Die Pfisterer Holding SE blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und konnte Umsatz, Ergebnis sowie Auftragslage erneut deutlich steigern. Das geht aus den heute veröffentlichten testierten Finanzkennzahlen für das Geschäftsjahr 2025 hervor, die die am 3. März 2026 vorgelegten vorläufigen Ergebnisse bestätigen. Damit entwickelte sich Pfisterer abermals stärker als der adressierbare Gesamtmarkt und setzte zugleich wichtige strategische Impulse für die weitere Wachstumsdynamik.
Umsatzsteigerung deutlich über dem erwarteten Marktwachstum
Der Umsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 um 17,4 % auf 449,9 Mio. EUR (Vorjahr: 383,1 Mio. EUR) und lag damit deutlich über dem erwarteten Marktwachstum. Das um IPO-bedingte Personalaufwendungen bereinigte EBITDA stieg überproportional um 24,0 % auf 80,1 Mio. EUR (Vorjahr: 64,6 Mio. EUR). Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich entsprechend auf 17,8 % nach 16,9 % im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern verzeichnete ein nochmals stärkeres Wachstum und erhöhte sich um 53,2 % auf 51,7 Mio. EUR (Vorjahr: 33,8 Mio. EUR).
Auch die Auftragslage entwickelte sich sehr positiv: Der Auftragseingang stieg um 29,6 % auf 548,6 Mio. EUR (Vorjahr: 423,2 Mio. EUR), während der Auftragsbestand um 42,4 % auf 334,4 Mio. EUR (Vorjahr: 234,9 Mio. EUR) zunahm. Damit verfügt Pfisterer über eine solide Basis für weiteres Wachstum in den kommenden Jahren.
Solide Finanzbasis für weiteres Wachstum
Die Investitionen wurden im Berichtsjahr deutlich auf 38,8 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 17,9 Mio. EUR). Schwerpunkte bildeten Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung, der Bau des HVDC-Qualifizierungszentrums sowie die vollständige Übernahme von Power CSL. Die Eigenkapitalbasis wurde durch das positive Konzernergebnis sowie die Erlöse aus dem Börsengang im Mai 2025 signifikant gestärkt. Das Eigenkapital stieg auf 205,2 Mio. EUR (Vorjahr: 83,7 Mio. EUR), die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 57,8 % (Vorjahr: 34,5 %). Die Nettoliquidität belief sich zum Jahresende 2025 auf 19,2 Mio. EUR.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Pfisterer ein Umsatzwachstum von mindestens 12 % sowie eine Book-to-Bill-Ratio von über 1. Die Auftragseingänge werden auf dem hohen Vorjahresniveau erwartet. Vor dem Hintergrund eines strukturell attraktiven Marktumfelds geht das Unternehmen davon aus, auch künftig stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen. Bis zum Jahr 2030 sollen die Umsätze auf 800 Mio. bis 900 Mio. EUR steigen. Für die bereinigte EBITDA-Marge wird weiterhin ein Niveau im hohen Zehner- bis niedrigen Zwanzigerprozentbereich angestrebt.
Im Fokus: Ausbau des Produktportfolios und Erweiterung der Fertigungskapazitäten
Im Fokus der weiteren Entwicklung stehen der Ausbau des Produktportfolios sowie die Erweiterung der Produktionskapazitäten. So plant Pfisterer unter anderem den Erwerb zusätzlicher Flächen am Standort Kadaň (Tschechien) zur Erweiterung der Fertigungskapazitäten. Zudem soll die internationale Präsenz weiter gestärkt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Hochspannungs-Gleichstromtechnologie (HVDC). Der Bau des HVDC-Qualifizierungszentrums am Hauptsitz in Winterbach verläuft planmäßig; die Aufnahme des operativen Betriebs ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen die Aktionärinnen und Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen und schlagen der Hauptversammlung am 11. Juni 2026 eine Dividende von 0,85 EUR (Vorjahr: 0,80 EUR) je Aktie vor. Damit sollen rund 30 % des Konzernergebnisses ausgeschüttet werden.
„Pfisterer ist im Geschäftsjahr 2025 erneut deutlich stärker als der Markt gewachsen und hat gleichzeitig seine Profitabilität weiter gesteigert. Wir haben wichtige strategische Weichen für die Zukunft gestellt und sehen uns sehr gut positioniert, um von globalen Megatrends wie der Energiewende und der Dekarbonisierung zu profitieren. Mit dem Aufbau unseres HVDC-Qualifizierungszentrums schaffen wir die Grundlage für die nächste Wachstumsphase“, kommentierte Johannes Linden, Sprecher und Mitglied des Vorstands der Pfisterer Holding SE, die Offenlegung der Finanzkennzahlen.
Börse honoriert Wachstum und Profitabilität
Der Kapitalmarkt reagierte entsprechend positiv: Die Pfisterer-Aktie legte am Mittwoch zeitweise um rund 6 % zu. Offenbar honorierten die Anleger damit sowohl die bestätigten Jahreszahlen als auch den positiven Ausblick. Auch die Kursentwicklung seit dem Börsengang unterstreicht das gewachsene Interesse des Marktes: Seit dem IPO im Mai 2025 hat sich der Aktienkurs gegenüber dem Ausgabepreis von 27,00 EUR je Aktie mehr als verdreifacht; die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 1,57 Mrd. EUR.
Der vollständige Konzernjahresabschluss 2025 steht auf der Unternehmenswebsite im Bereich Investor Relations zum Download zur Verfügung.
Die Pfisterer Holding SE ist ein weltweit tätiges, börsennotiertes Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Winterbach bei Stuttgart. Seit 1921 entwickelt das Unternehmen Lösungen für sichere und zuverlässige Verbindungen für Energieinfrastrukturen. Pfisterer entwickelt, fertigt und vertreibt Lösungen zum Verbinden und Isolieren elektrischer Leiter an systemkritischen Schnittstellen in Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzen – überall dort, wo maximale Betriebssicherheit gefordert ist. Die Produkte kommen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Einsatz: von der Energieerzeugung über die Übertragung bis zur Verteilung. Mit 19 Standorten in 15 Ländern und Kunden in mehr als 90 Ländern weltweit steht Pfisterer für technisch anspruchsvolle Lösungen und langjährige Engineering-Kompetenz mit dem Ziel, eine sichere und nachhaltige Energieversorgung zu ermöglichen.
Autor/Autorin

Eva Rathgeber
Als Chefredakteurin der Unternehmeredition bei der GoingPublic Media AG berichtet Eva Rathgeber regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen.





