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Das norwegische Videokonferenzunternehmen Pexip ist seit heute an der Osloer Börse, die von der Euronext betrieben wird, gelistet.

Durch das IPO an der Mehrländerbörse erzielte das Unternehmen einen Bruttoerlös in Höhe von 217 Mio. EUR bzw. 2.394 Millionen Norwegische Kronen (NOK). Der Ausgabepreis der Pexip-Aktien wurde auf 63 NOK pro Aktie festgelegt – die Marktkapitalisierung beträgt damit  rund 6,2 Milliarden NOK (566 Mio. EUR). Der erste Börsenkurs lag heute bei 90 NOK – ein Plus von rund 43% gegenüber dem Emissionspreis.

Pexip ist ein Softwareunternehmen, das eine Videokollaborationsplattform anbietet, die sich sowohl für Endnutzer als auch für IT-Fachleute eignet. Die Plattform bietet Video-First-Meetings an, die es jedem ermöglicht, unabhängig von der genutzten Technologie teilzunehmen, und die als Software-as-a-Service oder in einer Cloud-Computing-Umgebung genutzt werden kann.

IPO-Prozess lief virtuell ab

Der Börsengang wurde virtuell vermarktet und stieß bei einer großen Zahl nordischer und internationaler institutioneller Anleger sowie bei Privatanlegern in Norwegen und Schweden auf großes Interesse: So war das Angebot laut Unternehmensangaben mehr als 20-fach überzeichnet, wenn man die den Anker-Investoren vorab zugeteilten Aktien außer Acht lässt.

„Wir haben unsere eigene Videokonferenzplattform genutzt, um 99% des IPO-Prozesses – Investoren-Roadshows, Meetings und Bookbuilding – per Video durchzuführen. Wir konnten auf diese Weise Meetings mit Investoren in über 15 Städten weltweit durchführen“, betont Odd Sverre Østlie, CEO von Pexip.

Sebastian Grabert, Deutschland-Repräsentant der Euronext, erklärt: „Dieser erfolgreiche Börsengang zeigt, dass IPOs auch in der Covid19-Krise möglich sind, wenn die Wachstumsstory eines Tech-Unternehmens überzeugt. Zudem unterstreicht der Börsengang unseren Anspruch, die führende Börsenplattform für europäische Tech-Unternehmen zu sein. In Deutschland gibt es ebenfalls interessante Technologieunternehmen, die einen Börsengang in Erwägung ziehen könnten, um ihre Wachstumspläne umzusetzen. Die Corona-Krise muss dabei nicht automatisch ein Hinderungsgrund sein.“

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.