Eine aktuelle Studie des digitalen Mittelstandsfinanzierers creditshelf zusammen mit der TU Darmstadt zeigt, dass viele Nachfolgeregelungen an der passenden Finanzierung scheitern.

So sind vier von zehn Finanzentscheidern davon überzeugt, dass 25 bis 50% der angedachten Nachfolgeregelungen in Deutschland an der geeigneten Finanzierung fehlschlagen. Gut jeder zehnte Experte geht sogar von einer Quote oberhalb von 50% aus.

Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner, creditshelf.
Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner, creditshelf.

„Beispielsweise werden sich die unterschiedlichen Parteien oft nicht einig, weil finanzielle Vorstellungen zu weit auseinanderdriften oder für einen Buy-Out schlicht keine Rücklagen vorhanden sind. Im schlimmsten Fall werden bei einer forcierten Geschäftsauflösung dann nur noch die materiellen Güter versilbert“, betont Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf.

Obwohl ein beträchtlicher Teil der Finanzentscheider die Umsetzung von Nachfolgeregelungen also kritisch betrachtet, meinen branchenübergreifend etwa drei Viertel der Befragten, dass die Unternehmen insgesamt doch rechtzeitig mit der finanziellen Planung beginnen. „Man beginnt zwar früh mit der Planung, aber es gibt viele unvorhersagbare Faktoren, die potenziell alles wieder ändern können. So wollen etwa Zulieferer unter Umständen die Preise neu verhandeln oder Banken sehen den

Prof. Dr. Dirk Schiereck, TU Darmstadt
Prof. Dr. Dirk Schiereck, TU Darmstadt

Betriebsübergang auf einmal kritisch und tun sich in der Folge mit neuen Krediten schwer“, erklärt Bartsch diesen Sachverhalt.

Diese Risiken sieht auch Prof. Dr. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt: „Nachfolgeregelungen müssen natürlich nicht nur mit ausreichend zeitlichem Vorlauf geplant werden, sondern benötigen auch immer ein umfassendes Risikomanagement, das zudem größere Liquiditätsengpässe berücksichtigt.“

creditshelf-Gründer Bartsch ergänzt, dass mittelständische Unternehmen gut beraten seien, nicht nur die klassischen Finanzierungspartner in ihre Planungen einzubeziehen. So solle man ebenfalls neue Kreditgeber berücksichtigen, die in der Lage seien, Nachfolgeregelungen sehr kurzfristig mit Liquidität zu unterfüttern.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de