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Der Valentinstag ist für viele ein emotionaler Höhepunkt des Jahres – für den Handel zugleich ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Neue Transaktionsdaten der Finanztechnologie-Plattform Adyen zeigen, dass der 14. Februar in Deutschland deutliche Umsatzimpulse auslöst. Besonders klassische Geschenk- und Erlebnisbranchen profitieren von der erhöhten Zahlungsbereitschaft rund um den „Tag der Liebe“.
Diamonds are a girls best friend?
Vor allem Schmuckhändler verzeichnen bereits in den Tagen vor dem Valentinstag ein starkes Geschäft. Laut Adyen steigen die Transaktionen um 61 Prozent, der Umsatz um 43 Prozent. Der zeitliche Vorlauf deutet darauf hin, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher Geschenke bewusst vor dem eigentlichen Stichtag kaufen.
Am Valentinstag selbst profitieren vor allem Restaurants. Gäste geben laut Datenanalyse durchschnittlich 14 Prozent mehr pro Rechnung aus als an vergleichbaren Tagen – ein Hinweis darauf, dass gemeinsames Essen weiterhin eine zentrale Rolle im romantischen Konsumverhalten spielt.
Weniger stark, aber dennoch messbar fällt der Effekt in anderen Bereichen aus. Hotels, Süßwaren- und Beauty-Anbieter erzielen Umsatzsteigerungen zwischen 5 und 10 Prozent. Kosmetikprodukte liegen mit rund 8 Prozent über dem Durchschnitt eines normalen Zeitraums. Der Valentinstag wirkt hier eher als zusätzlicher Kaufanlass denn als zentraler Umsatztreiber.
Am deutlichsten profitieren Blumenläden. Floristen verzeichnen am 14. Februar einen Umsatz- und Transaktionsanstieg von 177 Prozent im Vergleich zu einem durchschnittlichen Freitag. Damit bestätigt sich die Sonderstellung von Blumen als klassisches Valentinstagsgeschenk.

Online-Dating: Weniger Käufe, höhere Ausgaben
Auch im Bereich Online-Dating zeigt sich ein differenziertes Bild. Zwar liegt die Anzahl der Transaktionen am Valentinstag rund 10 Prozent unter dem Niveau eines typischen Freitags, gleichzeitig steigt der durchschnittliche Umsatz pro Transaktion um 14 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Nutzerinnen und Nutzer an diesem Tag gezielter und häufiger in höherpreisige Premium-Funktionen investieren, oder zeigen eine Preissteigerung bei geringerer Nachfrage – dies geht aus den Daten nicht eindeutig hervor.
Über das gesamte Jahr hinweg bleibt das Wochenende der wichtigste Zeitraum für Dating-Plattformen. Allein auf den Sonntag entfallen 21 Prozent des Wochenumsatzes, gefolgt vom Samstag mit 14 Prozent.
Emotionen als Wirtschaftsfaktor
Aus Sicht der Unternehmen ist der Valentinstag weniger ein Einzelereignis als vielmehr ein mehrtägiges Konsumfenster. Hella Fuhrmann, Country Managerin DACH bei Adyen, ordnet die Daten ein:
„Der Valentinstag zeigt deutlich, wie stark Emotionen Kaufentscheidungen beeinflussen – insbesondere in Branchen wie Floristik, Schmuck, Gastronomie und Beauty. Unsere Daten zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland nicht nur bereit sind, um den 14. Februar herum mehr auszugeben, sondern dies oft auch unter Zeitdruck tun.“
Für Händler bedeute das vor allem, in den Tagen vor dem Valentinstag präsent zu sein und einen möglichst reibungslosen Bezahlprozess anzubieten.
Fazit
Der Valentinstag ist längst mehr als ein romantischer Brauch. Er wirkt als klar messbarer Konsumanlass mit branchenspezifischen Gewinnern. Während Blumen und Schmuck deutliche Umsatzsprünge verzeichnen, profitieren Gastronomie und digitale Angebote vor allem von einer erhöhten Zahlungsbereitschaft. Emotionen, Timing und Bequemlichkeit bleiben dabei die entscheidenden Treiber.
Autor/Autorin
Die Redaktion der Kapitalmarkt Plattform GoingPublic (Magazin, www.goingpublic.de, LinkedIn Kanal, Events) widmet sich seit Dezember 1997 den aktuellen Trends rund um die Finanzierung über die Börse. Ob Börsengang (GoingPublic) oder die vielfältigen Herausforderungen für börsennotierte Unternehmen (Being Public), präsentiert sich GoingPublic cross-medial als Kapitalmarktplattform für Emittenten und Investment Professionals.






