Werbung

Bildnachweis: ©Zhi – stock.adobe.com.

Der Luxusmodehändler Mythreresa will an die New Yorker Börse gehen. Am Montag hat das Unternehmen den entsprechenden Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das Volumen des IPOs wird laut Reuters in den Dokumenten auf bis zu 150 Mio. USD beziffert. Die Erstnotiz könnte bereits im ersten Quartal 2021 erfolgen.

Mytheresa vertreibt seit Gründung 2006 online Luxusmode. Designer wie Gucci, Prada, Burberry oder Valentino werden angeboten. In den letzten Monaten hat der Shop sich deutlich positiv entwickelt – der Online-Handel profitiert von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und dem erneuten Lockdown.

Jetzt macht das Unternehmen seine IPO-Pläne konkret und hat die entsprechenden Unterlagen bei der SEC eingereicht. Die Emission in den USA wird laut Entwurf des Börsenprospekts von den US-Investmentbanken Morgan Stanley und JPMorgan organisiert, außerdem von Credit Suisse, Jefferies, UBS und Cowen. Laut dem Nachrichtenportal Bloomberg strebt der Modehändler eine Bewertung von 1 Mrd. USD bis 1,5 Mrd. USD an. Mytheresa war für eine Stellungnahme zur angestrebten Bewertung nicht zu erreichen.

Die Wurzeln des Luxusmarken-Shops reichen zurück in die Münchner Innenstadt, 1987 wurde der Laden „Theresa“ eröffnet. 2006 folgte der Online-Auftritt. Mytheresa hat laut Reuters mehr als eine halbe Million Kunden. Das Unternehmen arbeitet profitabel. Daher war es auch Ziel der Gläubiger, die Firma aus dem Insolvenzstrudel des Eigentümers Neiman Marcus herauszuhalten – der Konzern hatte Mytheresa 2014 erworben und war im Mai dieses Jahres Pleite gegangen. Mytheresa-Investoren wie CPPIB und Ares gaben einen Gesellschafterkredit, der eine Verwicklung des Shops in den Niedergang des US-Einzelhandelsriesen verhinderte. Unter anderem diesen Kredit will der Modehändler laut Reuters mit US-Hinterlegungsscheinen tilgen.

Ein IPO zum jetzigen Zeitpunkt scheint angesichts der Corona-Lage und des Vormarsches des Online-Handels beinahe zwangsweise von Erfolg gekrönt. Diese These stützt auch der Blick auf die Entwicklung des britischen Mytheresa-Wettbewerbers Farfetch: Das Unternehmen ist bereits in New York gelistet – der Aktienkurs hat sich beinahe vervierfacht. Kürzlich investierten der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont und Alibaba mehr als 1 Mrd. USD in das Unternehmen.