich wage zu behaupten, dass an meiner ehemaligen Schule niemand wusste, was IPO bedeutet.

Marcus Wagner

Wir haben in Deutschland im Bereich Bildung einen Investitionsstau, sei es hinsichtlich Gebäudeinfrastruktur, Digitalisierung oder Lehrerfortbildung. Jetzt muss der Staat auch noch die Folgen der Corona-Krise bewältigen. Ich sehe nicht, wie dieser Investitionsstau abgebaut werden, geschweige denn, wie Fortschritt finanziert werden soll.

Wenn Sie so wollen, ist das das “Big Picture” des Börsengangs: An der ISA sind wir überzeugt, dass es innovative Finanzierungsmodelle und echte Public-Private-Partnership-Projekte für hochwertige Bildung braucht. Investoren am Kapitalmarkt müssen erkennen, dass Investition in Bildung auch für sie ein wichtiges Zukunftsthema ist.

Wie reagieren die Investoren denn bisher auf Ihre Bekanntgabe des IPOs?

Anfangs haben sich einige an der Gemeinnützigkeit gestört, diese Bedenken konnte ich aber inzwischen entkräften. Unsere Unternehmenswertentwicklung ist nachhaltig. Als gemeinnützige AG sind wir zu schlanken Strukturen verpflichtet und von einer Reihe von Steuern, wie Gewerbe- und Körperschaftssteuer, befreit. Gleichzeitig erhalten wir Fördergelder. So fließt viel zusätzliches Kapital inklusive der “Dividenden”, die wir nicht ausschütten dürfen, direkt in den Auf- und Ausbau des Unternehmenswertes.

Das ist der Grund, warum die ISA in kurzer Zeit wertmässig so wachsen konnte. Unser Ziel ist es, mit diesen Möglichkeiten unser Wachstum auch in der Zukunft fortzusetzen.

Und Sie erfüllen die ESG-Kriterien, die für Investoren immer wichtiger werden.

Wir erfüllen nicht nur alle ESG-Kriterien, sondern arbeiten auch im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, insbesondere um “hochwertige Bildung” (Ziel 4) zu gewährleisten.

Konnten Sie letztlich den Appetit der Investoren anregen?

Bis zum Beginn der Zeichnungsfrist tappen wir sicher mehr im Dunkeln als “konventionelle” IPOs, bei denen überwiegend institutionelle Investoren die neuen Aktien zeichnen, aber auf mich wirkt es definitiv so, als ob das Interesse an der Schule und unserem Grundsatzthema “Investition in Bildung” Tag für Tag steigt.

Sie gehen in München an die Börse. Wegen der bayerischen Heimatliebe?

Die Börse München ist der ideale Standort für uns. Wir erhalten über das Listing im m:access Zugang zu einem Qualitätssegment mit hoher Reputation und können über den Standort regionale Investoren erreichen. Gleichzeitig unterstützt uns die Börse sehr sowohl im Marketing als auch mit der Möglichkeit, Aktien direkt über die Zeichnungsbox der Börse zeichnen zu können.

Wann beginnt die Zeichnungsfrist?

Das Bezugsangebot für Altaktionäre läuft von 22. Februar bis 8. März, die Zeichnungsfrist selbst von 23. Februar bis 9. März.

Und wo darf ich bei Interesse meine Unterschrift unter dem Zeichnungsschein leisten?

Man kann die Aktie über die eigene Hausbank zeichnen, aber auch über die Zeichnungsbox der Börse München. Außerdem läuft parallel eine Privatplatzierung. Über unsere Webseite https://investor.isa-augsburg.com kommt man auf die Landingpage, über die man sehr einfach mit wenigen Eingaben die neuen Aktien privat zeichnen kann.

Was kostet die Aktie?

Die Aktie kostet 12,50 EUR. Insgesamt geben wir 639.580 Aktien aus und erhalten bei voller Zeichnung Kapitalzuflüsse in Höhe von knapp 8 Mio. EUR.

Sie haben eben das Big Picture skizziert – dennoch gehe ich davon aus, dass Sie auch einen pragmatischen Grund haben, der Sie dazu bewegt, Eigenkapital an der Börse einzusammeln?

Das ist richtig. Wir planen, einen neuen Campus zu bauen, der es uns ermöglicht, uns weiter zu entwickeln.. Wir wachsen mit der Wirtschaftsregion A³-Augsburg-München. Eine internationale Schule ermöglicht es den Firmen internationales Fachpersonal anzuwerben, weil die Kinder dieser Mitarbeiter in unserer Schule eine internationale anerkannte Ausbildung erhalten. Unser neuer Standort gibt uns auch den Raum für neue Angebote, wie eine Kindertagesstätte oder ein Internat, und bietet außerdem am Bahnhof Gersthofen eine hervorragende Verkehrsanbindung. Neben dem Emissionserlös werden wir sehr durch Fördermittel des Staates unterstützt. Ein kleiner Teil kommt aus Fremdkapital. Es ist eine einmalige Chance, jetzt ein Bauvorhaben zu beginnen, wo alle Erkenntnisse aus der Corona-Zeit direkt in die Gebäudeplanung einfließen können.

Zudem demonstrieren wir den Investoren mit dem Ausbau die Skalierbarkeit des Bildungsmodells der ISA und unsere Wachstumsoptionen.

Bringen Sie die gelebte Aktienkultur auch in Ihren Lehrplan ein?

Wir sind bereits seit Ende 2016 eine Aktiengesellschaft und viele Eltern halten Aktien. Im Unterricht selber werden Themen rund um Gesellschaftsrechtsformen, Aktien und Börse in den Fächern “Business” und “Economics” behandelt. Die ISA und die Erläuterung dessen, was die ISA so speziell macht, ist dann natürlich immer das ideale Beispiel.

Außerdem sind alle Ihre Alumni Anteilseigner.

Richtig, wir haben unsere Absolventen seit dem ersten Abschlussjahrgang der Schule im Jahr 2012 zu Aktionären und Miteigentümern ihrer Schule gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, dass das sogar weltweit einmalig sein könnte.

Herr Wagner, vielen Dank für das Gespräch.