Um das Verhalten und das Wesen aktivistischer Investoren zu verstehen, kann man sich durchaus des Bildes eines Leoparden in der Savanne bedienen. Der Leopard ist klug und wartet auf seine Gelegenheit. Er wägt genau ab, welches Tier für ihn die ideale Beute ist, und wird kein totes Tier aussuchen. Er wird auch nicht auf die starken, gesunden Tiere abzielen. Sein Beuteschema beinhaltet diejenigen Mitglieder einer Herde, die in ihrem Verhalten bereits Defizite in der Leistungsfähigkeit erkennen lassen. Ein Blick auf die aktuelle Vorgehensweise der aktivistischen Investoren.

Top-Ten-Aktivisten nach Marktkapitalsiierung der augenbklicklich gehaltenen Positionen
Quelle: Lazard: Review of Shareholder Activism

A&M arbeitet mit einem erprobten Dreireistufenmodell, um Unternehmen vorausschauend und nachhaltig aufzustellen:

Stufe 1: Die Berater arbeiten eng mit dem Vorstand zusammen und nutzen dabei die vom AAA für das spezifische Unternehmen ausgegebene Angriffswahrscheinlichkeit. Hierbei werden die aus Sicht typischer Investoren wahrgenommenen Schwachstellen des Unternehmens offenbar. Eine solche Analyse zeigt nicht nur Maßnahmen zur Stärkung des Unternehmens auf, sondern hilft auch Vorstand und Aufsichtsrat dabei, vorbereitet zu sein, wenn tatsächlich ein aktivistischer Investor auftritt und eine nicht-öffentliche Diskussion sucht.

Stufe 2: Basierend auf den spezifischen Erkenntnissen aus Stufe 1 wird ein maßgeschneiderter Transformationsplan entwickelt, der sich insbesondere darauf konzentriert, maximale Veränderungen in kürzester Zeit gegenüber den identifizierten Schlüsselvariablen zu erreichen. Ist ein solcher Plan vorhanden, kann schon allein dies dem Management helfen, beim Auftritt eines Aktivisten das Heft des Handelns in der Hand zu halten.

Stufe 3: In dieser finalen Phase wird der in den beiden vorangegangenen Stufen erarbeitete Plan zur Transformation des Unternehmens konsequent umgesetzt.

Fazit

Es gibt auch Licht am Horizont. Wie im AAA ermittelt wurde, liegen zwischen ersten schwachen Unternehmensergebnissen und einem Angriff von einem aktivistischen Investor ungefähr zwei Jahre. Die Zyklen werden derzeit aber immer kürzer. Für Unternehmen ergeben sich zwei Aspekte: rechtzeitig erkennen, welche Hausaufgaben zu erledigen sind, sowie diese dann gezielt und wie beschrieben anzugehen. Dadurch können sich Unternehmen in den kommenden schwierigen Konjunkturphasen einen Beuteschutz erarbeiten.

Über den Autor

Andreas Knott