Die NAGA Group AG, ein Anbieter von Technologien für den Finanz- und Gaming-Sektor, plant seinen Börsengang im neuen Segment „Scale“ an der Frankfurter Börse. Die Erlöse will das Unternehmen in das weitere Wachstum und damit zuvorderst in die Neukundengewinnung investieren. Zudem soll durch das IPO die Marktwahrnehmung und Reputation gesteigert werden.

Börsengang

Bei der für den 10. Juli geplanten Erstnotiz sollen bis zu 1 Mio. neue Stückaktien zu einem Bezugspreis von je 2,60 EUR angeboten werden. Dabei würde sich das Grundkapital der Gesellschaft von rund 20 Mio. EUR auf 21 Mio. EUR erhöhen. Die Zeichnungsperiode startete am 8.Juni und soll voraussichtlich am 29. Juni enden. Für die Altaktionäre wurde eine Lock-up-Vereinbarung von zwölf Monaten getroffen, wobei in der zweiten Hälfte mit Zustimmung der Emissionsbank Hauck & Aufhäuser Veräußerungen möglich sind.

Ausgehend vom maximalen Bruttoemissionserlös von 2,6 Mio. EUR  ergibt sich nach Abzug aller IPO-Kosten ein Nettoerlös von ca. 1,7 Mio. EUR – diese Mittel will NAGA für das weitere Unternehmenswachstum verwenden: Primär soll ins Marketing für die weitere Kundengewinnung investiert werden. Zudem will man die Weiterentwicklung der Software und auch die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft vorantreiben.

Nach dem Börsengang soll die Aktie aber auch als Währung für zukünftig erfolgende Akquisitionen eingesetzt sowie über Aktienoptionen als Instrument für die Mitarbeiterakquise verwendet werden. Mit dem IPO plant das Unternehmen aber auch seine Bekanntheit zu steigern und einen positiven Reputationseffekt zu generieren.

„Der Börsengang ist der nächste logische Schritt in unserer bisher unerwartet erfolgreichen Wachstumsstory“, erklärt Vorstandsmitglied Christoph Brück.

Unternehmen

Die im Oktober 2015 in Hamburg gegründete NAGA Group fokussiert sich nach eigenen Angaben auf die Entwicklung, Vermarktung und Förderung innovativer Anwendungen im Bereich Finanztechnologie. Das aus Sicht des Unternehmens überholte Finanzsystem soll für den Nutzer durch solche Technologien zugänglicher gemacht werden. Die Gründer sind Yasin Sebastian Qureshi, der 1995 die Privatbank Varengold gründete und 20 Jahre leitete, Christoph Brück, der Know-how aus dem M&A-Recht mitbringt, sowie der Gründer mehrerer Internetunternehmen Benjamin Bilski. NAGA wurde bereits mehrfach für seine Technologien ausgezeichnet.

NAGA Group
2016 2017e 2018e 2019e
Umsatz *) 2,0 7,3 50,2 97,5
Nettoergebnis *) -3,9 -7,9 -9,5 4,1
EpS -0,19 -0,38 -0,45 0,20
KGV min. neg neg neg 13,3
KGV max. neg neg neg 13,3
*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: GoingPublic Research

Derzeit beschäftigt NAGA in sechs Niederlassungen in fünf europäischen Ländern über 100 Mitarbeiter; darüber hinaus sollen zukünftig weitere Standorte u.a. voraussichtlich in Shanghai und New York aufgebaut werden. NAGA besitzt eine EU-Lizenz für Asset Management und kann damit eine Rahmenstruktur aus Finanzdienstleistungen über Brokerage-Lizenzen bis hin zu Unterstützung in Rechtsfragen bieten.

In einer der bislang 2017 europaweit größten FinTech Serie-A Finanzierungen  konnte NAGA zudem erst kürzlich eine Beteiligung in Höhe von 12,5 Mio. EUR durch die chinesische Investment Gruppe FOSUN International, die in ihrem Portfolio 50 Mrd. EUR weltweit verwaltet, bestätigen. Durch diese Beteiligung erhofft sich NAGA einen leichteren Eintritt in den chinesischen Markt.

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