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Jährlich grüßt das Murmeltier: Die DIRK-Konferenz ist ein fester Bestandteil im Terminkalender der Finanzszene. Wir sprachen mit Kay Bommer u.a. über die wesentlichen Neuerungen und die Themenhighlights auf der diesjährigen Konferenz sowie die aktuellen Herausforderungen in der IR-Branche.

GoingPublic: Herr Bommer, die alljährliche DIRK-Konferenz steht in den Startlöchern. Was erwartet uns am 3. und 4. Juni in Frankfurt?

Bommer: Die DIRK-Konferenz steht in diesem Jahr unter dem Motto „Das neue ABC des Kapitalmarktes – Von ARUG bis Zinswende“. Es gab in der letzten Zeit unheimlich viele Umbrüche am Kapitalmarkt. Besonders in den ersten Monaten des Jahres 2019 haben wir ein regelrechtes „Change-Szenario“ erlebt, wie politisch, in Form der Brexit-Debatten oder der Europawahl. Doch es gab und wird auch noch makroökonomische Änderungen geben, wie die anstehende Zinswende oder ein möglicher Wirtschaftsabschwung. Zusätzlich beobachten wir auf mikroökonomischer Ebene viel Neues, wie z.B. Umstrukturierungen, Gewinnwarnungen, Vorstandsveränderungen etc. pp. Im Grunde lässt sich all diesen Entwicklungen mindestens ein prägnantes Schlagwort zuordnen.

Was sind die Highlights bzw. die wesentlichen Neuerungen auf der diesjährigen Konferenz?

Das Programm am Vormittag des ersten Konferenztages richtet sich speziell an junge IROs, die ihre Karriere noch vor sich haben. So wird z.B. aufgezeigt, wie Corporate-Governance-Roadshows organisiert werden. Solch ein „Einsteigerprogramm“ gab es bisher noch nicht, es ist eine der wesentlichen Neuerungen. Zudem findet das Networking-Event am Montagabend nicht wie in der Vergangenheit im Konferenzhotel Westin Grand, sondern auf der Dachterrasse des Bankhauses Berenberg statt. Wir freuen wir uns sehr darüber, dass Deutsche Börse-CEO Theodor Weimar am zweiten Tag die Keynote halten wird. Im Anschluss daran gibt es eine Podiumsdiskussion zum (Finanz-)Marktplatz der Zukunft – dieses Podium wird u.a. mit hochkarätigen Referenten wie Bettina Stark-Watzinger, die Mitglied des Deutschen Bundestages ist, oder Stefan Armbruster von Vontobel besetzt sein. Der Vortrag von Bestsellerautorin Anitra Eggler wird einen weiteren Höhepunkt darstellen: Sie wird uns allen den Spiegel vorhalten und uns zeigen, wie sehr wir von digitalen Medien abhängig sind. Eines ihrer Mottos ist nicht zuletzt: weniger mailen, mehr küssen.

Ein paar altbewährte Konferenztraditionen erwarten uns doch sicherlich auch noch.

Natürlich. Die Verleihung des deutschen Investor-Relations-Preises zum Abschluss der Konferenz ist mittlerweile eine echte Tradition, es wird sie auch dieses Mal selbstverständlich wieder geben. Zudem sollen das Netzwerk, die Informationsbeschaffung sowie natürlich Inhalt, Inhalt und nochmals Inhalt nicht zu kurz kommen. Wie immer erwartet uns also ein bunter Strauß an Themen, weshalb wir auch in diesem Jahr wieder viele Teilnehmer erwarten.

Sie haben es oben bereits erwähnt: Aktuell beherrschen viele Herausforderungen (Brexit, US/China-Konflikt, Trump usw.) die globalen Finanzmärkte. Was ist nun das entscheidende Thema, das den IRO von heute wirklich beschäftigen sollte?

Das große Thema, das schon jetzt und in absehbarer Zukunft für Investor-Relations-Manager einen extrem hohen Stellenwert haben wird, ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung, also ESG. Diese Thematik wird garantiert nicht mehr verschwinden – deswegen ist sie auch ein großes Schwerpunktthema auf der DIRK-Konferenz. In einem Panel werden dazu namhafte Investoren an einer Diskussionsrunde teilnehmen und über die Rolle von ESG im Anlageentscheidungsprozess debattieren. Das zweite große Thema ist eindeutig Digitalisierung. Hierbei interessiert uns nicht nur die Sicht der Emittenten. Wir wollen in erster Linie beleuchten, inwiefern Investoren diese Thematik auffassen. So gibt es beispielsweise Investoren, die Bilanzpressekonferenzen aufzeichnen und die Aufnahme später digital analysieren. Anhand der Stimmlage oder der Wortwahl analysiert ein Programm, ob die Aussagen positiv oder negativ zu bewerten sind. Es ist wichtig, zu wissen, dass es solche digitalen Programme gibt – denn nur so kann der IRO entsprechend reagieren.

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