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Noch in diesem Jahr könnte der Agrarchemiekonzern Syngenta zurück an die Börse gehen. Das will das „Handelsblatt“ von Insidern erfahren haben. Die Bewertung der chinesisch-schweizerischen Firmengruppe soll bei 50 Mrd. USD bis 60 Mrd. USD liegen. Damit wäre Syngenta ähnlich schwergewichtig wie der Leverkusener Konzern Bayer, der mit 58 Mrd. USD bewertet wird.

Diese Entwicklung dürfte in Leverkusen genau beobachtet werden: Bayer hatte 2018 Monsanto übernommen, zu einer Bewertung von 63 Mrd. USD – und jetzt soll Syngenta so viel wert sein wie die Pharma- und Agrargeschäfte von Bayer zusammen. Zudem hat sich der Monsanto-Kauf bisher nicht gerechnet, sondern Bayer nur bei vielen Aktionären Kritik gebracht. Milliardenkosten wegen der Prozesse um das Monsanto-Produkt Glyphosat und Abschreibungen in der Agrarsparte haben Bayer über 10 Mrd. EUR Verlust beschert.

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Syngenta könnte bei einem erneuten Börsengang profitieren: Investoren zeigen stärkeres Interesse an fokussierten Unternehmen. Die Gruppe definiert sich selbst als weltgrößten Agrarchemieanbieter – der Umsatz von 23,1 Mrd. USD ist höher als der von Bayer. Bis vor fünf Jahren war die Schweizer Syngenta schon einmal an der Börse gelistet. 2016 kaufte der chinesische Chemiekonzern Chemchina das Unternehmen und nahm es von der Börse. Nach der Übernahme hat der neue Eigentümer vor allem ein Ziel: Seit Jahren wollte Chemchina mit Sinochem fusionieren, im Zuge dieses Plans brachten beide Konzerne ihre Saatgut- und Pflanzenschutzaktivitäten in die neue Syngenta-Gruppe ein. Nun signalisieren die chinesischen Behörde Zustimmung zur Fusion – und das IPO von Syngenta könnte schneller kommen als gedacht.

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Wahrscheinlich ist eine Erstnotiz in China, später scheint ein Zweit-Listing zum Beispiel in Zürich möglich. Auf Nachfrage zu den Börsenplänen erklärte ein Syngenta-Sprecher gegenüber „Finanz und Wirtschaft“, dass ein IPO bis 2022 geplant ist: „Wir halten dies nach wie vor für einen wahrscheinlichen Zeitrahmen für einen Börsengang der Syngenta-Gruppe. Der Zeitpunkt eines Börsengangs hängt von den Marktbedingungen ab, aber wir bleiben auf Kurs, um dieses Ziel zu erreichen.“