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Am 18. November hatte GoingPublic den vom Reifenkonzern Continental abgespaltenen Autozulieferer Aumovio als potenziellen MDAX-Kandidaten vorgestellt. Nun folgt die Bestätigung: Im Zuge der planmäßigen Überprüfung der DAX-Indexfamilie zieht Aumovio neben TKMS am 22. Dezember in das Midcap-Barometer ein. Von Christian Euler

Seit unserem Hinweis legte die Aktie von 37,50 auf zuletzt 42 EUR zu. Der Aufstieg von Aumovio in den MDAX markiert einen wichtigen Meilenstein für das erst seit Mitte September eigenständig börsennotierte Unternehmen. Mit der Aufnahme zählt das in Frankfurt ansässige Unternehmen nun offiziell zu den bedeutendsten börsennotierten Mid-Caps Deutschlands – gemessen an Marktkapitalisierung und Streubesitz. Für die Aktie ist der Schritt mehr als reine Symbolik.
Fonds und ETFs, die den MDAX abbilden, müssen die Aktie nun in ihre Portfolios aufnehmen. Diese indexbedingten Käufe sorgen in der Regel für zusätzliche Nachfrage und erhöhen die Liquidität im Handel. Kurzfristig kann das den Kurs beflügeln – unabhängig von der operativen Entwicklung des Unternehmens.
Signal für Marktgröße und Liquidität
Darüber hinaus steigt mit dem MDAX-Rang die Sichtbarkeit an den Kapitalmärkten. Institutionelle Investoren, die nur in Indexwerte investieren dürfen oder diese bevorzugen, nehmen Aumovio nun eher in den Blick. Auch die Analystenabdeckung dürfte zunehmen, was die Informationslage verbessert und die Aktie insgesamt breiter handelbar macht. Barclays etwa hat jüngst die Bewertung mit der Einstufung „Overweight“ und einem Kursziel von 60,00 EUR aufgenommen. Nach Einschätzung des Londoner Finanzhauses wird Aumovio per Ende dieses Jahres voraussichtlich über eine Netto-Cash-Position von 1,3 Mrd. EUR verfügen. Dies sei die stärkste Bilanz unter den wichtigsten in der EU börsennotierten Tier-1-Zulieferern.
Der Indexwechsel signalisiert Marktgröße, Liquidität und eine gewisse Reife – Aspekte, die vor allem für langfristig orientierte Investoren relevant sind. Dennoch sollte er nicht als Qualitätssiegel missverstanden werden. Mittel- und langfristig entscheidend bleiben fundamentale Faktoren wie die Entwicklung des Automobilmarktes, der Transformationsdruck durch Elektromobilität und Software sowie die Fähigkeit, Margen in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld zu sichern.
Klare Wachstumsstrategie
Aumovio setzte in den ersten neun Monaten 2025 bereinigt 14,1 Mrd. EUR um – leicht unter Vorjahr –, überzeugte jedoch mit einem kräftigen Gewinnsprung. Das bereinigte EBIT stieg um 146% auf 409 Mio. EUR, die Marge erreichte 2,9%. Mittelfristig plant das Unternehmen eine Ausschüttungsquote von 10 bis 30% sowie einen Umsatz von mehr als 24 Mrd. EUR bei einer EBIT-Marge von 6 bis 8%.
Fazit
Der Aufstieg in den MDAX sorgt für mehr Aufmerksamkeit, Liquidität und Nachfrage nach der Aumovio-Aktie. Nachhaltige Kursgewinne sind dadurch aber nicht garantiert. Entscheidend bleibt, ob das Unternehmen operativ liefert und sich im anspruchsvollen Umfeld der Autoindustrie behauptet. Das Management um CEO Philipp von Hirschheydt sieht sich auf Kurs und peilt mittelfristig deutlich höhere Margen an.
| WKN / ISIN | AUM0V1/ DE000AUM0V10 |
| Branche | Automobilzulieferung |
| Gründungsjahr | 2025 (Spin-off von Continental) |
| Börsenstart | 18. September 2025 |
| Umsatz 2024 | 19,6 Mrd. EUR |
| Mitarbeiter weltweit | 87.000 |
| Kurs aktuell | 42,90 EUR |
| Market Cap | 4,08 Mrd. EUR |
| Internet | www.aumovio.com |
Autor/Autorin

Christian Euler
Christian Euler ist seit rund 20 Jahren Redakteur im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Für die Redaktion der Kapitalmarktplattform GoingPublic beleuchtet er seit 2025 Kapitalmarktthemen und interessante Aktien.




