Bildquelle: © Studio Schroll for ASTA
Der Kupferspezialist Asta Energy Solutions bereitet den Sprung an die Börse in Frankfurt vor. Durch die Ausgabe neuer Aktien sollen 125 Mio. EUR erlöst werden. Mit dem Geld will Asta das internationale Wachstum beschleunigen. Von Christian Euler
Bereits rund vier Monate nach der Ausgliederung aus der damaligen Muttergesellschaft Montana Aerospace und dem Verkauf an ein Investmentvehikel des österreichischen Investors Michael Tojner bereitet Asta Energy Solutions einen Börsengang im Frankfurter Prime‑Standard vor.
Mit dem Börsengang strebt der auf Energielösungen spezialisierte Konzern einen Bruttoerlös von 125 Mio. EUR aus neu ausgegebenen Aktien an. Inklusive der Stücke aus dem Bestand von Großaktionär Tojner beläuft sich das Gesamtvolumen auf 190 Mio. EUR. Rund 60 % der Mittel sollen in die Expansion fließen, weitere 20 % ins Eigenkapital. Die verbleibenden 20 % sind für die Rückzahlung von Darlehen vorgesehen.
Starkes Wachstum im Herzen der Energiewende

Das Unternehmen mit Sitz in Oed, einem kleinen Ort im Süden von Wien, kann auf eine 200-jährige Geschichte zurückblicken und zählt heute mit rund 1.400 Beschäftigten und Standorten in Europa, Brasilien, China und Indien zu den bedeutenden Zulieferern von Kupferbauteilen für die Energiewirtschaft. Die Komponenten kommen unter anderem in Transformatoren, Generatoren, Steuerungssystemen für Lokomotiven sowie in Elektromotoren zum Einsatz.
Das Marktumfeld ist dabei vielversprechend: Allein in den kommenden fünf Jahren sind Investitionen in die europäischen Stromnetze von rund 580 Mrd. EUR erforderlich. Global dürfte sich die Netzinfrastruktur bis 2050 sogar verdreifachen. Für das Jahr 2025 prognostiziert Asta Energy Solutions einen Umsatz von 680 Mio. EUR, nach 643 Mio. EUR im Jahr zuvor.
Treiber ist die Energiewende, die die Nachfrage nach Elektrokomponenten spürbar erhöht. Mittelfristig peilt das Unternehmen die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro an. Das operative Ergebnis dürfte Firmenangaben zufolge im vergangenen Jahr zwischen 45 und 46 Mio. EUR betragen haben – ein Anstieg von mehr als 30 %. Die EBITDA-Marge auf Net‑Value‑Sales‑Basis liegt bei 25 %.
Börsengang mit starken Ankerinvestoren
Der Auftragsbestand hat sich in Europa seit 2022 versiebenfacht. Entsprechend ambitioniert ist das Ziel des Managements um Vorstandschef Karl Schäcke: Bis 2030 sollen die Umsätze auf mindestens 1 Mrd. EUR steigen, im Wesentlichen getragen durch anorganisches Wachstum. „Asta ist im Herzen der Energiewende“, bringt es der Schäcke auf den Punkt.
Seit 2012 war der Kupferspezialist Teil der Montana Aerospace des Investors Michael Tojner. Im Herbst wurde Asta ausgegliedert, Tojner blieb jedoch 100-prozentiger Eigentümer und soll auch nach dem Börsengang die Mehrheit halten. Als Ankerinvestoren haben sich bereits Siemens Energy – einer der wichtigsten Kunden – sowie Fonds von BNP Paribas Asset Management, Invesco und WCM zum Kauf von Aktien im Gesamtwert von 55 Mio. EUR verpflichtet. Zu den wichtigsten Kunden zählen Siemens Energy, Hitachi Energy, GE Vernova sowie der Maschinenbauer Andritz.
Fazit
Asta Energy Solutions nutzt die Energiewende als Wachstumstreiber und will mit dem Börsengang im Prime Standard Kapital für Expansion und Eigenkapitalstärkung einsammeln. Die Wachstumsziele bis 2030 sind ambitioniert und setzen sowohl auf organisches als auch auf anorganisches Wachstum. Risiken bestehen in der Abhängigkeit von wenigen Großkunden und von der globalen Kupfernachfrage. Der Börsengang eröffnet Chancen für die strategische Expansion, der Erfolg hängt jedoch entscheidend von der Umsetzung der Wachstumsstrategie ab.
Kurzprofil Asta Energy Solutions |
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| Branche | Energietechnik |
| Gründungsjahr | 1814 |
| IPO | Geplant im ersten Quartal 2026 |
| Transaktionsvolumen | 190 Mio EUR |
| Mitarbeiter weltweit | 1.400 |
| Umsatz 2025 (erwartet) | 680 Mio. EUR |
| EBITDA 2025 (erwartet) | 45-47 Mio. EUR |
| EBITDA-Marge | 25% |
| Internet | www.astagroup.com |
Autor/Autorin

Christian Euler
Christian Euler ist seit rund 20 Jahren Redakteur im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Für die Redaktion der Kapitalmarktplattform GoingPublic beleuchtet er seit 2025 Kapitalmarktthemen und interessante Aktien.





