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Bildnachweis: ©Negro Elkha – stock.adobe.com.

Corona hat den Trend zum Gaming noch einmal verstärkt – Zocken vor dem Bildschirm ist beliebt wie nie. Und wer das Spiel wirklich ernst nimmt, der braucht entsprechend professionelle Hardware. Davon profitiert die Cherry AG: Desktop-Sets, Mäuse, Tastaturen, mechanische MX Switches und Kartenlese-Terminals – mit diesem Portfolio geht die Firma jetzt in den Frankfurter Prime Standard und will das Momentum nutzen.

Börsengang

Cherry plant IPO und Notierung der Aktien im Regulierten Markt des Prime Standards der Frankfurter Wertpapierbörse. Das Angebot setzt sich zusammen aus 4,3 Millionen neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie der Umplatzierung von 8,7 Millionen bestehenden Papieren. Dazu kommt eine Aufstockungs- und Mehrzuteilungsoption. Die Preisspanne für die Aktien hat das Unternehmen auf 30 bis 38 EUR je Aktie festgelegt. Die Zeichnungsfrist läuft bis 23. Juni. Erster Handelstag soll der 29. Juni sein.

5 Millionen der bestehenden Inhaberaktien kommen aus dem Bestand der Cherry TopCo S.à r.l. und werden in einem Base-Deal angeboten. 2 Millionen weitere bestehende Inhaberaktien können als Aufstockungsoption ausgegeben werden. Darüber hinaus stehen 1,6 Millionen bestehende Aktien als Greenshoe-Option zur Verfügung. Werden alle Aktien platziert, ergäbe sich ein Freefloat von 53%. Der angestrebte Streubesitz soll einen liquiden Handel ermöglichen.

Bei vollständiger Platzierung des Angebots sowie Ausüben der Greenshoe-Option würde Cherry am unteren Ende der Preisspanne einen Erlös von 390 Mio. EUR erzielen, am oberen Ende von 494 Mio. EUR. Die Marktkapitalisierung der Firma liegt auf Basis der Preisspanne zwischen 729 und 923 Mio. EUR.

Hauck & Aufhäuser begleitet das IPO als Sole Global Coordinator und Joint Bookrunner zusammen mit ABN AMRO in Kooperation mit ODDO BHF SCA. M.M. Warburg fungiert als Joint Bookrunner.

Über Cherry

„Cherry ist der weltweit führende Hersteller von Switches im Markt für mechanische Premium-Gaming-Tastaturen“, erklärt CEO Rolf Unterberger. „Wir glauben, dass Cherry synonym für höchste Qualität steht, insbesondere bei unseren treuen Gaming- und Professional-Endkunden.“

Cherry wurde 1953 in den USA gegründet. 1967 folgte die Verlegung des Standorts nach Deutschland. Heute stellt die Firma Tastaturschalter und Computertastaturen sowie zahlreiche weitere Produkte her. Hauptsitz des Unternehmens ist in Auerbach.

Nach eigener Aussage sind die Auerbacher der weltweit führende Hersteller von mechanischen Tastatur-Switches im mittleren, hohen und Premium-Preissegment. Der Marktanteil lag 2020 laut Unternehmenseinschätzung bei etwa 42% – in Bezug auf die insgesamt verkauften Schaltereinheiten.

Geschäftsbereiche und -einheiten

Das Unternehmen ist in zwei Geschäftsbereichen tätig: Gaming und Professional. Gaming vereint die Geschäftseinheiten Gaming Switches und Gaming Peripherals aktiv, Professional die Einheiten Office & Industry Peripherals und Healthcare & Security Peripherals.

Gaming Switches

Die größte Geschäftseinheit stellen mit rund 40% des Umsatzes 2020 Gaming Switches. Über diesen Bereich verkauft Cherry markengeschützte mechanische Switches an Drittkunden.

Diese mechanischen Tastatur-Switches sind physische Schalter unter jeder Taste einer mechanischen Tastatur, die ein Signal registrieren und weiterleiten, sobald eine Taste gedrückt wird. Ausgewählte Cherry-Switches sollen Reaktionszeiten von weniger als einer Millisekunde garantieren und 100 Mio. Anschläge lang halten.

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Zudem wollen die Auerbacher mit einer neuen Entwicklung, mechanischen Ultra-Low-Profile-Switches, den potenziellen Markt für eigene Switches verbreitern. Das Unternehmen will die Märkte für Gaming-Laptops und Premium-Office-Laptops erschließen, die bislang von Rubberdome- oder Membran-Switches dominiert werden.

Gaming Peripherals

Die Geschäftseinheit Gaming Peripherals, die 2020 rund 16% des Umsatzes ausmachte, bietet verschiedene PC-Gaming-Peripheriegeräte an – darunter Tastaturen, aber auch Mäuse und Headsets. Die Produkte sind laut Firma speziell auf die Bedürfnisse von Gamern und E-Sport-Profis zugeschnitten und finden vor allem in Asien Absatz.

Office & Industry Peripherals

Der Geschäftsbereich Office & Industry Peripherals erzielte im Jahr 2020 31% des Umsatzes und richtet sich an Berufstätige, die im Büro oder von zu Hause arbeiten. Er umfasst Tastaturen, Mäuse und Tastatur-Maus-Kombinationen, die mit Features für Büro-Endanwender ausgestattet sind. Die Geräte werden online und über Distributoren an B2B-Endkunden verkauft, darunter laut Firma große Blue-Chip-Unternehmen.

Dieser Geschäftsbereich adressiert derzeit vor allem Kunden in Deutschland und ist gleichzeitig auch in Frankreich, Großbritannien und den USA präsent.

Healthcare & Security Peripherals

In der Geschäftseinheit Healthcare & Security Peripherals mit 13% des Umsatzes 2020 fokussieren die Auerbacher sich auf die Entwicklung innovativer manipulationsgeschützter und funktionsreicher Peripheriegeräte: Tastaturen zur verschlüsselten Eingabeübertragung, Tastaturen mit integrierten Smartcard-Lesern und Ein- und Ausgabe-Terminals für Arbeitsplätze im Gesundheitswesen.

Unternehmensstruktur

Die Cherry AG ist die strategische Management- und Finanzholding der Cherry-Gruppe. Sie nimmt die zentrale Managementfunktion wahr und koordiniert die Shared Services der Gruppe. Die AG hat zwei Tochtergesellschaften, die Cherry Europe GmbH und die Cherry Digital Health GmbH. Darüber hinaus hat die Cherry Europe GmbH Tochtergesellschaften mit Sitz in Zhuhai, Hongkong, Kenosha und Paris.

Geschäftszahlen

Im Geschäftsjahr 2020 lag der Umsatz bei 130,2 Mio. EUR, das bereinigte EBITDA bei 37,1 Mio. EUR. Die Cash-Conversion-Rate lag in den Geschäftsjahren 2018 bis 2020 zwischen 93% und 113%. Zwischen 2018 und 2020 wuchs der Umsatz mit einer CAGR von 14,1%.

In den Geschäftsjahren 2018 bis 2020 wurde die EBITDA-Marge kontinuierlich von 20,9% auf 28,5% 2020 verbessert. Das bedeutet eine Steigerung von 760 Basispunkten im Dreijahreszeitraum.

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Die Fähigkeit, die Preise für Switches durch die starke Premium-Positionierung regelmäßig zu erhöhen, ist laut Cherry einer der Gründe, warum die Bruttomarge in den drei Geschäftsjahren 2018 bis 2020 kontinuierlich angehoben werden konnte, von 35,3% 2018 auf 39,0% 2020.

Der Free Cashflow ist von 10,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2018 auf 16,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020 gestiegen ist.

Mittelverwendung

Cherry will weiter von führenden Marktpositionen und attraktiven Zielmärkten profitieren und das Wachstum durch Innovationen vorantreiben. Die Auerbacher wollen zusätzlichen Wert für ihre Kunden schaffen und weiter global expandieren. Zudem will die Firma die Bekanntheit der eigenen Marke durch eine Kombination aus Maßnahmen zum organischen Wachstum sowie gezieltes anorganisches Wachstum ausbauen. Anorganisches Wachstum soll durch eine fokussierte und disziplinierte Akquisitionsstrategie erreicht werden. 140 Mio. EUR des Erlöses aus dem IPO sollen in das Wachstum fließen.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet das Management, dass der organische Umsatz in einer Größenordnung von 30 bis 40% über dem Umsatz für das Geschäftsjahr 2020 liegen werde. Mittelfristig strebt das Management ein starkes zweistelliges organisches Umsatzwachstum pro Jahr und eine weitere Margenverbesserung an.

Anteilseigner und Management

2008 verkaufte Peter Cherry sein Unternehmen an den deutschen Automobilkonzern ZF Friedrichshafen. Seit 2016 war die Firma nach dem Verkauf durch ZF in Händen von GENUI Partners, einer Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Hamburg.

Im September 2020 stieg Argand Partners als neuer Mehrheitsinvestor bei Cherry ein und hält 66% des Unternehmens; weitere 29% sind bei GENUI, dazu kommen Minderheitsanteile des Managements. Im Rahmen der Übernahme hat Argand Cherry Verbindlichkeiten aufgelastet: 101 Mio. EUR.

Geschäftsführer des Unternehmens sind CEO Rolf Unterberger und CFO Bernd Wagner.

Rolf Unterberger hat einen Abschluss als Maschinenbauingenieur und Wirtschaftsingenieur. Er hat mehr als 25 Jahren Erfahrung in Branchen wie Telekommunikation, IT-Services, Medien, High-Tech, Software-Services und Unternehmensdienstleistungen. Unterberger ist Vorsitzender des Beirats der ASSMANN Electronic GmbH. Frühere Stationen sind diverse Interim-Management-Mandate auf C-Level, Chief Sales and Marketing Officer bei der Frequentis AG sowie Partner und Geschäftsführer bei Accenture.

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Bernd Wagner hat einen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre. Er bringt mehr als dreißig Jahre Erfahrung in verschiedenen Branchen, Ländern und Managementpositionen mit. Frühere Stationen waren Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied bei der Internationale Möbel-Selection AG, Chief Restructuring Officer bei Nexpert und Finanzvorstand bei der NorCom Information Technology.

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