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Um das Verhalten und das Wesen aktivistischer Investoren zu verstehen, kann man sich durchaus des Bildes eines Leoparden in der Savanne bedienen. Der Leopard ist klug und wartet auf seine Gelegenheit. Er wägt genau ab, welches Tier für ihn die ideale Beute ist, und wird kein totes Tier aussuchen. Er wird auch nicht auf die starken, gesunden Tiere abzielen. Sein Beuteschema beinhaltet diejenigen Mitglieder einer Herde, die in ihrem Verhalten bereits Defizite in der Leistungsfähigkeit erkennen lassen. Ein Blick auf die aktuelle Vorgehensweise der aktivistischen Investoren.

Aktivistische Kampagnen von Investoren
Quelle: Lazard: Review of Shareholder Activism

Deutlich zu erkennen ist, dass das Interesse dieser Investorengruppe am europäischen und damit auch am deutschen Markt steigt. Industrieunternehmen und der Bereich der Konsumgüter stehen dabei derzeit besonders im Fokus. Besonders attraktive Ziele stellen größere Konzerne dar, deren einzelne Geschäftsbereiche eine stark unterschiedliche Performance aufweisen. Aktivistische Investoren haben es darauf abgesehen, Konzernstrukturen aufzubrechen und den Verkauf schwächerer Geschäftseinheiten zu erzwingen. Zur Durchsetzung ihrer Interessen bauen aktivistische Investoren erheblichen Druck auf und betreiben nicht selten auch die Ablösung des bestehenden Managements. Es ist also essenziell, die Underperformance aller Unternehmensbereiche unter Kontrolle zu bekommen.

Was macht ein gesundes Unternehmen aus?

Wichtige Kennzahlen für ein gesundes und zukunftsfähiges Unternehmen sind eine solide Profitabilität und apitaleffizienz. Beides sind Schlüsselkriterien im Beuteschema aktivistischer Investoren. Eine zentrale Stellung nimmt dabei die Kennzahl des Return on Capital Employed (ROCE) ein, die die Ertragskraft ins Verhältnis zum investierten Kapital setzt. Ferner hat die  Aktionärsstruktur einen erheblichen Eifluss darauf, ob ein als zu schwach identifiziertes Ziel tatsächlich angegriffen wird. Unternehmen mit größerem Streubesitz sind tendenziell anfälliger, da schon mit geringen Kapitalanteilen auf Hauptversammlungen und in Aufsichtsräten die Richtung bestimmt werden kann. Allerdings stellen auch Ankerinvestoren nicht immer einen zuverlässigen Schutz dar, da aktivistische Investoren mit diesen ihren Einfluss poolen.

Wie können Unternehmen vorbeugen?

Neben den harten Daten zu Profitabilität, Kapital und Aktionärsstruktur sind aber auch weiche Faktoren als relevante Einflussgrößen für die Wahrscheinlichkeit eines aktivistischen ngriffes nachweisbar. Der AAA vom November vergangenen Jahres untersuchte auch den Einfluss der Zusammensetzung von Aufsichtsräten und Vorständen. Offensichtlich führt eine stärkere Diversität in der Altersstruktur und im Geschlechterverhältnis zu besserer Corporate Governance und auch zu einer verminderten Wahrscheinlichkeit eines aktivistischen Angriffs.

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